Sunday, 25. September 2016
22.08.2011
 
 

NATO-Massaker in Tripolis: »Operation Mermaid Dawn« setzt al-Qaida-Todesschwadronen der Rebellen in Marsch

Thierry Meyssan

Am Samstag, dem 20. August, gegen 20.00 Uhr, als das Fastenbrechen im Ramadan begann, setzte die NATO ihre Operation Mermaid Dawn in Tripolis und Umgebung in Gang. Als Sirenen dienten dabei die Lautsprecher der Moscheen, die praktisch das Signal für den al-Qaida-Aufruf zur Revolte gegen das Gaddafi-Regime gaben. Sofort wurden die Schläferzellen der Bengasi-Rebellen aktiv. Es handelte sich um kleine Kampfgruppen mit großer Beweglichkeit, die zahlreiche Angriffe durchführten. Bei den nächtlichen Kämpfen starben 350 Menschen, und an die 3.000 wurden verwundet.

Am Sonntag beruhigte sich die Lage im Verlauf des Tages ein wenig. Dann tauchte ein Kriegsschiff der NATO auf und ging direkt vor der Küste von Tripolis vor Anker. Vom Schiff aus wurden schwere Waffen und al-Qaida-Dschihad-Kämpfer mit NATO-Offizieren an der Spitze an Land gebracht.

In der Nacht zum Montag flammten die Kämpfe wieder auf. Es kam zu langanhaltenden, intensiven Schusswechseln. NATO-Drohnen und -Bomber flogen zahlreiche Angriffe. NATO-Hubschrauber nahmen Zivilisten mit Maschinengewehren unter Beschuss, um den Weg für die Dschihadisten frei zu schießen.

In den Abendstunden wurde ein Konvoi offizieller Regierungsfahrzeuge, in denen sich hochrangige Regierungsmitglieder befanden, angegriffen. Der Konvoi suchte im Hotel Rixos Zuflucht, in dem die internationalen Medienvertreter untergebracht sind. Die NATO scheute davor zurück, das Hotel aus der Luft anzugreifen, weil sie den Tod von Journalisten vermeiden wollte. Dennoch steht sich das Hotel, in dem ich mich gerade aufhalte, unter schwerem Beschuss.

Gegen 23.30 Uhr musste der Gesundheitsminister verkünden, dass die Krankenhäuser völlig überfüllt seien. Am Sonntagabend waren weitere 1.300 Menschen gestorben, und die Zahl der Verwundeten hatte sich um 5.000 Personen erhöht.

Die NATO war vom Sicherheitsrat der Vereinten Nationen beauftragt worden, das Leben der Zivilisten in Libyen zu schützen. Tatsächlich aber sind Frankreich und Großbritannien dabei, ihre Massaker der Kolonialzeit wieder aufzunehmen.

In der Nacht zum Montag kam Khamis Gaddafi gegen 1.00 Uhr persönlich ins Hotel Rixos, um dort Waffen zur Verteidigung des Hotels abzuliefern. Nach seinem Verlassen nahmen die ohnehin schon schweren Kämpfe in der Umgebung des Hotels noch an Schärfe zu.

 

 


 

 

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