Voll durchgeknallt? Somalia-Flotte der EU sucht unter deutschem Kommando Berater für »Piraten-Kultur«
Udo Ulfkotte
Die EU weiß offenkundig nicht, wohin mit dem Geld der Steuerzahler. Man sieht das derzeit bei der EU-NAVFOR. So heißt das 2008 gegründete EU-Flottenkommando für die Bekämpfung von Piraterie am Horn von Afrika. Die Deutschen haben am 13. August 2011 das Oberkommando übernommen. Sie haben offenkundig keine Ahnung von kriminellen somalischen Piraten und große Angst vor ihnen. Denn als Erstes suchen sie jetzt einen Fachmann für »Piratenkultur«, der bis zum 24. August seine Bewerbung einreichen soll. Ein Scherz? Nein, keineswegs.
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Deutschland ist stolz darauf, dass man jetzt den Kampf gegen die Piraterie vor der somalischen Küste anführen darf. Doch obwohl die Deutschen schon seit Jahren mit Fregatten in der Region
kreuzen, haben sie offenkundig immer noch keine Ahnung, was Piraten eigentlich wollen und welche kriminelle Kultur hinter ihnen steht. Die ganze Welt lacht nun über EU-NAVFOR, weil wir allen Ernstes unter deutschem Kommando einen Berater für »Piraten-Kultur« suchen. Vielleicht sollte sich die EU das Geld für den Piratenfachmann sparen und einfach ein gutes Buch lesen. Denn Lesen bildet. Der Kanadier Jay Bahadur hat gerade ein Fachbuch über somalische Piraten geschrieben. Er beschreibt darin deren Geschäftsmodell und wie das kriminell erbeutete Geld im Nachbarland Kenia in Villen angelegt wird. Andere Journalisten beschreiben, wie somalische Piraten mithilfe der Web-Browser ihrer Mobiltelefone genau taxieren, wie viel Lösegeld sie herausschlagen können.
Und seit 2009 gibt es im somalischen Piratenhafen Haradheere eine Piratenbörse, an der Investoren aus dem In- und Ausland Geld und Ausrüstungsgegenstände in die kriminellen Meeresräuberbanden investieren. Man kauft dort Anteile an geplanten Kaperungen und kann große Gewinne machen. All das sollte der künftige Fachmann für »Piraten-Kultur« unter dem Kommando der Deutschen wissen.
Er sollte ebenfalls wissen: Somalia ist das Land mit den meisten Geisteskranken der Welt. Das meldete 2011 die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Danach soll inzwischen jeder dritte
Somalier geistig gestört sein. Die Möglichkeiten der medizinischen Behandlung seien derartig eingeschränkt, dass sogar viele Patienten in Ketten gelegt werden müssten, so der WHO-Bericht. In Somalia gibt es drei Psychiater, die für rund zwölf Millionen Menschen zuständig sind, von denen nach diesen neuen Angaben rund vier Millionen an Wahnvorstellungen leiden oder gelitten haben.
Und wenn die deutsche Marine bei ihrem Somalia-Einsatz muslimische somalische Piraten verhaftet, dann muss sie den häufig geistig gestörten Kriminellen jetzt als Erstes einen Gebetsteppich und einen Koran zur Verfügung stellen. Darüber berichteten 2011 nicht etwa deutsche, sondern dänische Zeitungen. Und anschließend werden die somalischen Piraten an Bord deutscher Schiffe darüber aufgeklärt, wie sie nach ihrer Überführung dann auf Wunsch in Deutschland Asyl beantragen können. Irgendwie scheint der Job des Fachmannes für somalische »Piratenkultur« also ein Job für einen Irren unter Irren zu sein.
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