Wednesday, 31. August 2016
11.04.2014
 
 

China warnt Obama: »Uns gefällt der Kurs nicht, den die USA einschlagen«

Tyler Durden

China hat offenbar keine Lust mehr auf diplomatische Nettigkeiten. Jedenfalls hat es Klartext gesprochen mit US-Verteidigungsminister Chuck Hagel, der gerade die Asienreise von Barack Obama vorbereitet (der US-Präsident wird diesen Monat Japan, Malaysia und die Philippinen besuchen – drei Länder, die allesamt Territorialstreitigkeiten mit China haben).

»Die USA schlagen einen Kurs ein, der uns nicht gefällt. Sie stellen sich auf die Seite von Japan und den Philippinen. China ist deswegen extrem unglücklich«, zitiert Reuters Ruan Zongze. Der ehemalige Diplomat ist inzwischen beim China-Institut für Auslandsstudien, einer Pekinger Denkfabrik mit guten Verbindungen zum Außenministerium. »Wenn er nach Asien kommt, muss

sich Obama sehr ernsthaft mit diesem Thema befassen«, so Ruan. »China hat diese Botschaft bei den Treffen mit Hagel bereits zur Sprache gebracht.«

 

Es ging schon nicht gut los...

 

US-Verteidigungsminister Chuck Hagel hat diese Woche in China viele offene Gespräche geführt. Unter anderem erzählte ihm General Fan Changlong, wie einer seiner Onkel im Zweiten Weltkrieg als versklavter Grubenarbeiter in einem japanischen Bergwerk starb. »Der Minister machte sehr deutlich, dass wir aus der Geschichte lernen, uns aber nicht von ihr dominieren lassen sollten«, sagte ein US-Vertreter gegenüber Reuters. Aber laut Reuters brachte China seine Gefühle sehr deutlich zum Ausdruck...

 

Der Austausch macht deutlich, wie frustriert China darüber ist, welche Rolle die USA in Asien spielen. Aus Sicht Pekings schlägt sich Washington bei den Territorialstreitigkeiten immer stärker auf die Seite Japans und anderer Länder. Offiziell haben die USA erklärt, man sei neutral, würde aber im Notfall seinen Verbündeten zur Seite stehen.

 

Amerikanische Vertreter hatten aber zuletzt einen harten Ton angeschlagen, was die umstrittenen Inselgruppen im Ost- und Südchinesischen Meer anbelangt. Nach Einschätzung von Experten ist China zusehends besorgt, dass dies auch die Linie von US-Präsident Barack Obama sein könnte, wenn er diesen Monat Asien bereist.

 

China ließ diese Woche das diplomatische Protokoll außen vor und machte deutlich, dass man nicht wolle, dass Obama bei seinen Besuchen in Japan, auf den Philippinen und in Malaysia etwas Überstürztes tue.

 

Besonders das Verhältnis der Chinesen zu den beiden amerikanischen Verbündeten Japan und Philippinen ist derzeit stark abgekühlt. Obama besucht auch Südkorea, dort herrscht ein herzliches Verhältnis zu Peking.

 

»Wenn er nach Asien kommt, muss sich Obama sehr ernsthaft mit diesem Thema befassen. China hat diese Botschaft bei den Treffen mit Hagel bereits zur Sprache gebracht«, sagte Ruan Zongze. Der ehemalige Diplomat ist inzwischen beim China-Institut für Auslandsstudien, einer Pekinger Denkfabrik mit guten Verbindungen zum Außenministerium.

 

»Die USA bewegen sich in eine Richtung, die uns nicht gefällt. Sie stellen sich auf die Seite Japans und der Philippinen. China ist deswegen extrem unglücklich.« Äußerungen wie diese aus China zu hören ist schon sehr ungewöhnlich. Am Dienstag sagte der chinesische Verteidigungsminister Chang Wanquan zu Hagel, Washington solle Japan zurückpfeifen. Außerdem kritisierte er die Philippinen.

 

General Fan sagte Hagel unverblümt, das »chinesische Volk ist unzufrieden«, weil die USA Japan und die Länder Südostasiens unterstützen, heißt es in einer Mitteilung auf der Webseite des chinesischen Verteidigungsministeriums.

 

In einem Kommentar schrieb am Mittwoch die einflussreiche Zeitung Global Times, eine Veröffentlichung des KP-Organs Renmin Ribao, man habe derart starke Worte »in der Vergangenheit nicht häufig erlebt«. Diese Äußerungen könnten weitreichende Folgen haben.

 

»Sie hoffen, dass Obamas Besuch nicht dazu dienen wird, andere Länder gegen China aufzuhetzen. Hört man sich die scharfen Aussagen ranghoher (amerikanischer) Regierungsvertreter an, ist diese Sorge begründet.« Chinesische Vertreter »versuchen herauszufinden, ob hier die unteren (amerikanischen) Ränge mit diesen Kommentaren einen scharfen Ton anschlagen, damit der Chef nichts sagen muss, oder ob sich das Ganze noch zu einem Crescendo steigert«.

 

»Vermutlich besteht die Sorge, dass diese Debatten eine starke Änderung erfahren könnten, wenn Obama auf seiner Reise eine sehr deutliche Sprache spricht. Dies könnte intern den Ausschlag geben und es für (Chinas Präsident) Xi schwerer machen zu betonen, dass die chinesisch-amerikanischen Beziehungen höchste Priorität haben.«

 

Es bleibt nur zu hoffen, dass China keine rote Linie zieht, die Obama nicht überschreiten darf, denn offenbar wird er – eher früher als später – eine Seite wählen müssen.

 

 

 

 


 

 

 

Interesse an mehr Hintergrundinformationen?

 

Werfen Sie einen Blick hinter die Kulissen der Macht – und erfahren Sie, was die Massenmedien Ihnen verschweigen!

 

Lesen Sie weitere brisante Informationen im neuen KOPP Exklusiv. KOPP Exklusiv wird grundsätzlich nicht an die Presse verschickt und dient ausschließlich zu Ihrer persönlichen Information. Jede Ausgabe ist gründlich recherchiert, im Klartext geschrieben und setzt Maßstäbe für einen kritischen Informationsdienst, der nur unter ausgewählten Lesern zirkuliert und nur im Abonnement zu beziehen ist.

 

In der aktuellen Ausgabe finden sie unabhängige Hintergrundinformationen unter anderem zu folgenden Themen:

 

  • Gegrille Schlachtabfälle
  • Zukunft: So werden Autofahrer ausspioniert
  • Unterdrückte Nachrichten aus Polizeiberichten
  • Geldanlage: Wie entwickelt sich der Goldpreis?

 

 

Das alles und viele weitere Kurzberichte im neuen KOPP Exklusiv, fordern Sie noch heute Ihr Probeabonnement an!

Ergänzende Beiträge zu diesem Thema

Chinesische Wirtschaftsdiplomatie gegenüber Deutschland durchkreuzt das Kalte-Kriegs-Fieber

F. William Engdahl

Mit einer Meisterleistung in Wirtschaftsdiplomatie durchkreuzte Chinas Präsident Xi Jinping bei seinem Besuch in Duisburg die Pläne der Washingtoner Neokonservativen, die eine neue Konfrontation zwischen der NATO und Russland anstreben. In Duisburg, der Stadt mit dem größten Binnenhafen der Welt und einem historischen Transport-Drehkreuz für die  mehr …

Chinesischer Präsident fordert Volksbefreiungsarmee auf, sich auf Krieg vorzubereiten

Paul Joseph Watson

Die kriegerisch-militaristische Rhetorik der staatlichen chinesischen Medien setzte sich am 29. Dezember in Form eines längeren Leitartikels der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua (Neues China) fort, in der berichtet wird, Chinas Präsident Xi Jinping habe die Volksbefreiungsarmee (VBA) aufgefordert, sich auf Krieg vorzubereiten.  mehr …

China gegen USA – Kampf um geopolitische Vormacht oder Vorbote des Dritten Weltkriegs?

Peter Orzechowski

Wer das derzeitige Säbelrasseln von Japan und China um die chinesisch »Diaoyu« und japanisch »Senkaku« genannte Inselgruppe im Ostchinesischen Meer als regionales Kraftgeprotze kleinredet, hat den geopolitischen Zusammenhang nicht verstanden. Denn in Wahrheit geht es darum: Wer hat die Vorherrschaft über die Küsten Chinas? Peking beginnt, den  mehr …

Wer diesen Artikel gelesen hat, hat sich auch für diese Beiträge interessiert:

ARD/ZDF-Propaganda: Gebt uns Gedankenfreiheit!

Gerhard Wisnewski

Die öffentlich-rechtswidrigen Anstalten und ihre Handlanger befinden sich in der Defensive und überschlagen sich mit immer neuen Zugeständnissen an ihre Kritiker. Erst bieten sie eine lächerliche »Gebührensenkung« von 48 Cent im Monat an. Dann retuschiert das Bundesverfassungsgericht an den politischen Gremien der rechtswidrigen Anstalten herum  mehr …

Versteckte Schadstoffe: So machen uns Gerüche krank

Andreas von Rétyi

Die Bedrohung lauert oft dort, wo man sie gar nicht vermutet. Jeder Haushalt ist voll mit verborgenen Krankmachern.  mehr …

Rechtsextremisten verzweifelt gesucht: Nachrichten, die verdrängt werden

Redaktion

An jeder Ecke werden wir mit Propagandainformationen zugeschüttet. Nur die Wahrheit bleibt dabei leider auf der Strecke.  mehr …

Chinesische Wirtschaftsdiplomatie gegenüber Deutschland durchkreuzt das Kalte-Kriegs-Fieber

F. William Engdahl

Mit einer Meisterleistung in Wirtschaftsdiplomatie durchkreuzte Chinas Präsident Xi Jinping bei seinem Besuch in Duisburg die Pläne der Washingtoner Neokonservativen, die eine neue Konfrontation zwischen der NATO und Russland anstreben. In Duisburg, der Stadt mit dem größten Binnenhafen der Welt und einem historischen Transport-Drehkreuz für die  mehr …

Werbung

Newsletter-
anmeldung!
Hier erhalten Sie aktuelle Nachrichten und brisante Hintergrundanalysen
(Abmeldung jederzeit möglich)

KOPP EXKLUSIV – Jetzt bestellen

Brisante Hintergrundanalysen wöchentlich exklusiv nur bei uns.

Katalog – Jetzt kostenlos bestellen

Bestellen Sie unseren Katalog kostenlos und unverbindlich.