China: Luftfahrt-Ausstellung in Zhuhai eröffnet
Wang Xin Long
Am Dienstag, den 16. November, wurde die achte internationale Luftfahrt-Messe auf chinesischem Boden eröffnet. Aussteller aus 17 Ländern werden insgesamt 91 Flugzeuge zur Schau stellen. Besondere Höhepunkte der Flugschau im südchinesischen Zhuhai sind diesmal neue Passagierflugzeuge »Made in China«.

ARJ21-700
Auch wenn es den westlichen Medien kaum auffällt: Das chinesische Wirtschaftswunder basiert schon lange nicht mehr ausschließlich auf hochverzinslichen Finanzderivaten und dem Export billiger Schuhe und Kleidungsstücke. China hat längst den Ruf, die »große Fabrik Asiens« zu sein,
erfolgreich hinter sich gelassen, und bewegt sich in Richtung technologischer Selbstständigkeit. Gute Beispiele hierfür sind die in dieser Woche auf der Flugschau in Zhuhai präsentierten Passagierflugzeuge, die in chinesischer Eigenregie konstruiert und gebaut wurden. Selbstverständlich finden sich in diesen Maschinen das Wissen und die Technologien westlicher Firmen, die hierfür von der chinesischen Regierung in Dienst gestellt wurden.
Besonderes Augenmerk richtet sich dieses Jahr auf die Düsenflugzeuge ARJ21-700 und C9191, beides Produkte für die zivile Luftfahrt. Der ARJ21-700 ist bereits fertiggestellt und wird in Serie produziert, der C9191 wird den interessierten Besuchern dieses Jahr als Prototyp vorgestellt und soll 2014 seinen Jungfernflug absolvieren.

Auch wenn viele bei hochtechnologischen Produkten »Made in China« abwinken, so finden die Maschinen dennoch einen guten Absatz; für den C9191 gingen bereits mehr als 100 Bestellungen in die Auftragsbücher des Herstellers ein. Der ARJ21-700 verbucht 240 Bestellungen. Die Kunden kommen aus aller Welt, vornehmlich aus den wirtschaftlich weniger gut gestellten Regionen. China ist und bleibt für viele Länder besonders attraktiv, denn es gelingt der Volksrepublik zunehmend, günstige Preise mit guter Qualität zu kombinieren. Da helfen auch die abweisenden Haltungen der führenden Technologienationen nichts.
Neben der zivilen Luftfahrt werden dieses Jahr in Zhuhai auch militärische Produkte im Rahmen der Ausstellung präsentiert; von besonderem Interesse sind hier die chinesischen J-10- und J-17-Kampfjets. Insofern wundert es nicht, dass auch hochrangige Politiker und Militärs bei der Veranstaltung anwesend sind, um sich diese Produkte anzuschauen und strategische Gespräche zu führen. Eine Delegation aus Pakistan hat bereits im Rahmen eines solchen Strategiegespräches für eine engere militärische Zusammenarbeit zwischen China und Pakistan geworben.
Auch wenn es sich um eine relativ kleine Flugschau handelt, werden die tatsächlichen Gegebenheiten schnell offenbar: Die Volksrepublik hat die Schwelle zum modernen Industriezentrum bereits deutlich überschritten. Zugegebenermaßen mithilfe des Westens. Aber die Zeiten, in denen die Volksrepublik ausschließlich auf den Import von hochtechnologischen Komponenten angewiesen war, sind endgültig vorbei. Weitere Beweise für diese Fortschritte finden sich in der Raumfahrt. China schickt eigene Sonden ins All und setzt verstärkt auf die Erkundung des Mondes. Es ist den westliche Medien komplett entgangen: Der nächste Mann auf dem Mond wird ein Chinese sein!
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