Von wegen Frohes Neues Jahr – UN erwarten weltweite Hungeraufstände, Inflation und steigende Lebensmittelpreise
Udo Ulfkotte
Aus der Sicht der Vereinten Nationen wird das neue Jahr schon bald unfriedlich werden. Die Vereinten Nationen schlagen Alarm: Nahrungsmittel sind mittlerweile teurer als während der Lebensmittelkrise 2007 und 2008. Und damit sehen sie das Ende der Preisspirale noch nicht erreicht. Die Folgen werden gravierend sein.
Die Welternährungsorganisation (FAO) warnt in ihrem jüngsten Bericht vor weltweiten gewaltsamen Ausschreitungen als Folge des unaufhaltsamen Anstiegs der Lebensmittelpreise. Die Preisentwicklung der Lebensmittel steht inzwischen bei immer mehr Regierungen ganz oben, weil sie beispielsweise Sorgen hinsichtlich gewaltsamer Proteste und Ausfuhrverbote weckt. Zudem wird bei der FAO befürchtet, dass Spekulanten die Situation ausnutzen und die Preise mit Blick auf einen schnellen Profit weiter in die Höhe treiben werden. »Je länger wir die hohen Preise sehen, desto höher ist das Risiko, dass es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen wegen nicht mehr bezahlbarer Nahrungsmittel kommt«, sagte Abdolreza Abbassian. Der Mann ist Wirtschaftsexperte und Fachmann für den Getreidemarkt bei der FAO. Zuletzt war es 2008 beim letzten sprunghaften Anstieg der Lebensmittelpreise zu Ausschreitungen in vielen Staaten der Dritten Welt gekommen. Der von der UNO-Organisation entwickelte monatliche Preisindex für einen Warenkorb klettert seit sechs Monaten kontinuierlich und erreichte im Dezember mit einem Wert von 241,7 eine neue Höchstmarke.
Fachleute vertreten die Auffassung, dass die Erdabkühlung und ihre Folgen die Preise weiter explodieren lassen werden: Überschwemmungen in Australien, Indien und China, lange und extrem kalte Winter in Europa sowie den Weizenanbaugebieten Russlands und der Ukraine sind nur einige Beispiele dafür. Es besteht die Gefahr, dass immer mehr Länder auf die Entwicklung mit Ausfuhrverboten von Lebensmitteln reagieren.
Hohe Lebensmittelpreise haben in der Vergangenheit zum Sturz von Regierungen geführt. In Algerien gibt es schon Hungerrevolten - Jugendliche plündern in diesen Tagen die Geschäfte. Und in Indien ist die Lage nach wochenlangen Regenfällen und dem auch dort zu verzeichnenden Preisschub angespannt. Nicht anders ist es in Indonesien: Der indonesische Staatspräsident Susilo Yudhoyono Bambang empfahl seinen Landsleuten jetzt, ihre Grundnahrungsmittel wieder selbst anzubauen.
In Europa sind die meisten Staaten auf Lebensmitteleinfuhren angewiesen. Gerade erst hat der Schweizer Bauernverband vor zu viel Abhängigkeit von ausländischen Lebensmittellieferungen gewarnt. Steigende Lebensmittelpreise setzen auch die Europäische Zentralbank unter Druck. Denn überall in Europa nimmt die Inflation zu. In Großbritannien wird wegen der hohen Lebensmittelpreise (und des Ölpreises) nun eine Inflationsrate von vier Prozent erwartet. Überall explodieren die Preise für Zucker, Fleisch und Getreide. In Portugal, wo man gern süß isst, gab es während des Weihnachtsfestes nicht einmal mehr Zucker – der wurde rationiert. In Deutschland sind die Lebensmittelpreise gegenüber dem Vorjahr um 3,4 Prozent gestiegen.
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