Mittwoch, 7. Dezember 2016
21.05.2014
 
 

Putins Krim-»Bonus«: Umfangreiche Erdöl- und Erdgasvorkommen

Tyler Durden

Der Anschluss der Krim an Russland – und Putins generöse Erfüllung des Wunsches der Krim nach Annexion – hat dazu geführt, dass sich die Aufmerksamkeit aller Augen auf die Landmasse der Krim und rollende Panzer richtete.

Aber wie die New York Times berichtete, erwarb Russland mit der Eingliederung der Krim nicht nur die Landmasse der Halbinsel, sondern auch Hoheitsgewässer, die flächenmäßig dreimal so groß wie die Krim selbst sind, und damit die Förderrechte für dort befindliche Rohstoffvorkommen im Wert vieler Billionen Euro.

 

Es ging also vorrangig um Ressourcen, wie schon zuvor vermutet worden war. Russische Regierungsvertreter beeilten sich zu versichern, im Vergleich zu den Möglichkeiten, die Russland nun offenstünden, hätten die Vorkommen keine Rolle gespielt.

Ein Analyst bemerkte allerdings, die russische Annexion der Krim stehe »ganz offensichtlich im Zusammenhang mit den vor der Küste liegenden Reichtümern«. Kein Wunder, dass Putin die »Last« der Krim gerne Russland aufbürdete.

 

In der Region Donezk befinden sich erhebliche Schiefergasvorkommen… Und wenn andere Regionen im Osten und Süden der Ukraine dem Vorbild Donezks folgen und Russland auf diese Weise eine Landverbindung zur Krim ermöglichen und zudem Kiew von der Industrieregion Donbass und den Schiefergasvorkommen in Slawjansk abschneiden, hat Putin erneut gewonnen.

Und wie die New York Times zu Recht bemerkt, stellen die Offshore-Rohstoffvorkommen der Krim einen gewaltigen zusätzlichen Gewinn dar.

Als Russland im März die Krim besetzte, so die NYT weiter, eignete es sich damit nicht nur die Landmasse der Krim an, sondern auch Hoheitsgewässer, die von ihrer Fläche her gesehen dreimal so groß wie die Krim sind, sowie die damit verbundenen Rechte, unter Wasser gelegene Rohstoffvorkommen zu erschließen und auszubeuten, die möglicherweise viele Billionen Euro wert sind.

»Russland bezeichnete die Übernahme der Krim als Eingliederung rechtmäßig zu Russland gehörenden Territoriums und ging mit keinem Wort auf den Streit um die Erdöl- und Erdgasvorkommen ein, der in der Schwarzmeerregion immer mehr für Spannung sorgte. Aber die Aufnahme der Krim in die Russische Föderation weitete zugleich auch die Hoheitsgewässer Russlands aus und verschaffte Russland Zugriff auf umfangreiche Erdöl- und Erdgasvorkommen und beerdigte zugleich die Hoffnung der Ukraine auf Unabhängigkeit in der Energieversorgung.

Russland berief sich dabei auf das Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen, das Ländern die Souveränität über eine von ihren Küsten ausgehende, bis zu 230 Meilen umfassende Ausschließliche Wirtschaftszone einräumt. Noch vor zwei Jahren hatte Russland erfolglos versucht, sich über einen Vertrag mit der Ukraine Zugang zu den Energieressourcen in dieser Meeresregion zu verschaffen.

›Das ist ein schwerwiegendes Ereignis‹, sagte Carol R. Saivetz, Eurasien-Expertin des Programms für Sicherheitsstudien des Massachusetts Institute of Technology (MIT). ›Der Ukraine wird damit die Möglichkeit genommen, diese Ressourcen zu erschließen und zu nutzen. Stattdessen fallen sie nun Russland in die Hände. Damit ist die Ukraine russischem Druck noch stärker ausgeliefert.‹

Gilles Lericolais, Abteilungsleiter für europäische und internationale Angelegenheiten von Ifremer, einer staatlichen französischen ozeanografischen Forschungs- und Beratungseinrichtung, erklärte, es sei ›offensichtlich‹, dass es bei der russischen Annexion der Krim um die Offshore-Reichtümer gehe.

In Moskau sagte Dmitri Peskow, ein Sprecher Präsident Wladimir Putins, am Samstag, es gebe keine Beziehung zwischen der Wiedereingliederung der Krim und den dortigen Energievorkommen. ›Verglichen mit den gesamten Möglichkeiten, die Russland nun offenstehen, war kein besonderes Interesse an den Vorkommen dort vorhanden.‹«

Hinsichtlich der Erdölförderung in den nunmehr von Russland beanspruchten Gewässern gehen die betroffenen Unternehmen davon aus, ihre noch mit der Ukraine abgeschlossenen Verträge hingen jetzt in der Schwebe.

 

Nach Meinung von Analysten ist in absehbarer Zeit angesichts der anhaltenden Unruhen in der Region und der Bemühungen der USA, den Druck auf Russland weiter zu erhöhen, nicht mit dem Abschluss neuer Verträge zu rechnen.

 

»Es steht viel auf dem Spiel«, bemerkte Dr. Saivetz vom MIT weiter. »Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie schon jetzt neue Verträge aushandeln werden.«

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

 


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