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Natürlich bietet der Economist die perfekte Bühne, die »offene Verschwörung« stolz zur Schau zu tragen, immerhin nimmt der Herausgeber regelmäßig an den alljährlichen Konferenzen der Bilderberger teil, was der Artikel gleich in den Einleitungssätzen stolz herausposaunt. Mit offensichtlichen ironischen Hintergedanken beschreibt der Artikel die Bilderberger als »eine bösartige Verschwörung, die nach der Weltherrschaft« strebe, um dann im Weiteren zu bestätigen, dass die Gruppe in der Tat einen beherrschenden Einfluss auf das Weltgeschehen ausübt.
Die Bilderberger seien für die europäische Einheitswährung verantwortlich und böten den einflussreichsten Aristokraten und Managern ein Forum. Aber auch eine kleine Zahl ausgewählter Journalisten gehöre dazu, die die größten weltweit agierenden Medienunternehmen repräsentieren
und schwören mussten, sich an die berüchtigte »Chatham House Rule« zu halten, was bedeutet, dass sie sich nicht zu den »großen Konzepten«, die auf den Bilderberger-Konferenzen ausgeheckt werden, äußern [und auch die Identität und Zugehörigkeit von Rednern und anderen Teilnehmern nicht preisgeben] dürfen.
»Die Welt ist ein komplizierter Ort mit Unmengen neuer verfügbarer Informationen«, heißt es in dem Artikel weiter. »Für eine multinationale Organisation ist es hilfreich, zumindest grob zu wissen, was los ist. Es hilft auch, wenn man sich mit den anderen Globalisten duzt. Die kosmopolitische Elite – bestehend aus internationalen Finanziers, Funktionären, Chefs von Wohltätigkeitsorganisationen und Denker – trifft sich daher ständig irgendwo und diskutiert miteinander. Sie rotten sich zu elitären Treffen zusammen … Sie bilden Clubs.«
Zu den einflussreichsten dieser Clubs zählen, dem Artikel zufolge, die Bilderberger, der Council on Foreign Relations, die Trilaterale Kommission, die Carnegie Endowment for International Peace und die »Gruppe der Dreißig« (Group of Thirty). Diese Institutionen geben nun ihr geheimes Leben auf und offenbaren sich der Welt. Die »globokratischen«* Partys öffnen sich«, erklärt der Economist.
Der Artikel liefert einige Beispiele für größere internationale Ereignisse, die in den vergangenen Jahren auf den Treffen der Elite beeinflusst wurden; dabei geht es auch um diplomatische
Vereinbarungen und sogar Entscheidungen zu größeren Kriegen. »Derartige Zusammenkünfte sind ›ein wichtiger Teil der Geschichte der Superklasse‹«, zitiert der Economist den früheren Kissinger-Mitarbeiter David Rothkopf, selbst Mitglied dieser Elite und Verfasser des Buches Die Super-Klasse: Die Welt der internationalen Machtelite. »Sie bieten Zugang zu ›einigen der sich sehr rar machenden und schwer zu fassenden Führungspersönlichkeiten‹. Von daher bilden sie ›den informellen Mechanismus [weltweiter] Macht‹«, fügt Rothkopf hinzu.
Aber man dürfe die internationale »globokratische«* Elite keinesfalls für die Finanzkrise verantwortlich machen, fordert der Artikel und behauptet, die Superklasse sei »überrumpelt« worden. Und obgleich der Artikel einräumt, dass einige internationale Bankiers das System massiv geplündert hätten, versucht er, die Leser davon zu überzeugen, dass letztlich die Existenz einer vernetzten internationalen Elite die Welt vor einer völligen Kernschmelze gerettet habe – sodass man weiterhin nachts ruhig schlafen könne.
Jeder, der die Aktivitäten dieser elitären Gruppen aufmerksam verfolgt hat, weiß, dass diese Leute keineswegs überrumpelt wurden, sondern genau wussten, dass diese Krise schon 2006 sorgfältig herbeimanipuliert wurde. Berichte von den Treffen der Bilderberger 2006 in Kanada und 2007 in der Türkei prognostizierten einen weltweiten Wohnimmobiliencrash und sagten als Folge davon eine langanhaltende finanzielle Kernschmelze voraus. Die Gruppe hat seitdem verstärkt darüber diskutiert, wie sie vorgehen solle, um die wirtschaftliche Lage so zu manipulieren, dass ihr eigener Einfluss und der (»Ehrlich, wir sind gar nicht so böse«-) »Superklasse« stiege.
Noch vor zehn Jahren galt jeder, der allein schon die Existenz der Bilderberger erwähnte oder sie sogar als einen der einflussreichste Drahtzieher weltweit bezeichnete, als bescheuerter Verschwörungstheoretiker. Heute werden genau die gleichen Behauptungen in den Kommentaren der Weltpresse vertreten.
Steve Watson ist ein in London lebender Autor und Redakteur für die von Alex Jones herausgegebenen Internetseiten Infowars.net und Prisonplanet.com. Er besitzt einen Magisterabschluss im Studiengang Internationale Beziehungen der politischen Fakultät der englischen Universität Nottingham.
Eine Übersetzung des Sonderberichts des Economist über weltweit einflussreiche Führungspersönlichkeiten finden Sie hier.
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* Das englische Wort »globocratic« ist eine Zusammenziehung aus »global« und »bureaucratic« und bezeichnet Angehörige internationaler Organisationen, die einer globalistischen Weltsicht anhängen.
Quelle: GlobalResearch
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