Wednesday, 31. August 2016
24.03.2011
 
 

Goldjunge Gaddafi: Er kann sich den (Bürger-)Krieg finanziell noch lange leisten

Udo Ulfkotte

Alle Staaten, die Libyen angegriffen haben, sind finanziell gesehen pleite. Ganz anders ergeht es dem libyschen Diktator Gaddafi. Er braucht weder neue Öleinnahmen, noch Dollar, Euro oder japanische Yen. Er hat immerhin direkten Zugriff auf einen der größten Goldschätze der Welt.

300 Millionen Dollar (210 Millionen Euro) kostet die Alliierten der Libyen-Krieg alle 24 Stunden, sofern sie nicht einen Schuss abgeben (mehr als 120 Millionen Dollar davon entfallen allein auf die USA). Es sind nur die Kosten für die Luftraumüberwachung, die Alarmbereitschaft der NATO-Geschwader und die Dislozierung von Flottenverbänden. Jeder Schuss kostet extra. Am ersten Tag haben jene Amerikaner, die gerade mit letzter Kraft den Staatsbankrott abzuwenden versuchen, weit mehr als 100 Millionen Dollar allein an Marschflugkörpern (Tomahawks) auf libysche Ziele verschossen. Die amerikanischen Tomahawks kosten pro Stück zwischen ein und 1,5 Millionen Dollar. Insgesamt haben die Amerikaner nach eigenen Angaben am ersten Tag 112 Stück abgefeuert. Allein das waren demnach Kosten in Höhe zwischen 112 und 168 Millionen Dollar (78,7 und 118 Millionen Euro). Man muss in diesem Zusammenhang wissen, dass das Pentagon im laufenden Haushaltsjahr rund 23 Milliarden Dollar einsparen muss (der Krieg im Irak und in Afghanistan kostet das Pentagon jährlich rund 160 Milliarden Dollar).

 

Auch die Briten haben viele Tomahawks auf libysche Ziele verschossen. Ihnen gehen die Marschflugkörper nun langsam aus. Da freut sich die NATO, dass sie nun Unterstützung von völlig unerwarteter Seite bekommt: Al Qaida steht jetzt ebenfalls auf Seiten der libyschen Rebellen.

Die Zahl der alliierten Angriffsflüge ist nach dem Ausschalten der libyschen Luftabwehr (aus Kostengründen) sofort zurückgegangen. Jede Flugstunde kostet die Alliierten viel Geld – und mit jedem Angriff wird das Flugbenzin noch teurer, weil der Rohölpreis weiter in die Höhe schnellt.

Unterdessen kann sich Diktator Gaddafi in Hinblick auf seine Finanzen beruhigt zurücklehnen. Es interessiert ihn nicht, ob die EU oder andere Staaten seine Gelder eingefroren haben. Er hat vorgesorgt und einen der größten Goldschätze der Welt griffbereit: 143,8 Tonnen. Das ist ein Gegenwert von rund 6,5 Milliarden Dollar (4,5 Milliarden Euro). Gaddafi hat den größten Teil des Goldes in die Nähe der südlibyschen Stadt Sebha bringen lassen, wo er mehrere Bunkeranlagen hat. Von dort ist es nicht weit nach Tschad und Niger, wo gut ausgebildete afrikanische Kämpfer nur darauf warten, für vier Unzen Feingold einen Monat lang auf Gaddafis Seite zu kämpfen. Über Tschad und Niger läuft derzeit auch der Nachschub an Munition und Waffen für Gaddafis Anhänger. Das wissen die EU-Geheimdienste. Das wissen die Amerikaner. Und sie wissen auch, dass die Ägypter gern auch etwas von Gaddafis Gold hätten. Es gibt viele Nachschubwege für Gaddafi. Und die Alliierten haben weder den Willen noch die finanziellen Möglichkeiten, um alle Nachschubwege zu kontrollieren. Vor diesem Hintergrund könnte der Libyen-Krieg ein langer werden.

 

 

 


 

 

 

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