Friday, 29. July 2016
16.07.2014
 
 

BRICS-Staaten kündigen Einrichtung eines 100 Milliarden Dollar schweren Reservefonds an

Tyler Durden

Das gegen die Vorherrschaft des Dollar gerichtete Bündnis der BRICS-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika) hat auf seinem Gipfeltreffen in Fortaleza im Nordosten Brasiliens, sozusagen einen »Mini-IWF«, nämlich einen eigenen Reservefonds, die »Contingent Reserve Arrangement (CRA), sowie eine eigene Entwicklungsbank, die New Development Bank (NDB), gegründet.

 

Die BRICS-Gruppe ist über die gegenwärtige Politik des Internationalen Währungsfonds sehr verärgert. Die fünf Länder, in denen zusammengenommen mehr als drei Milliarden Menschen leben, erklärten dazu vor kurzem:»Wir sind im Zusammenhang mit der Nichtumsetzung der 2010 beschlossenen Reform des IWF, die sich negativ auf die Legitimität, die Glaubwürdigkeit und die Effektivität des IWF auswirkt, weiterhin enttäuscht und sehr besorgt.«

 

Wie Putin erläutert, sind diese Schritte Teil eines »Gesamtpakets von Maßnahmen, die dazu beitragen können, Schikanen gegenüber den Ländern, die nicht mit einigen außenpolitischen Entscheidungen der USA und ihrer Verbündeter übereinstimmen, zu verhindern«.

 

Das Grundkapital der NDB wird 50 Milliarden Dollar betragen, die in gleichen Teilen von den fünf Ländern aufgebracht werden. Der Reservefonds CRA wird mit 100 Milliarden Dollar ausgestattet. Sitz der BRICS-Bank wird Shanghai werden, und die alle fünf Jahre rotierende Präsidentschaft soll zunächst Indien übernehmen. Simon Black vom Informationsdienst Sovereign Man, fasst die sich daraus ergebende Perspektive mit knappen Worten so zusammen: »Wenn das passiert, ist klar, das Spiel für den Dollar ist aus und vorbei … Ich gebe ihm dann noch zwei bis drei Jahre.«


Ein kurzer Blick auf die geplante Geld- und Währungspolitik. Die Geld- und Währungspolitik muss sorgfältig abgestimmt und justiert werden, heißt es in der BRICS-Erklärung. Entscheidend ist dabei, dass die BRICS-Staaten mit ihrer Entscheidung, bilaterale Swaps einzusetzen, sich selbst wirksam von einem Finanzsystem, das von der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) und anderen Zentralbanken einiger Industrieländer beherrscht wird, abkoppeln und ihre Kreditschöpfung in die eigenen Hände nehmen.

»Wir sind erfreut, die Unterzeichnung des Vertrages zur Gründung des BRICS Contingent Reserve Arrangement (CRA) mit einem anfänglichen Umfang von 200 Milliarden Dollar anzukündigen. Diese Vereinbarung wird einen positiven Schutzeffekt haben, Ländern zu helfen, kurzfristigen Liquiditätsdruck zu vermeiden, die Zusammenarbeit innerhalb der BRICS-Gruppe vertiefen und das globale Finanz-Sicherheitsnetz und existierende internationale Vereinbarungen ergänzen … Die Vereinbarung bildet über Währungs-Swaps einen Rahmen für die Bereitstellung von Liquidität als Reaktion auf tatsächlichen oder möglichen kurzfristigen Druck auf die Zahlungsbilanz.«

Und so nebenbei wäre der Dollar in einer solchen Welt – schlicht bedeutungslos. Hier einige wichtige Auszüge aus der BRICS-Erklärung:

»Wir sind im Zusammenhang mit der Nichtumsetzung der 2010 beschlossenen Reform des IWF, die sich negativ auf die Legitimität, die Glaubwürdigkeit und die Effektivität des IWF auswirkt, weiterhin enttäuscht und sehr besorgt. Der IWF-Reformprozess gründet sich auf hochrangige Verpflichtungen, die bereits die Ressourcen des Fonds gestärkt haben und zu einer Modernisierung der Führungsstruktur führen müssen, die dem zunehmenden Gewicht der Entwicklungsländer mit aufstrebenden Märkten (EMDC) in der Weltwirtschaft Rechnung trägt. Der Fonds muss eine auf Quoten beruhende Institution bleiben. Wir fordern die Mitglieder des IWF auf, die beschlossene 14. Allgemeine Quotenüberprüfung ohne weitere Verzögerung umzusetzen. Wir wiederholen unsere Forderung an den IWF, Optionen zu erarbeiten, den Reformprozess unter Berücksichtigung einer verstärkten Mitsprache und Repräsentation der Entwicklungsländer mit aufstrebenden Märkten (EMDC) zu beschleunigen, sollten die 2010 beschlossenen Reformen nicht bis zum Jahresende in Kraft treten. Darüber hinaus fordern wir die IWF-Mitglieder auf, zusammen mit der 15. Allgemeinen Quotenüberprüfung eine abschließende Vereinbarung über eine neue Quotenregelung zu beschließen, damit der ohnehin schon verschobene Stichtag nicht weiter gefährdet ist.

Die BRICS-Länder sowie auch andere EMDCs sehen sich weiterhin erheblichen finanziellen Belastungen gegenüber, um Probleme im Bereich Infrastruktur und nachhaltige Entwicklung bewältigen zu können. Erfreut kündigen wir daher die Unterzeichnung einer Vereinbarung zur Gründung der Neuen Entwicklungsbank (NDB) an, die die Absicht verfolgt, Ressourcen für Projekte in den Bereichen Infrastruktur und nachhaltige Entwicklung in den BRICS-Ländern und anderen aufstrebenden und sich entwickelnden Volkswirtschaften zu mobilisieren. Wir würdigen die geleistete Arbeit unserer Finanzminister. Auf der Grundlage solider Bankprinzipien wird die NDB die Zusammenarbeit zwischen unseren Ländern stärken und die Bemühungen multilateraler und regionaler Finanzinstitutionen für weltweite Entwicklung ergänzen und auf diese Weise zur Erfüllung unserer kollektiven Verpflichtungen beitragen, das Ziel eines starken, nachhaltigen und ausgeglichenen Wachstums zu erreichen.

Die Bank soll über ein Stammkapital von 100 Milliarden Dollar verfügen. Das Grundkapital wird 50 Milliarden Dollar betragen, das zu gleichen Teilen von den Gründungsmitgliedern eingezahlt wird. Den ersten Vorsitz des Gouverneursrates soll Russland, den ersten Vorsitz des Direktoriums soll Brasilien und den ersten Präsidenten der Bank soll Indien stellen. Die Zentrale der Bank hat ihren Sitz in Shanghai. Das Regionalzentrum Afrika der NDB wird gleichzeitig in Südafrika eingerichtet. Wir weisen unsere Finanzminister an, die Modalitäten der Umsetzung dieser Beschlüsse auszuarbeiten.

Ebenfalls mit Freude kündigen wir die Unterzeichnung des Vertrages zur Einrichtung der BRICS Contingent Reserve Arrangement (CRA) mit einem Umfang von 100 Milliarden Dollar an. Diese Vereinbarung wird einen positiven Schutzeffekt haben, Ländern zu helfen, kurzfristigen Liquiditätsdruck zu vermeiden, die Zusammenarbeit innerhalb der BRICS-Gruppe vertiefen, das globale Finanz-Sicherheitsnetz und existierende internationale Vereinbarungen ergänzen. Wir würdigen die geleistete Arbeit unserer Finanzminister und Zentralbank-Gouverneure. Die Vereinbarung bildet über Währungs-Swaps einen Rahmen für die Bereitstellung von Liquidität als Reaktion auf tatsächlichen oder möglichen kurzfristigen Druck auf die Zahlungsbilanz.«

Dies bedeutet das Ende aller Träume einer von Sonderziehungsrechten – und dem Dollar − beherrschten Welt.

 

 

 

 


 

 


Interesse an mehr Hintergrundinformationen?


Werfen Sie einen Blick hinter die Kulissen der Macht – und erfahren Sie, was die Massenmedien Ihnen verschweigen!

Lesen Sie weitere brisante Informationen im neuen KOPP Exklusiv. KOPP Exklusiv wird grundsätzlich nicht an die Presse verschickt und dient ausschließlich zu Ihrer persönlichen Information. Jede Ausgabe ist gründlich recherchiert, im Klartext geschrieben und setzt Maßstäbe für einen kritischen Informationsdienst, der nur unter ausgewählten Lesern zirkuliert und nur im Abonnement zu beziehen ist.

In der aktuellen Ausgabe finden sie unabhängige Hintergrundinformationen unter anderem zu folgenden Themen:

  • Deutschland: Die ungeahnten Folgen der Zuwanderung
  • Wird das deutsche Gold nach Peking verlegt?
  • Medizin und Gesundheit: Der kalte Krieg gegen tierisches Fett geht zu Ende
  • Peinliche Enthüllungen: Was unsere Politiker über die NSA-Spionage wussten

 

 

Das alles und viele weitere Kurzberichte im neuen KOPP Exklusiv, fordern Sie noch heute Ihr Probeabonnement an!

Leser-Kommentare (4) zu diesem Artikel

20.07.2014 | 12:16

Beowolf

Die Gründung der BRICS Finanz Allianz gegen den Petrodollar ist ein Affront gegen die VSA und die FED. Ziel dürfte es sein die VSA Vorherrschaft und die Ausnutzung der Schwellenländer durch die VSA langfristig zu beenden und damit eine neue Weltordnung zu schaffen. Schade das Europa als VSA Lakai außen vor steht und nur verlieren kann. Wenn die VSA den damit eingeleiteten Untergang ihrer Weltmacht verhindern wollen ,muss nun gehandelt werden , z.B. Kriegstreiberei gegen Russland...

Die Gründung der BRICS Finanz Allianz gegen den Petrodollar ist ein Affront gegen die VSA und die FED. Ziel dürfte es sein die VSA Vorherrschaft und die Ausnutzung der Schwellenländer durch die VSA langfristig zu beenden und damit eine neue Weltordnung zu schaffen. Schade das Europa als VSA Lakai außen vor steht und nur verlieren kann. Wenn die VSA den damit eingeleiteten Untergang ihrer Weltmacht verhindern wollen ,muss nun gehandelt werden , z.B. Kriegstreiberei gegen Russland in der Ukraine oder Attentate gegen die Gründer der BRICS . Beispiele für die Methoden der VSA Geheimdienste gibt es genug.


17.07.2014 | 12:53

Artus

Ganz einfach so:1 BRIC entspricht einem Dollar entspricht einem halben EURO1 BRICLINE entspricht einem Cent entspricht einem halben EURO-CentMensch Meier, man stelle sich vor, die Einrichtung eines 100 Milliarden Dollar schweren Reservefond (den sie vorgesehen haben) würde in „BRICS“ erstellt und die beteiligten Staaten würden den Fond freiwillig auf 200 bis 300 Milliarden BRICS erhöhen, Industrienationen würden in diese neue Währung investieren, Zahlungsabläufe in BRICS tätigen...

Ganz einfach so:
1 BRIC entspricht einem Dollar entspricht einem halben EURO
1 BRICLINE entspricht einem Cent entspricht einem halben EURO-Cent
Mensch Meier, man stelle sich vor, die Einrichtung eines 100 Milliarden Dollar schweren Reservefond (den sie vorgesehen haben) würde in „BRICS“ erstellt und die beteiligten Staaten würden den Fond freiwillig auf 200 bis 300 Milliarden BRICS erhöhen, Industrienationen würden in diese neue Währung investieren, Zahlungsabläufe in BRICS tätigen und….und….und, ich denke mal, der IWF käme arg in Schwierigkeiten, Rockefeller, Morgan und Co. würden sich Grabe drehen, wenn sie dies mitbekommen sollten.
Naja, träumen ist erlaubt und die Hoffnung stirbt zuletzt.


17.07.2014 | 12:05

Artus

Noch besser wäre es gewesen, wenn im Zusammenhang der Gründung dieser "Finanzallianz" der BRICS eine komplett neue Währung geschaffen worden wäre. einerseits um die Vormachtstellung des Dollars zu dämpfen, eine Gegengewicht zum EURO zu installieren und dann vorallem westlichen Investoren eine lternative zu westlichen Währungen mit einer efizienteren Geldpolitik zu begegnen.Naja, bleibt nur zu hoffen, dass die NBD und deren Mitgliedländer nicht in den Schlamassel...

Noch besser wäre es gewesen, wenn im Zusammenhang der Gründung dieser "Finanzallianz" der BRICS eine komplett neue Währung geschaffen worden wäre. einerseits um die Vormachtstellung des Dollars zu dämpfen, eine Gegengewicht zum EURO zu installieren und dann vorallem westlichen Investoren eine lternative zu westlichen Währungen mit einer efizienteren Geldpolitik zu begegnen.
Naja, bleibt nur zu hoffen, dass die NBD und deren Mitgliedländer nicht in den Schlamassel reitet,, den die FED und ihre Vasallen in den letzten 20 Jahren bewusst und skrupellos produziert haben.
Denn es ist offensichtlich, dass es irgendwann zum grossen (Finanz-)Knall kommen wird. eine Tendenz ist jetzt schon zu beobachten:
"Die Reichen werden immer reicher und die Armen werden immer zahlreicher!"


17.07.2014 | 08:53

Martin P

Wenn die BRICS Staaten unabhängig von den USA und dem Dollar werden (wollen), stellt sich mir allerdings die Frage, warum die CRA ausgerechnet in ebendieser Währung angelegt wird. Wäre hier nicht RMB, Rubel, € o.ä. angebrachter?

Ergänzende Beiträge zu diesem Thema

Der Chef der »Zentralbank der Zentralbanken« warnt vor einer weiteren herannahenden Finanzkrise

Michael Snyder

Die meisten Menschen haben vermutlich noch nie von Jaime Caruana gehört, obwohl er an der Spitze einer ungemein einflussreichen Organisation steht. Der Name »Bank für Internationalen Zahlungsausgleich« klingt nicht sehr abenteuerlich und aufregend, und nur wenigen Menschen ist bewusst, dass diese Institution das Zentrum unseres zentral gesteuerten  mehr …

Russland und China auf dem Weg, sich vom Dollar-System zu befreien

F. William Engdahl

Der US-gestützte Putsch in der Ukraine und die seit vergangenem Jahr eskalierenden Sanktionen gegen Russland plus die von den USA unterstützten Provokationen vonseiten Vietnams, Japans und der Philippinen verändern die Beziehungen zwischen den beiden eurasischen Großmächten Russland und China.  mehr …

Russland stößt US-Staatsanleihen in Rekordhöhe ab, aber in was investiert es stattdessen?

Tyler Durden

In der vergangenen Woche berichteten wir auf der Grundlage von TIC-Daten (Treasury International Capital, eine monatlich und vierteljährlich erscheinende Zusammenstellung des amerikanischen Finanzministeriums, in der der Kapitalfluss in die oder aus den USA heraus im Zusammenhang mit Käufen und Verkäufen amerikanischer Wertpapiere und  mehr …

Wer diesen Artikel gelesen hat, hat sich auch für diese Beiträge interessiert:

NATO hofft auf »russische Invasion« in die Ukraine

Tony Cartalucci

Nach Auffassung vieler, die dem Narrativ des Westens zum anhaltenden Konflikt in der Ukraine folgen, sind die Russen bereits »in die Ukraine einmarschiert«. Trotz der absurden Behauptung, ein nuklear-bewaffnetes Russland sei dabei, in die Ostukraine »einzumarschieren« und trotz der ramponierten, planlos agierenden Streitkräfte Kiews in ihren  mehr …

Medienkritik: Hilfe, unsere Fußballweltmeister sind politisch nicht korrekt

Udo Ulfkotte

Ich schäme mich jetzt dafür, dass ich früher für die Frankfurter Allgemeine Zeitung gearbeitet habe. Warum? Die FAZ empört sich darüber, wie unsere Fußballweltmeister ihren Sieg am Brandenburger Tor gefeiert haben.  mehr …

Berliner Mafiasumpf: Einblicke in die ehrenwerte Gesellschaft

Redaktion

In Deutschlands Hauptstadt werden Politiker und Journalisten heute nicht mehr mit einem Koffer voller Geld gekauft. Das geht viel subtiler.  mehr …

Der Chef der »Zentralbank der Zentralbanken« warnt vor einer weiteren herannahenden Finanzkrise

Michael Snyder

Die meisten Menschen haben vermutlich noch nie von Jaime Caruana gehört, obwohl er an der Spitze einer ungemein einflussreichen Organisation steht. Der Name »Bank für Internationalen Zahlungsausgleich« klingt nicht sehr abenteuerlich und aufregend, und nur wenigen Menschen ist bewusst, dass diese Institution das Zentrum unseres zentral gesteuerten  mehr …

Werbung

Newsletter-
anmeldung!
Hier erhalten Sie aktuelle Nachrichten und brisante Hintergrundanalysen
(Abmeldung jederzeit möglich)

KOPP EXKLUSIV – Jetzt bestellen

Brisante Hintergrundanalysen wöchentlich exklusiv nur bei uns.

Katalog – Jetzt kostenlos bestellen

Bestellen Sie unseren Katalog kostenlos und unverbindlich.