Tuesday, 31. May 2016
17.07.2014
 
 

Putins Antwort: »Sanktionen werden sich für die USA als Bumerang erweisen und schwere Schäden hervorrufen«

Tyler Durden

Der russische Präsident Wladimir Putin benötigte weniger als eine Stunde, um auf die bisher jüngste, provokativste und massivste Runde amerikanischer Sanktionen gegen Russland zu reagieren. Seine Reaktion erfolgte, angemessen genug, kurz nach dem Gipfeltreffen der BRICS-Gruppe in Brasilien, auf dem die fünf führenden »Schwellenländer« gestern die Einrichtung sowohl einer eigenen Entwicklungsbank, der New Development Bank, als auch eines eigenen Reservefonds mit einem Anfangsvolumen von 100 Mrd. Dollar beschlossen hatten.

 

Damit sollen Liquiditätsreserven abseits der insolventen und ins Zwielicht geratenen Zentralbanken der Industrienationen geschaffen werden. In Brasilien wurde Putin auch nach seiner Reaktion auf das neue Sanktionspaket gegen Russland gefragt, das der amerikanische Präsident Obama erst wenige Minuten zuvor verkündet hatte.

 

Putin antwortete: »Wir verhängen keine Sanktionen, sollten Sie die anderen fragen. Sanktionen haben einen Bumerang-Effekt, und sie werden zweifelsohne die Beziehungen zwischen den USA und Russland in eine Sackgasse führen, sehr schwere Schäden anrichten und die langfristigen Sicherheitsinteressen der USA und ihrer Bevölkerung untergraben«, sagte er den Journalisten.

 

Er müsse aber erst die Einzelheiten der Sanktionen kennen, um sich einen Eindruck ihres Ausmaßes zu verschaffen, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters weiter.

 

Und wie seit Langem erwartet traf Putins nächster Schlag genau da, wo es weh tut: im Energiebereich. »Das bedeutet, US-Unternehmen, die in Russland Geschäfte machen wollen, werden ihre Wettbewerbsfähigkeit im Vergleich zu anderen globalen Energiekonzernen verlieren.« Die Sanktionen, so der russische Präsident weiter, würden bspw. den US-Konzern ExxonMobil treffen, dem die Möglichkeit eingeräumt worden war, sich in Russland zu engagieren. »Sie wollen also nicht, dass sie hier Geschäfte machen? Sie fügen ihren eigenen großen Energiekonzernen Schaden zu«, sagte er.

 

Es steht zwar nicht fest, aber man wohl davon ausgehen, dass sich Putin nach der Pressekonferenz noch mit den anderen BRICS-Staatschefs zusammengesetzt hat. In den BRICS-Ländern leben mehr als drei Mrd. Menschen, also 40 Prozent der Weltbevölkerung, und sie gehören zu den Nationen mit dem größten Wirtschaftswachstum. Bei diesen Gesprächen dürfte klar geworden sein, dass es bei dieser Auseinandersetzung, von dem äußeren Getue einmal abgesehen, letztlich um den Konflikt zwischen Fiat-Währungssystemen und Energie geht, wobei die USA Ersteres und die BRICS-Länder und insbesondere Russland Letzteres kontrollieren. Und solange die BRICS-Länder nicht über ein eigenes, unabhängiges Währungssystem verfügen, werden sie weiter von den flüchtigen Launen des Kurs-Gewinn-Verhältnisses (KGV) des Zentralbankensystems und vor allen der amerikanischen Federal Reserve unter Janet Yellen abhängig sein.

 

Darüber hinaus kann man sicher sein, dass Putin und seine Kolleginnen und Kollegen derzeit intensiv darüber nachdenken, wie sie sich für immer aus dieser Abhängigkeit von den Fiat-Reservesystemen befreien können.

 

In der Zwischenzeit, auch, um sich von der Abhängigkeit vom Westen weiter zu lösen, hat Moskau angeordnet, dass Regierungsvertreter in Zukunft nur noch in Russland hergestellte Fahrzeuge nutzen sollen. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete dazu:

»Führende russische Regierungsvertreter werden in Zukunft wohl auf die schnittigen schwarzen Mercedes-Limousinen verzichten müssen, die sie durch die Kreml-Tore fahren, und stattdessen auf in Russland produzierte Fahrzeuge zurückgreifen. Damit soll die einheimische Industrie gestärkt werden, die aufgrund der westlichen Sanktionen wegen der Ukraine bedroht ist.

Ministerpräsident Dmitri Medwedew erklärte, er habe ein Dekret unterzeichnet, das den Ankauf von Importfahrzeugen für Regierungsvertreter auf staatlicher und kommunaler Ebene begrenzt – dieser Schritt steht im Einklang mit Wladimir Putins Bestreben, die Eigenständigkeit vom Ingenieurwesen bis zur Rüstungsindustrie auszuweiten. Dieser Schritt ist aber eher symbolisch und dürfte kaum wirtschaftliche Bedeutung haben.

In Russland werden bereits zahlreiche westliche Fahrzeuge produziert. Eine Ausnahme bilden allerdings die Mercedes-Limousinen, die Lieblingsautos vieler Regierungsvertreter, die auch von Putin oft benutzt werden.

In Sowjetzeiten waren im Land selbst hergestellte Limousinen wie der ZiL, oder für weniger wichtige Persönlichkeiten der Wolga, unerlässlich. Sie sind heute zum Leidwesen derer, die in der Bevorzugung westlicher Modelle Verschwendung und fehlenden Patriotismus beklagen, aus dem Straßenbild verschwunden.«

Bisher ist es eine politische Entscheidung:

»Dies wird keinen Einfluss auf den Markt haben, es geht um eine politische Entscheidung«, erklärte Wladimir Bespalow, ein Analyst des in Moskau ansässigen Unternehmens VTB Capital. Der Marktanteil der staatlich finanzierten Fahrzeugkäufe liege bei unter drei Prozent.«

Aber wie lange wird es dauern, bis diese Entwicklung auch auf andere Industriebereiche und andere Verbraucher übergreift, zunächst in Russland, aber dann auch in anderen BRICS-Ländern, die, so viel kann man mit Sicherheit sagen, die westliche, vom Internationalen Währungsfonds angeführte weltweite Vorherrschaft gründlich satt haben.

 

 

 

 

 

 

 

.

Leser-Kommentare (25) zu diesem Artikel

20.07.2014 | 18:30

Felix

Das ist jetzt schon das zweite Malaysiche Flugzeug das abgeschossen wurde, macht Maaisia nicht so wie die Amerikaner wollen? Sicher ging es hier auch darum zwei Fliegen mit einer Klatsche zu fangen. Malaysia unter Druck zu setzen und die Freiheitskämpferin der Ostukraine zu Terroristen abzustempeln. All dieser Scheißdreck der Mainstream-Presse ergibt nämlich keinen Sinn.


19.07.2014 | 23:06

GrameenXGreenbook

wusste gar nicht das man Kommentare hier hinterlassen kann Kopp online ist die Einzigste deutsche Seite die ich seit Lybien lese ansonsten nur RT, Presstv und China. Naja was wär denn wenn das ein Laser war? Ausserdem lässt sich westliche Technologie von Westlichen Geheimdiensten hacken sodass über den Autopilot das Flugzeug zur Drone wird und wenn das geht kann man auch das Transpondersignal ändern oder verschwinden lassen. Aber in dem Fall hätte Russland die gefahr eher vom...

wusste gar nicht das man Kommentare hier hinterlassen kann Kopp online ist die Einzigste deutsche Seite die ich seit Lybien lese ansonsten nur RT, Presstv und China. Naja was wär denn wenn das ein Laser war? Ausserdem lässt sich westliche Technologie von Westlichen Geheimdiensten hacken sodass über den Autopilot das Flugzeug zur Drone wird und wenn das geht kann man auch das Transpondersignal ändern oder verschwinden lassen. Aber in dem Fall hätte Russland die gefahr eher vom Himmel geholt und nicht in die Gefahrenzone eindringen lassen falls es als Bomber oder ähnliches signiert war. Das sieht nach Nato aus ... um zu zeigen was man alles kann.


18.07.2014 | 21:12

GLADIO

Ha, schon sehr merkwürdig >>> nachdem der Beitrag (siehe unten) auf dieser Seite erscheint >>> lese ich plötzlich auch wieder meinen Artikel vom 17.07.2014 was soll das ???? 18.07.2014 | 21:01 GLADIO KOPP ZENSIERT BEITRÄGE


18.07.2014 | 21:01

GLADIO

KOPP ZENSIERT BEITRÄGE Am 17.07.2014 beantwortete (siehe unten) pontiac42 meinen Beitrag vom selben Tag. JEDOCH WURDE DIESER BEITRAG TROTZ EINHALTUNG NETTIKETTE >>> ENTFERNT !!!! KOPP VERLAG DAS IST EINE FRECHHEIT OHNE GLEICHEN !!! 17.07.2014 | 16:52 pontiac42 @ GLADIO ich schliesse mich Ihrem Kommentar in vollem Umfang an ...


18.07.2014 | 17:18

Karin Bandel

Mir ist ein Putin auch lieber , denn nach dem zu urteilen , was Obama jetzt so treibt , hat er alle meine
Sympathie verloren ! Da traue ich einem Putin eher !

Karin B.


18.07.2014 | 14:57

rebel 007

@Jose Conde. eine sehr gute idee. muß nur bekannt genug werden !!!

Ergänzende Beiträge zu diesem Thema

NATO hofft auf »russische Invasion« in die Ukraine

Tony Cartalucci

Nach Auffassung vieler, die dem Narrativ des Westens zum anhaltenden Konflikt in der Ukraine folgen, sind die Russen bereits »in die Ukraine einmarschiert«. Trotz der absurden Behauptung, ein nuklear-bewaffnetes Russland sei dabei, in die Ostukraine »einzumarschieren« und trotz der ramponierten, planlos agierenden Streitkräfte Kiews in ihren  mehr …

Beispiel Ukraine: Wie die Medien Geschichten erfinden

Stefan Müller

»Es war einmal...«, so beginnen viele Märchen. Seit jeher erzählen sich Menschen Geschichten − egal ob am Lagerfeuer, per Internet oder über die Titelseiten von Zeitungen. Einst waren diese Geschichten überlebenswichtig, nämlich, wenn es vielleicht darum ging, wie man gegen gewisse Raubtiere bestehen konnte. Trotzdem erzählt man sich auch heute  mehr …

EU spielt ukrainisches Roulette mit russischem Erdgas

F. William Engdahl

In der Frage der Sicherung eines neuen Vertrags über die Lieferung russischen Erdgases an die Ukraine spielt die EU ein gefährliches »ukrainisches Roulette«. Und die gegenwärtige Regierung in Kiew – mit einem Schokoladenkönig-Gangstermilliardär-Präsidenten, einem Scientology-Ministerpräsidenten und virulent antisemitischen Neonazis als  mehr …

Wer diesen Artikel gelesen hat, hat sich auch für diese Beiträge interessiert:

Israelischer Rüstungs-Experte: »Iron Dome ist nur ein Bluff«

Chris Carlson

Der israelische Raketenabwehrschild »Iron Dome« ist nichts als ein Täuschungsmanöver, sagt Dr. Moti Shefer. Der renommierte israelische Rüstungs- und Luftfahrtexperte erklärte bei einem Interview mit Radio 103, ein derart großer Bluff wie »Iron Dome« sei ihm bislang nur selten untergekommen.  mehr …

Was Sie garantiert noch nicht über Asylbewerber wussten

Redaktion

Im Vergleich zu anderen EU-Mitgliedsstaaten weist Deutschland inzwischen die höchsten Asylbewerberzahlen auf. Was viele nicht wissen: Wenn sie Schäden anrichten, zahlen in Deutschland die Geschädigten, also die Opfer.  mehr …

NATO hofft auf »russische Invasion« in die Ukraine

Tony Cartalucci

Nach Auffassung vieler, die dem Narrativ des Westens zum anhaltenden Konflikt in der Ukraine folgen, sind die Russen bereits »in die Ukraine einmarschiert«. Trotz der absurden Behauptung, ein nuklear-bewaffnetes Russland sei dabei, in die Ostukraine »einzumarschieren« und trotz der ramponierten, planlos agierenden Streitkräfte Kiews in ihren  mehr …

Die schlimmsten Trolle im Internet sind die Regierungstrolle

Michael Snyder

Wir kennen das: Überall im Internet treiben sich schreckliche Trolle herum, Leute, die offenbar ihre Existenzberechtigung darin sehen, anderen das Leben zur Hölle zu machen. Aber die schlimmsten Trolle von allen sind die Regierungstrolle. Wir haben es wieder einmal Edward Snowden zu verdanken, dass wir noch mehr Erschreckendes darüber wissen, was  mehr …

Werbung

Newsletter-
anmeldung!
Hier erhalten Sie aktuelle Nachrichten und brisante Hintergrundanalysen
(Abmeldung jederzeit möglich)

KOPP EXKLUSIV – Jetzt bestellen

Brisante Hintergrundanalysen wöchentlich exklusiv nur bei uns.

Katalog – Jetzt kostenlos bestellen

Bestellen Sie unseren Katalog kostenlos und unverbindlich.