Saturday, 2. July 2016
22.02.2016
 
 

Flüchtlingskrise: »Erdoğan droht mit der Migrationswaffe«

Stefan Schubert

Es sind erst wenige Monate ins Land gezogen, seit Autoren auf Kopp Online den Begriff der Migrationswaffe erläuternd in die laufende Debatte einführten und danach, insbesondere vonseiten der SPD, extrem unter Druck gesetzt wurden. Fünf Monate und eine Million Flüchtlinge später ist diese Erkenntnis nun in den ersten Mainstreammedien angekommen. Die Erpressungen Erdoğans nehmen vor dem EU-Sondergipfel nicht nur zu. Skrupellos lässt er seinen Drohungen bereits Taten folgen und schickt dieser Tage Zehntausende Flüchtlinge nach Europa.

 

Aus einem lesenswerten Artikel im Handelsblatt von Wolfram Weimer stammt das Zitat aus meiner obigen Schlagzeile. Merkel hat sich währenddessen in ihrer Planlosigkeit und der Unfähigkeit, ihre »epochale Fehlentscheidung« zu revidieren, völlig in die Hände des islamistischen Despoten begeben.

Und mit ihr auch gleich noch das Schicksal Deutschlands und nicht weniger als die Zukunft des gesamten europäischen Kontinents in die Hände des Mannes aus Ankara gelegt. Dass Erdoğan über keinerlei Hemmungen verfügt, diese Migrationswaffe nach Belieben einzusetzen, wird dieser Tage deutlich.

 

Flüchtlingszahlen explodieren

 

Denn trotz Kälte und eines stürmenden Mittelmeers hat sich der Flüchtlingsstrom enorm ausgedehnt. Von Dienstag bis Freitag meldete das UN-Flüchtlingswerk UNHCR 11 000 Flüchtlinge, die aus der Türkei nach Griechenland gelangten. Und nur an diesem Montagmorgen sind weitere 4000 Flüchtlinge aus der Türkei in der griechischen Hafenstadt Piräus angekommen. Das bestätigt der zuständige Vizeminister Iannis Mousalas.

 

In immer mehr Redaktionsstuben wird nun der Zusammenhang dieser Zahlen eingeräumt, auch wenn die meisten Medien sich noch scheuen, explizit den Begriff der Migrationswaffe zu benennen. So umschreibt Focus die Vorgänge mit: »Menschenschmuggler öffnen Schleusen. Kurz vor EU-Sondergipfel: Flüchtlingsstrom aus der Türkei steigt stark an.« Dass Offensichtliche lässt sich nicht mehr leugnen.

 

Und auch in Griechenland gibt man sich keinerlei Utopien mehr hin. So mutmaßt man in den griechischen Medien ganz offen, dass mithilfe des starken Flüchtlingsstroms die europäischen Verhandlungspartner unter Druck gesetzt werden sollen. So lagen die Flüchtlingszahlen im Februar 2015 bei gerade einmal 2783 Personen, im Februar 2016 sind bereits 27 555 Flüchtlinge gezählt worden und der Monat ist erst zu zwei Dritteln vorüber.

 

Im Januar dieses Jahres sind bereits über 55 000 Menschen über die Balkanroute nach Europa und damit größtenteils nach Deutschland grundgesetzwidrig eingereist. Erdoğan spielt mit dem Leid Hunderttausender. Und er destabilisiert mittlerweile halb Europa, um seine machtversessenen Ziele und die gewünschte Islamisierung durchzusetzen.

 

Nachdem er jahrelang den Islamischen Staat gegen seinen Intimfeind Assad einsetzte und dafür die Terrormiliz auch mit türkischen Waffen und Kämpfern aufrüstete, benutzte er die Islamisten auch, um das kurdische Volk zu massakrieren. Erdoğans Armee trank türkischen Tee und schaute untätig zu, als die Islamisten in der Grenzstadt Kobane ein Massaker anrichteten und Tausende Frauen und Mädchen als Sex-Sklavinnen verschleppten. Hintergründe, die im deutschen Mainstream nicht mehr zu lesen sind.

 

Stattdessen wird die Anbiederung Merkels an den Neo-Sultan der Bevölkerung als alternativlos dargestellt und jegliche Forderung nach einer eigenen wirksamen Grenzkontrolle als Populismus und Schlimmeres diffamiert.

 

Lieber ernennt Merkel einen Schurken zum gesamteuropäischen Grenzpolizisten und liefert Deutschland damit vollends einem rücksichtslosen Despoten aus, als selbst wieder Recht und Ordnung herzustellen.

 

Die Politiker wissen ganz genau, welches zynische Spiel Erdoğan mit ihnen und Europa treibt. Im Handelsblatt steht dazu: »In Diplomatenkreisen kursiert seit Monaten die Vokabel ›Migrationswaffe‹, weil der türkische Geheimdienst die Wanderungsbewegung von Muslimen massiv und gezielt befördert habe. Tatsächlich liegt sie im genuinen Interesse Ankaras.« Zitat Ende.

 

 

 

 

 

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