Thursday, 24. April 2014
04.02.2013
 

Designierter Verteidigungsminister Hagel warnte Obama bereits früher vor skrupellosen Hardlinern innerhalb des amerikanischen Militärs

Steve Watson

Die Washington Post berichtete am vergangenen Sonntag über ein interessantes Gespräch, das bereits in der ersten Amtszeit Obamas zwischen dem Präsidenten und dem designierten Verteidigungsminister Chuck Hagel geführt worden sein soll. Bob Woodward schrieb in der Post, bei einem Besuch im Weißen Haus im Jahr 2009 habe Hagel Obama gedrängt, er solle nach Hardlinern im Pentagon Ausschau halten, die eine »neue Weltordnung« mit ihnen an der Spitze verträten.

Nach einer späteren Schilderung Hagels, über die jetzt erstmals in der Post berichtet wurde, habe er Obama gedrängt: »Wir befinden uns in einer Phase, in der sich eine neue Weltordnung herausbildet, die wir nicht kontrollieren. Sie müssen alles in Frage stellen, jede Einschätzung oder Annahme, die Ihnen vom Militär oder den Diplomaten vorgelegt wird. Alle Einschätzungen,

die älter als zehn Jahre sind, sind veraltet. Sie müssen unsere Rolle [der USA] hinterfragen. Sie müssen dem Militär gegenüber kritisch eingestellt sein. Sie müssen hinterfragen, wozu wir das Militär einsetzen.«

 

Weiter heißt es in der Washington Post, Hagel habe Obama davor gewarnt, sich in dem anhaltenden Krieg in Afghanistan, der Obamas erste Amtszeit entscheidend prägen würde, »festzufahren«. Berichten zufolge bezweifelte Hagel später in privaten Gesprächen, dass es sinnvoll sei, weitere Soldaten nach Afghanistan zu entsenden. Damals hatte Obama aufgrund von Empfehlungen des Pentagons vorgeschlagen, die Präsenz der amerikanischen Truppen in Afghanistan um mehr als 50.000 Soldaten aufzustocken. Als Reaktion darauf soll Hagel erklärt haben, seit der Amtszeit von Bush sen. habe keiner der Präsidenten wirklich als Oberkommandierender im Pentagon das Sagen gehabt.

 

»Sollte Hagel als Verteidigungsminister bestätigt werden, womit zu rechnen ist, werden der Präsident und er vor der großen Herausforderung stehen, diese neue Weltordnung in die richtige Richtung zu steuern«, schließt die Post ihre Berichterstattung.

 

Im Zentrum dieses Machtkampfs steht weniger das Konzept einer »neuen Weltordnung« an sich, als die einfache Feststellung, dass der militärisch-industrielle Komplex einen permanenten Kriegszustand aus Eigennutz anstrebt; was für sich genommen noch keine umwerfende Erkenntnis darstellt und eigentlich als unmittelbar einsichtige Feststellung gelten kann. Dennoch sind Hagels Kommentare von Interesse.

 

Es gibt allerdings keinen Grund zur Annahme, dass, wenn schon Chuck Hagel als Senator die Gefahr einer »neuen Weltordnung« erkannt hatte, sich Obama als Präsident nicht ebenfalls ihrer bewusst war – ob sie nun die Form bestimmter skrupelloser Hardliner im Pentagon oder aber einer schwer zu überschauenden und undurchsichtigen Struktur einer Schattenregierung der Elite annähme.

 

Hier stellt sich nun die Frage: Wenn Hagel sich darüber im Klaren ist, dass der Posten als Verteidigungsminister kaum eine bedeutende Einflussnahme auf die Führungsriege des Militärs bedeutet, wird er dann als Minister etwas dagegen tun, oder wird er einfach die Spielregeln akzeptieren?

 

 

 

 


 

 

 

 

 

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