Wednesday, 23. May 2012
21.08.2010
 

Iran: Erstes Atomkraftwerk offiziell eingeweiht

Udo Schulze

Jetzt wird es heiß im schwelenden Konflikt zwischen Israel/USA und dem Iran. Am Wochenende hat der islamische Staat am Golf von Persien sein erstes Atomkraftwerk eingeweiht. Ein politisches Signal, das zum Krieg führen könnte.

Unbeachtet aller Proteste und Befürchtungen des Westens und Israels hat der Iran jetzt sein erstes AKW unweit von Teheran offiziell eröffnet. Auf amerikanischer Seite wurde die Nachricht mit Besorgnis aufgenommen – und gleichzeitig zum Anlass genommen, erneut darauf hinzuweisen, dass der Iran das nukleare Material des zivilen Atommeilers auch militärisch zum Bau einer Bombe nutzen könnte. Zwar soll der Reaktor offiziellen Angaben zufolge erst im November dieses Jahres ans Netz gehen. Doch schon jetzt wird er mit nuklearen Brennstäben bestückt. Die Einweihung des neuen Kraftwerks fand unter Beobachtung von Experten der Internationalen Atomenergiebehörde statt. Deswegen wies Russlands Außenminister Sergej Lawrow die Bedenken der USA und Israels auch postwendend zurück. Das iranische Atomprogramm stehe immerhin unter Aufsicht der Behörde, damit sei eine militärische Verwendung ausgeschlossen, sagte Lawrow am Samstag in Moskau.

Das neue iranische AKW wurde wesentlich von russischen Wissenschaftlern konzipiert und gebaut. Aus diesem Grund besteht in Washington auch große Unsicherheit darüber, wie Russland sich im Fall eines Angriffs Israels auf den Iran verhalten würde. Internationale Beobachter gehen inzwischen vermehrt davon aus, dass genau dieser Umstand dazu geführt hat, dass bisher keine kriegerischen Handlungen gegen den Iran zu verzeichnen sind.

Unterdessen sitzt US-Präsident Barack Obama, derzeit im Bundessstaat Maine in Urlaub, zwischen zwei Stühlen. Einerseits muss er als Friedensnobelpreisträger und aus einer muslimischen Familie stammend, etwa mit der Erlaubnis zum Bau einer Moschee auf Ground Zero in New York, die islamische Welt beruhigen, andererseits will er im November die Wahlen zum US-Kongress gewinnen, was nur dann gelingen kann, wenn er entschlossen gegen das iranische Atomprogramm vorgeht. Immerhin hat er durch den Abzug der US-Truppen aus dem Irak und seiner stockenden Innenpolitik bereits genug Gegner im eigenen Land.

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