Dienstag, 27. Juni 2017
02.03.2011
 
 

Länder-Domino: Die Ölmärkte erwarten demnächst viele neue Kriege

Udo Ulfkotte

Während man sich in Deutschland mit einem zurückgetretenen Verteidigungsminister beschäftigt, ist die Weltpolitik mit Themen ganz anderer Dimension befasst: Obwohl Saudi-Arabien versprochen hat, alle libyschen Öl-Lieferausfälle auszugleichen, steigen die Preise jetzt wieder. Denn an den Ölmärkten erwartet man nicht nur weitere Revolutionen, sondern Krieg. Und beim großen Länder-Domino kommt jetzt auch revolutionäre Bewegung in die Ölexporteure am Kaspischen Meer. Und Saudi-Arabien hat nicht die geringste Chance, die drohenden Lieferausfälle auszugleichen. All das blenden wir derzeit gern noch politisch korrekt aus. Dafür werden wir bald alle gemeinsam einen hohen Preis zahlen müssen - nicht nur an den Tankstellen.

Die Funken der Revolution springen gerade auf die Ölexporteure am Kaspischen Meer über. Aserbaidschan ist einer der großen neuen Ölexporteure in dieser Region. In Baku bereitet sich die Jugend gerade darauf vor, das Regime hinwegzufegen. Länder wie Aserbaidschan, Turkmenistan und Kasachstan sind extrem wichtig für den westlichen Energiehunger. Es besteht kein Zweifel daran, dass es in Aserbaidschan gärt. Das Regime rüstet jetzt erst einmal auf. Auch in Turkmenistan rüstet sich die Jugend für die Revolte. Und in Kasachstan und Kirgisien wird es ebenfalls nicht mehr lange dauern, bis wir Bilder von blutigen Revolten im Fernsehen präsentiert bekommen. Das alles wird aus der Sicht eines durchschnittlichen Europäers völlig überraschend kommen, denn die Medien informieren uns ja nicht einmal über die Unruhen in Oman - ebenfalls ein Öl- und Gasexporteur. Es scheint, dass viele Journalisten beim Länder-Domino inzwischen schlicht den Überblick verloren haben.

Gerade erst hat Qabus, der Sultan von Oman (im Südosten der Arabischen Halbinsel), die Armee in Bewegung gesetzt, um gegen ihn gerichtete Unruhen niederzuschlagen. Oman ist Öl- und Gasexporteur, exportiert täglich 760.000 Barrel Rohöl. Und die revolutionären Unruhen sind nun auch im Land des absolutistischen Sultans angekommen. Oman galt bislang unter jenen, die gern die Realität ignorieren, als angeblicher Hort der Stabilität. Die vielen Aufstände gegen den Sultan, die seine Armee in der Vergangenheit in entlegenen Regionen niedergeschlagen hatte, blendete man im Westen gern aus. Der Sultan leistet sich als Milliardär mit einem Privatvermögen von mehr als 50 Milliarden Dollar die größten Privatyachten der Welt, lässt täglich schottisches Hochland-Lammfilet mit einem Privatflugzeug frisch für sein abendliches Dinner im Palast in Muscat einfliegen und gönnt sich sogar ein eigenes Symphonieorchester, während die jungen Omani in Massen arbeitslos und ohne Perspektive sind. Fakt ist: Von jährlich 40.000 omanischen Schulabsolventen mit einem höheren Abschluss finden pro Jahr gerade einmal 5 (!) Arbeit - der Rest geht direkt aus der Schule in die Arbeitslosigkeit. Das geht schon seit Jahren so. Der Sultan hat sich die innenpolitische Ruhe über Jahre mit Geld erkauft, aber immer mehr arbeitslose Jugendliche fühlen sich einfach nur noch nutzlos und revoltieren nun. Oman ist kein OPEC-Mitglied und an keine Förderquote gebunden. Jetzt gibt es Tote bei Unruhen und jene, die gehofft hatten, Oman werde bei Lieferausfällen die Produktion hochfahren, müssen bangen. Denn wie es aussieht, könnten auch die Öl- und Gasexporte aus dem Land des Diktators Qabus bald ausfallen.

Im Nachbarland Jemen, einem weiteren Ölexporteur, sieht es nicht anders aus. Dort macht Diktator Ali Abdullah Saleh gerade die USA und Israel für die täglich wachsenden Proteste und die revolutionäre Stimmung verantwortlich. Auch im Jemen drohen Lieferausfälle von Öl. Und auch in Iran gibt es Unruhen. Im Irak sind nach Bombenexplosionen und Anschlägen gleich zwei Raffinerien für längere Zeit ausgefallen. Und wie lange wird der Ölexporteur Algerien dem Länder-Domino noch Stand halten können?

Es gibt im Internet eine Karte, auf der (wie bei einer Ampel) eingezeichnet ist, in welchem Land Lieferausfälle drohen. Rot steht für Lieferausfälle und bei gelb drohen diese. Vor allem die Entwicklung in Iran beunruhigt die Märkte. Man versteht da schnell, warum der Ölpreis weiter steigen wird.

Und was sind die Folgen? Das Länder-Domino geht weiter. Die Atommacht Pakistan ist auf Ölimporte angewiesen, die sie nun teuer bezahlen muss. Die Regierung hat soeben den Benzinpreis um rund zehn Prozent erhöht. Die Folge sind schwere innere Unruhen, auch in Pakistan wird es nun brenzlig.

Der Westen (allen voran die USA und Großbritannien) setzt gerade seine Streitkräfte in Bewegung, um möglicherweise in Ländern wie Libyen oder Oman militärisch zu intervenieren. Die Aufmerksamkeit ist bei Briten und Amerikanern also gerade etwas abgelenkt. Und das nutzen die Argentinier, um in der Nähe der von Großbritannien beanspruchten Falkland-Inseln nach Öl zu bohren. Das alles ergibt am Ende ein beunruhigendes Bild. An den nahöstlichen Börsen sind die Vorboten der sich abzeichnenden Entwicklung schon jetzt zu spüren – Panik breitet sich aus. Und man erwartet Krieg als logische Folge des Länder-Dominos. Auch in Europa wird man die Beben bald schon spüren. Nichts von alledem kommt wirklich überraschend. Denn eine Reihe von Fachleuten haben die Entwicklung seit Jahren analysiert und politisch nicht korrekte Voraussagen abgegeben. Viele haben gelacht und diese Menschen als durchgeknallte Spinner abgestempelt. Nun treten die Prognosen ein. Und für unsere Ignoranz werden wir jetzt alle gemeinsam einen hohen Preis zahlen müssen. Ob wir das wollen, oder nicht. Irgendwann wird das Länder-Domino am Ende auch an unsere europäischen Türen klopfen. Wer darüber heute noch lacht, der sollte vielleicht einmal in Ruhe nachdenken. Denn die Entwicklung ist völlig unabhängig von einer politischen Richtung, Ideologie oder religiösen Strömung. Und es ist völlig egal, ob man nun bei den anstehenden Wahlen in Deutschland die Waschmittelparolen-Partei A, B oder C wählt. Nicht einer der Politiker hier wird die Entwicklung aufhalten können. Das ist ja das Interessante am Länder-Domino.

Wer ein wenig nachgedacht hat, der versteht dann wohl auch, warum die US-Armee jetzt unter Hochdruck Gummigeschosse auch für Maschinenpistolen einführen will, damit man revoltierende Menschenmassen (crowd control) damit beschießen kann. Auch das haben unsere politisch korrekten Medien bislang schlicht ausgeblendet. Das Länder-Domino wird nämlich nach Auffassung von Louis Farrakhan bald auch in den USA an die Türen klopfen.

 

 

 


 

 

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