Tuesday, 31. May 2016
07.03.2016
 
 

Lord Rothschild: »Wir befinden uns im ›Auge des Wirbelsturms‹«

Tyler Durden

Während sich die Wirtschaftsprognosen der Zentralbanken immer stärker verdüstern (d.h. realistischer werden), scheint Lord Rothschild mit der gegenwärtigen Misere gerechnet zu haben: »Wenig überraschend haben sich die Marktbedingungen weiter verschlechtert … und zwar dermaßen, dass uns der Wind direkt ins Gesicht bläst; möglicherweise befinden wir uns ›im Auge des Wirbelsturms‹«.

 

Nach dieser kühlen Feststellung verweist Rothschild auf eine ganze »beängstigende Litanei von Problemen« und warnt diejenigen, die die Lage der amerikanischen Wirtschaft zu optimistisch beurteilen: »[Das Jahr] 2016 wird wahrscheinlich weitaus schwieriger als die zweite Jahreshälfte 2015 werden.«

In seinem Brief an Investoren (über RIT Capital) schreibt er weiter:

»In meiner halbjährlichen Einschätzung mahnte ich zur Vorsicht und schrieb am Ende: ›Aufgrund des allgemeinen Klimas sieht es so aus, als bliese uns der Wind möglicherweise bald ins Gesicht‹; und tatsächlich bereiteten uns im letzten Quartal 2015 die weltweiten Aktienmärkte zunehmend Sorgen. Im Zuge der zunehmenden Verdüsterung der wirtschaftlichen Aussichten verringerten wir unsere Aktienpositionierung und viele Unternehmen meldeten enttäuschende Gewinne. In der Zwischenzeit zeigen sich auch die Entscheidungsträger in den Zentralbanken bei ihren Wirtschaftsprognosen deutlich pessimistischer, da das Wachstum trotz beispielloser geldpolitischer Anreize kraftlos bleibt.

 

Es überrascht daher nicht, dass sich die Lage auf den Märkten weiter verschlechtert hat. Und zwar dermaßen, dass uns der Wind schon bald ins Gesicht blasen könnte; tatsächlich befinden wir uns ›im Auge des Sturms‹.

 

Die Vielzahl der Probleme, denen sich Investoren gegenübersehen, ist beängstigend:

  • Der Hahn der lockeren Geldpolitik (Quantitative Easing, QE) wird gegenwärtig zugedreht, und dies wird mit Sicherheit dem Höhenflug der Wertpapierkurse ein Ende bereiten.

  • Das Ausmaß der Verlangsamung des Wachstums in China lässt sich nicht absehen.

  • Die Lage im Nahen Osten wird sich mindestens auf absehbare Zeit nicht entspannen.

  • Die Entwicklung der US-amerikanischen und europäischen Volkswirtschaften enttäuscht auf breiter Front.

  • Die Lage in Griechenland ist angespannt, zusätzlich dazu muss sich das Land nun auch noch der Herausforderung einer beispiellosen Einwanderung stellen.

  • In den vergangenen Jahren waren wir Zeuge einer Schuldenexplosion in den aufstrebenden Märkten, die zum Großteil in neu bewerteten Dollar bezahlt werden muss, während gleichzeitig die Rohstoffpreise massiv einbrechen. Länder wie Brasilien, Russland, Nigeria, die Ukraine und Kasachstan stecken als Folge dieser Entwicklung in erheblichen Schwierigkeiten.

  • In Großbritannien ist die politische Lage unsicher, da in den kommenden Monaten die reale Gefahr eines Brexit besteht.

Daher sind Investoren mit erheblichen Risiken konfrontiert, während die Börsenbewertungen weiterhin auf einem relativ hohen Niveau verharren. Dennoch zeigen sich einige einflussreiche und umsichtige Investmentmanager hinsichtlich der Entwicklung der Märkte 2016 immer noch optimistisch, da sich die amerikanische Wirtschaft aus ihrer Sicht in einem guten Zustand befindet – mit Ausnahme des produktiven Sektors –, und sie damit rechnen, dass sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen durchaus noch verbessern könnten.

 

Ihrer Ansicht nach gehen die Abwärtsentwicklungen auf diesen Märkten möglicherweise mehr auf Stimmungen, als auf substanzielle Probleme zurück. Andere sind demgegenüber weniger optimistisch und befürchten, es bestehe die Wahrscheinlichkeit, dass sich die genannten potenziellen Probleme auf eine Weise materialisieren könnten, die die Stabilität der weltweiten Aktienmärkte untergräbt. Nach unserer Einschätzung dürfte sich dies als deutlich schwieriger als die zweite Jahreshälfte 2015 erweisen.

 

In unserer Anlagepolitik werden wir daher größeres Gewicht darauf legen, absolute Renditen zu erzielen. Wir werden weiterhin sehr selektiv vorgehen, wenn wir öffentliche und private Investitionen in Betracht ziehen. Im Einklang mit dieser Politik haben wir unser Aktienengagement auf 43 Prozent des Netto-Inventarwertes zurückgefahren.


Eine alte Weisheit besagt: in schwierigen Zeiten hat die Kapitalrückzahlung Vorrang vor dem Kapitalertrag. Wir werden daher in allen Belangen in diesem Jahr prinzipiell Vorsicht walten lassen, aber gleichzeitig so beweglich bleiben, alle Chancen zu nutzen, die sich bieten. Probleme haben manchmal die Angewohnheit, besondere Gelegenheiten hervorzubringen, und ich bin weiterhin überzeugt, dass wir in der Lage sind, solche Gelegenheiten im Verlauf des Jahres 2016 zu erkennen und Nutzen aus ihnen zu ziehen.«

 

Vielleicht ist Lord Rothschild etwas Wichtigem auf der Spur:

 

Sogar die amerikanische Notenbank Federal Reserve sah sich gezwungen, einzuräumen, dass die Wahrscheinlichkeit einer Rezession rasch ansteigt

Formal gesehen befinden wir uns tatsächlich im »Auge des Sturms«:

 

Ähnliche Muster haben wir bereits früher in noch größerem Ausmaß gesehen … und damals ging es nicht gut aus. Was wird nun als Nächstes geschehen?

 

 

Befinden wir uns im »Auge des Wirbelsturms? Oder handelt es sich doch nur um einen »Sturm im Wasserglas«?

 

 

 

 

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