Thursday, 23. October 2014
01.07.2010
 
 

USA entsenden weiteren Flugzeugträger Richtung Iran

Udo Schulze

Wie aus Militärquellen verlautet, haben die USA einen weiteren Flugzeugträger Richtung Iran entsandt – neben der USS Harry S. Truman und der Dwight D. Eisenhower ist das inzwischen der dritte seiner Art in den arabischen Gewässern.

Die jetzt von Washington in den Nahen Osten beorderte USS Nassau ist ein sogenanntes Amphibisches Landungsschiff mit 3.000 Marines an Bord. Auf der Nassau sind u. a. sechs Senkrechtstarter vom Typ AV-HB Harrier, vier Hubschrauber AH-IW Super Cobra, zwölf Flugzeuge der Sorte Sea Knight sowie besonders schnelle Kipprotorflugzeuge stationiert. Zusätzlich ausgerüstet ist das Kriegsschiff mit 1.400 Schlafkabinen für Soldaten.

Unterstützt wird die Nassau von zwei weiteren hochgerüsteten Schiffen. Dabei handelt es sich um den Transporter USS Mesa Verde, der mit 800 Elitesoldaten besetzt ist, die für eine sofortige Invasion ausgerüstet sind, und um das Docklandungsschiff USS Ashland. Auf ihm befinden sich 400 Marines und 102 Mann einer Spezialtruppe, die für Sondereinsätze hinter den feindlichen Linien ausgebildet ist. Zu ihren Aufgaben gehören Terrorakte auch gegen die Zivilbevölkerung, Angriffe auf Versorgungszentren des Feindes sowie das Sprengen von Brücken, wichtigen Straßen und Eisenbahnverbindungen. Die Ashland war bereits vor fünf Jahren in die Schlagzeilen geraten, als sie in der Nähe des israelischen Hafens Eilat Ziel eines al-Qaida-Angriffs mit russischen Katjuscha-Raketen wurde, die jedoch nicht trafen.

Während im Nahen Osten mit der Stationierung der weiteren Schiffe die Kriegsangst rapide wächst, könnte auch Deutschland in mögliche Auseinandersetzungen zwischen Israel und den USA einerseits und dem Iran andererseits hineingezogen werden. Zwar hat die Fregatte »Hessen« neuesten Informationen zufolge den Mittelmeerraum wieder verlassen, allerdings hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bereits deutliche Zeichen gesetzt. Sie gab in ihrer Rede vor dem amerikanischen Kongress am 3. November vergangenen Jahres eine Art Garantie ab, indem sie feststellte: »Wer Israel bedroht, bedroht auch uns«.

Insgesamt sind in den Gewässern nahe Iran derzeit rund 10.000 Soldaten unterwegs, die zum sofortigen Kriegseinsatz bereit stehen. Dabei durchkreuzt der jetzt entsandte Flugzeugträger die Meerenge von Bab el-Mandeb zwischen dem Golf von Aden und dem Roten Meer. Die Ankunft der neuen Armada bedeutet nach Aussage iranischer Beobachter eine massive Verstärkung der Einheiten von Marine und Luftwaffe. Immerhin steht einer der Verbände im Arabischen Meer vor Char-Bahar, dem größten Marinestützpunkt des iranischen Militärs. Ganz in der Nähe haben die Iranischen Revolutionären Garden ihre Sonderkommandos stationiert. Die Planer im US-Verteidigungsministerium Pentagon hatten die USS Nassau schon Anfang des Jahres zum Persischen Golf in Marsch setzen wollen. Allerdings wurde das Schiff mit seinen zwei Begleitern zunächst nach Haiti verlegt, um im Zuge der dortigen Erdbebenkatastrophe einen Hilfseinsatz zu fahren.

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