Tuesday, 28. June 2016
16.08.2010
 
 

Iran-Krise: Rüstungsspirale am Golf läuft auf Hochtouren

Udo Schulze

Vom Rest der Welt fast unbemerkt hat sich im Nahen Osten eine Spirale des Wettrüstens gebildet, wie sie uns eigentlich nur aus der Zeit des Kalten Krieges bekannt ist. Grund dafür ist die wachsende Kriegsgefahr rund um den Persischen Golf. Dick im Geschäft ist dabei die US-Waffenindustrie.

Nach Angaben der österreichischen Tageszeitung Der Standard reißen sich derzeit die Staaten rund um den Golf um die neuesten Waffensysteme aus den USA. Damit wollen die westlich orientierten Staaten in der Region militärische Überlegenheit gegenüber dem Iran erreichen. Für insgesamt 60 Milliarden US-Dollar (etwa 47 Milliarden Euro) haben diese Staaten in den USA Waffensysteme bestellt. Allen voran Saudi-Arabien, das 82 Kampfflugzeuge des Typs F-15 Eagle geordert hat. Aber auch Israel rüstet aktuell kräftig auf und bezieht ebenfalls Kampfjets aus den Vereinigten Staaten. Israels Verteidigungsminister Ehud Barak will mit den 20 Flugzeugen des Typs F-35 Lightning II den Vorsprung in der Lufthoheit nicht nur halten, sondern entscheidend ausbauen. Selbst kleinere Staaten wie Oman und Kuwait beteiligen sich am Wettrüsten. Während der Oman für rund 2,5 Milliarden Euro Flugzeuge bestellte, greift Kuwait bei Flugabwehrraketen des Typs MIM-104 Patriot zu. Was auf den ersten Blick den Eindruck einer »Einheitsfront« gegen den Iran hinterlässt, ist allerdings nicht mehr als ein Zweckbündnis. Die heute gegen Iran gerichteten Raketen können schon morgen auf ein anderes Land der Region zielen.

Der Iran selbst hat bereits vor wenigen Jahren damit begonnen, sein Raketenarsenal entscheidend zu vergrößern. Mit neuen Bodenluftraketen, die auf russischer Technologie basieren, will Präsident Ahmadinedschad sein Land gegen israelische Angriffe verteidigen. Das »Schahin« genannte Raketensystem ist das seit 1979 – das Jahr der islamischen Revolution – wichtigste Rüstungsvorhaben des Iran, mit dem der Golfstaat feindliche Flugzeuge und Raketen in einem Umkreis von rund 40 Kilometern bekämpfen kann. Damit nicht genug, verfügt der Iran auch über eine Batterie von Aschura-Raketen, die eine Reichweite von 1000 Kilometern besitzen und speziell der Ausschaltung von US-Stützpunkten auf israelischem Gebiet dienen. Auch Panzerfäuste hat der Iran in den vergangenen Monaten gehortet. Am beliebtesten ist auch hier ein Gerät aus ursprünglich russischer Fabrikation – die RPG-7, mit der bereits zu Zeiten der Sowjetunion »erfolgreich« operiert wurde, und an der sogar Terroristen der Roten Armee Fraktion (RAF) für Anschläge auf fahrende Autos in der DDR ausgebildet worden waren.

Etwas geringer als die Amerikaner ist Deutschland im Geschäft um das Wettrüsten am Golf vertreten, wo in erster Linie deutsche Militärfahrzeuge beliebt sind. Der »Mercedes« darunter ist der deutsche Spürpanzer Fuchs, ein Produkt der Firma Rheinmetall. Mit ihm können nicht nur bemannte Patrouillen durchgeführt, sondern auch chemische und radioaktive Kampfstoffe aufgespürt werden. Im Fall des aktuell drohenden Krieges zwischen Israel/USA und dem Iran eine nützliche Investition.

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