Wednesday, 25. May 2016
25.08.2012
 
 

Pentagon entwickelt eigenständige menschenähnliche Roboter für »Evakuierungsoperationen«

Steve Watson

Das amerikanische Verteidigungsministerium hat dem Ingenieur- und Roboter-Entwicklungsunternehmen Boston Dynamics, das auch den vierbeinigen Laufroboter Big Dog konstruierte, einen lukrativen Auftrag zur Entwicklung eines menschenähnlichen Roboters erteilt, der aufgrund seiner künstlichen Intelligenz eigenständig ohne ständige Kontrolle und Steuerung agieren soll.

Boston Dynamics erhielt diesen Auftrag mit einem Umfang von 10,9 Millionen Dollar von der Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA), die für die Entwicklung neuer, militärisch nutzbarer Technologien zuständig ist.

 

Das Pentagon erklärte am vergangenen Dienstag, dieser neue Roboter »werde menschenähnliche Gestalt besitzen und über zwei Beine, einen Rumpf, zwei Arme sowie ein sensorbestücktes Kopfteil und eingebaute Computer verfügen«. Und auf der DARPA-Internetseite war zu lesen, dieser

Roboter solle bei »humanitären und vergleichbaren anderen Einsätzen in Katastrophenfällen zum Einsatz kommen«. Und in einer ersten kurzen Stellungnahme im April, die die DARPA als Teil ihres Programms »Robotic Challenges« (DRC) (»Robotertechnische Herausforderungen«) veröffentlichte, hieß es: »Die Planungsvorgaben schließen Hilfs- und Unterstützungseinsätze für Opfer natürlicher oder vom Menschen verursachter Katastrophen und die Durchführung von Evakuierungseinsätzen ein.«

 

Die Roboter sollen »in kontrollierter Autonomie« arbeiten, so die DARPA, und in der Lage sein, selbstständig intelligent zu handeln und eigene Entscheidungen zu treffen, wenn direkte Kontrolle oder Steuerung nicht möglich sind. Nach den Vorstellungen des Pentagons sollen die Roboter einfache und vielfältige »Werkzeuge« benutzen können.

 

In der ersten Stellungnahme hieß es: »Als vorrangiges technisches Ziel des DRC soll der Bodenroboter in der Lage sein, komplexe Aufgaben in gefährlicher, eingeschränkt zugänglicher und von Menschen gestalteter Umgebung zu bewältigen. Es wird erwartet, dass sich die Wettbewerber im Rahmen des DRC-Projekts darauf konzentrieren, Roboter [zu entwickeln], die Standardwerkzeuge und Ausrüstungsgegenstände einsetzen können, wie man sie normalerweise in von Menschen geprägten Umgebungen vorfindet. Dieses Spektrum reicht von Handwerkzeug bis zu Fahrzeugen. Besonderes Gewicht wird dabei darauf gelegt, dass die Roboter auf den Umgang mit unterschiedlichsten Werkzeugen eingestellt sind.« Nach den Vorgaben des Vertrages sollen die Roboter bis zum 9. August 2014 verfügbar sein.

 

Das Unternehmen Boston Dynamics unterhält seit Langem eine gut funktionierende Geschäfts- und Arbeitsbeziehung zur DARPA. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit ist auch der eher etwas einschüchternde Roboter Big Dog entstanden. Dieser hydraulisch betriebene vierbeinige Roboter kann bis zu 150 Kilogramm Nutzlast tragen und damit auch mit schweren Waffen ausgerüstet werden. Darüber hinaus ist Big Dog in der Lage, auch auf rutschigem oder glatten Gelände sein Gleichgewicht zu bewahren. Das Unternehmen hat auch den [einem Geparden nachempfundenen] vierbeinigen Schnelllauf-Roboter Cheetah entwickelt, der eine Geschwindigkeit von knapp 30 km/h und damit die bisher höchste Laufgeschwindigkeit eines Roboters erreichte.

 

Auch der Roboter RiSE, der in der Lage ist, mithilfe von Mikrokrallen an senkrechten Strukturoberflächen wie Wänden, Mauern, Bäumen und Zäunen empor zu klettern, stammt aus der Roboterschmiede Boston Dynamics. Und zur Ergänzung der Vielzahl kleinerer Robotermodelle arbeitet Boston Dynamics auch an der Entwicklung des Roboters Petman, der die menschliche Physiologie nachahmt und in der Lage ist, beim Gehen und in der Hocke das Gleichgewicht zu halten und sogar Fitnessübungen zu bewältigen.

 

Das Pentagon behauptet zwar, die Roboter würden nur für »humanitäre Einsätze« gebraucht, aber man kann sich des Gedankens nicht erwehren, dass man wohl nur allzu gerne bereit ist, diese Art militärischer Technologie auch für aggressivere Zwecke einzusetzen.

 

Und tatsächlich hat das Pentagon bereits 2008 gegenüber den Unternehmen, mit denen es zusammenarbeitet, darauf gedrängt, Robotergruppen zu entwickeln, die »nichtkooperative« Personen in »Verfolgungs- oder Fluchtszenarien« aufspüren und verfolgen könnten. Dabei stellte sich das Pentagon ein »aus mehreren Robotern bestehendes Verfolgungssystem« vor, das von einer Person gesteuert werden kann.

 

In dem Vorschlag hieß es weiter, es sei erforderlich,

»ein aus Software und Hardware bestehendes Gesamtpaket vorzulegen, das es einem aus mehreren Robotern bestehenden Team unter Leitung eines Menschen ermöglichen würde, nach nichtkooperativen Menschen zu suchen und diese aufzuspüren.

Zu den wichtigen Forschungsaufgaben gehört es, die Bewegungen des Roboter-Teams in der jeweiligen Umgebung so festzulegen, dass die Wahrscheinlichkeit, das Zielobjekt aufzuspüren  maximiert und gleichzeitig die Gefahr, das Zielobjekt zu verlieren, minimiert wird. Wenn derjenige, der die Roboter steuert und kontrolliert, dem Suchtrupp direkt angehört, sollte die entsprechende Software die Wahrscheinlichkeit auf ein Minimum verringern, dass der Bediener mit dem Zielobjekt zusammentrifft.«

 

Offensichtlich ist es für das Pentagon von großer Bedeutung, dass derjenige, der die Roboter kontrolliert und steuert, nicht mit der Person, die von den Maschinen verfolgt wird, in Kontakt kommt.

 

In der Projektbeschreibung heißt es weiter:

 

»Die Software sollte sich ständig der Sichtweite sowie der Reichweite der Kommunikationsgeräte und der Sensoren bewusst sein. Dazu wird es erforderlich sein, ein ganzes Set geeigneter Sensoren zu entwickeln, die die Anwesenheit von Menschen verlässlich feststellen und auf kleinen Roboter-Plattformen leicht montiert werden können.«

 

Paul Marks wies auf der Internetseite The New Scientist darauf hin, dass derartige Vorschläge Anlass zur Sorge böten, weil sie fast unvermeidlich auch im eigenen Land etwa zur Bekämpfung von Unruhen oder bei großen Menschenansammlungen eingesetzt werden würden. »…wie lange würde es dauern, bis ganze Horden von Androiden gegen widerspenstige Demonstranten mit Lähmungswaffen vorgehen? Oder muss man sogar befürchten, dass diese [Maschinen] mit tödlichen Waffen ausgerüstet werden?«, fragt Marks. Er befragte zu diesem Thema auch Steve Wright, einen Experten für Polizei- und Militärtechnologien von der Universität Leeds. Dieser meinte dazu:

 

»Der verräterische Begriff in diesem Zusammenhang ist die Bezeichnung ›nichtkooperative Menschen‹. Wir erleben hier die Anfänge eines Prozesses, der auf die Entwicklung von etwas abzielt, das es Robotern ermöglicht, Menschen wie ein Rudel Hunde zu jagen. Wenn eine solche Software einmal entwickelt ist, müssen wir vernünftigerweise davon ausgehen, dass [diese Roboter] selbstständig handeln und bewaffnet sein werden.

Zugleich ist damit zu rechnen, dass derartige Systeme mit Sensoren zum Aufspüren und Verfolgen von Menschen ausgerüstet sind.  Dazu zählen etwa Sensoren, die die Atemtätigkeit oder die Radiowellen erkennen, die mit dem menschlichen Herzschlag in Verbindung stehen. Derartige Technologie existiert bereits.«

 

Tatsächlich wird in der Phase III des Pentagon-Vorschlags das Interesse an Robotern ausgedrückt, die »intelligent und selbstständig suchen« können.

 

Noel Sharkey, Professor für Künstliche Intelligenz und Roboterentwicklung und einer der führenden Roboter-Experten von der Universität Sheffield, hat bereits im Vorfeld gewarnt, die Welt bewege sich möglicherweise sehenden Auges auf eine potenziell tödliche Technokratie zu, und gefordert, diese Technologien müssten strengsten Sicherheitsbestimmungen unterliegen.

 

Bereits 2008 erklärte Professor Sharkey in der Alex-Jones-Show:

»Sobald selbstständig handelnde und denkende Roboter existieren, werden sie Entscheidungen darüber treffen, wer wann und wo getötet wird. Besorgniserregend ist dabei, dass der Grund hierfür in der Komplexität der Missionen liegt und auch damit zusammenhängt, dass man eben leichter einen Roboter ohne Kommunikationsmöglichkeit in eine Situation schicken kann, in der es Kommunikationsprobleme gibt. Und er wird dann entscheiden, wer getötet wird – das macht mir wirklich Angst.«

 

Der Professor fuhr fort, derartige selbstständig agierende Waffensysteme könnten zukünftig von den Strafverfolgungsbehörden in den Städten leicht eingesetzt werden. In diesem Zusammenhang verwies er darauf, dass die südkoreanischen Behörden bereits beabsichtigen, in ihren Städten eine schwerbewaffnete selbstständig agierende Roboter-Polizei aufzubauen.

 

 


 

 

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