Spiel mit dem Feuer: Warum die Blockade der Straße von Hormus Teheran schaden würde
Udo Ulfkotte
Der Iran droht mit der Sperrung der Meerenge von Hormus für die Ölschifffahrt. Und das Teheraner Regime will nach eigenen Angaben Langstreckenraketen im Arabischen Golf testen. Der Iran hält ein Manöver in den Gewässern ab und provoziert damit den Erzfeind USA. Der Ölpreis könnte explodieren – doch Washington wartet nur auf diese Provokation.

Der Konflikt um eine mögliche Blockade der Meerenge am Persischen Golf spitzt sich immer weiter zu. Teheran provoziert die US-Flotte durch militärische Aufklärungsflüge. Nachrichtenagenturen berichten über Kriegsvorbereitungen. Angeblich ist der Krieg längst beschlossen. Die Rohstoffpreise ziehen nun an. Was aber wird passieren, wenn es tatsächlich zum Krieg am Golf kommt?
Erstens: Es gibt keinen renommierten Militärfachmann, der die Auffassung vertritt, dass Teheran die Straße von Hormus komplett schließen kann. Teheran kann zwar die Gefahr für die Ölschifffahrt
durch Minen erhöhen, aber die Tankschiffe fahren dann einfach näher an der arabischen Küste, während US-Minenräumer in Richtung iranische Küste einen Sicherheitskordon errichten.
Zweitens: Die 5. US-Flotte hat ihren Sitz in Bahrain im Golf. Das Ausbringen von Minen wäre aus US-Sicht ebenso ein sofortiger Kriegsgrund wie die (teilweise) Sperrung der Gewässer für die internationale Schifffahrt. Die USA haben mittlerweile 23 Kriegsschiffe im Golf zusammengezogen, zudem Atom-U-Boote und weitere Flugzeugträger am Ausgang des Golfs. In Diego Garcia warten Langstreckenbomber auf den Einsatzbefehl. Ein militärischer Spaziergang – wie es die Iraner verkünden – würde das für Teheran ganz sicher nicht.
Drittens: Eine Blockade der an ihrer engsten Stelle nur 34 Kilometer breiten Schiffspassage, durch die ein Sechstel des globalen Ölbedarfs transportiert wird, wäre ein Albtraum – für die Börsen. Doch die tatsächliche Gefahr eines Krieges ist geringer als die Rhetorik vermuten lässt. Die Schiffe der iranischen Kriegsmarine stammen teilweise aus den Zeiten des 1979 gestürzten Schahs. Wegen des internationalen Waffenembargos konnten sie nur mühsam auf modernem Stand gehalten werden. Diese Flottille ist für die US-Marine kein ernsthafter Gegner. Sie würde sofort »Schiffe versenken« mit den Iranern spielen – und zugleich die Gelegenheit nutzen, um die iranischen Atomanlagen zu bombardieren. Selbst die Russen berichten nun, dass Teheran sich einen Krieg im Golf gar nicht leisten könnte: Teheran würde vor allem sich selbst schaden.
Wer sich neutral über die tatsächliche Lage und die Hintergründe der Weltpolitik informiert, der erkennt den großen Bluff, der uns derzeit am Golf präsentiert wird.
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