Thursday, 24. April 2014
02.05.2011
 

Bin Laden: Seit 14. März 2011 war sein Aufenthaltsort der CIA bekannt

Udo Ulfkotte

Präsident Obama hat vor den Fernsehkameras verkündet, er selbst habe höchstpersönlich die Erschießung Bin Ladens angeordnet. Kein anderer dürfe sich dieses Verdienst an die Brust heften. Nach den tödlichen Schüssen eines CIA-Kommandos in der pakistanischen Stadt Abbottabad auf Bin Laden werden sehr schnell viele Verschwörungstheorien aufkeimen. Da tut es gut, einige Fakten zu kennen. Vor dem Weißen Haus hat sich nach der Nachricht sofort eine Menschenmenge versammelt, die Präsident Obama und die USA hochleben lässt. Vor einer Woche noch hätte das wohl kaum jemand für möglich gehalten. Da war Obama in einem Umfrage-Tief, das tiefer nicht sein konnte. Dabei wusste Obama seit dem 14. März 2011, dass er einem Trumpf in der Hand hält. Als erstes stieg jetzt nach der Verlautbarung der Erschießung Bin Ladens der US-Dollar. Und dann schnellte das Ansehen Obamas hoch. Auch ein Sohn Bin Ladens soll unter drei weiteren Getöteten sein.

Die letzten Tage waren für den amerikanischen Präsidenten Obama innenpolitisch nicht wirklich gut. Obwohl er vor wenigen Tagen erst überraschend eine (lange verschollene) Geburtsurkunde fand und im Fernsehen präsentierte, zweifelt eine Mehrheit der Amerikaner noch immer daran, dass er in den Vereinigten Staaten geboren wurde. Gerade erst schockierten Berichte die Amerikaner, nach denen Obamas kenianischer Vater 1964 von der Harvard-Universität geflogen ist und als vorübergehend geduldeter Migrant die USA verlassen musste, weil - vorsichtig formuliert - sein Liebesleben als Playboy auf dem Universitätsgelände für Irritationen sorgte. Die Amerikaner rieten Obamas Vater zu einem Fernstudium in seiner kenianischen Heimat. Das alles haben die Amerikaner in den letzten Wochen nicht wirklich lustig gefunden. Und die Umfragewerte für Präsident Obama waren nie schlechter. Das Stimmungsbild in den USA war in den letzten Wochen klar gegen Obama. Sogar Harry Alford, der Präsident der US-Handelskammer schwarzer Unternehmer und 2008 Obama-Förderer, steht dem Präsidenten heute feindlich gegenüber und sagte gerade erst in einem Interview, der Obama-Regierung fehlten nur noch »braune Hemden und Hakenkreuze« - das sagt wohl alles über die Meinung führender Schwarzer zu Obama.

Und nun wird bekannt, dass der amerikanische Präsident schon seit dem 14. März 2011 regelmäßig über den Aufenthaltsort Bin Ladens informiert wurde und die Schlinge langsam zuzog. Am 14. März, 19. März, 12. April und am 19. April gab es Besprechungen mit der CIA über das Vorgehen - am 29. April befahl Obama in aller Ruhe die Tötung Bin Ladens. Am Sonntag dann unterrichtete er die früheren US-Präsidenten Bush und Clinton über den Tod Bin Ladens und trat erst danach vor die Fernsehkameras. Clinton und Bush haben Obama dazu geraten, vorerst keine Fotos vom getöteten Bin Laden zu veröffentlichen (die Leiche haben sie), um die Stimmung in der islamischen Welt gegen die USA nicht weiter anzuheizen. Ausnahmslos alle amerikanischen Botschaften weltweit haben nun die höchste Alarmstufe vor möglichen Terroranschlägen. Und es gibt weltweit eine Reisewarnung für Amerikaner. Jeder Amerikaner sei jetzt ein potentielles Terrorziel, teilte das US State Department mit. Da hilft es auch nichts, dass die Amerikaner zugleich versichern, die Leiche Bin Ladens werde islamisch korrekt behandelt, erst einmal islamisch gewaschen und mit dem Gesicht nach Mekka ausgerichtet.

Auch der pakistanische Geheimdienst ISI hat jetzt bestätigt, dass Bin Laden nicht mehr lebt. In den USA feiern nun alle und lassen Obama hochleben. Nun wird Al Zawahiri die Führerschaft von Al Qaida übernehmen. Der Ägypter Al Zawahiri entstammt der ägyptischen Muslimbruderschaft und war lange einer ihrer Vordenker. Das ist jene Gruppe, die in Ägypten nach der »Revolution« gerade eine Partei gründet und ins Parlament einziehen will.

Die USA haben unter den Muslimen der Welt mit der Tötung Bin Ladens weltweit den Hass auf sich gezogen. Während das Ansehen Bin Ladens in westlichen Staaten extrem gering ist, erreicht es in islamischen Staaten mitunter für uns kaum vorstellbare Höhen, ein Beispiel: Bin Laden war in Pakistan in der Vergangenheit nachweislich beliebter als der pakistanische Staatspräsident. Immerhin 46 Prozent der Pakistaner erklärten 2007 bei einer Umfrage ihre Sympathie für ihn (zum Vergleich: der damalige pakistanische Präsident Musharraf kam nur auf 36 Prozent). Bis 2008 war Bin Laden nach allen Meinungsumfragen die beliebteste Person in der arabischen Welt. Das weltweit renommierte amerikanische PEW-Umfrageinstitut berichtet regelmäßig über die hohe Popularität Bin Ladens in Ländern wie Jordanien, Indonesien, Marokko, Ägypten, der Türkei oder Tunesien. Bei der letzten Umfrage kam Bin Laden 2010 in Nigeria auf 48 Prozent Zustimmung, in Indonesien auf 25 Prozent, in Ägypten auf 19 Prozent, in Pakistan auf 18 und in Jordanien auf 14 Prozent. Im Klartext: Jeder zweite nigerianische Muslim, jeder vierte indonesische Muslim, jeder fünfte ägyptische oder pakistanische Muslim stand im vergangenen Jahr hinter Bin Laden. Das muss man wissen, wenn man die Folgen seines gewaltsamen Todes ergründen will. Viele, die derzeit jubeln, werden das nicht wissen. Und deshalb können sie auch die Folgen nicht richtig abschätzen.

 


 

 

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