Volkszählung in China
Wang Xin Long
Derzeit findet in China die größte Volkszählung in der Menschheitsgeschichte statt. Mehr als sechs Millionen Zähler sind seit dem 1. November im Einsatz, um mehr als 1,3 Milliarden Menschen in 400 Millionen Haushalten zu zählen.

Die erste Runde der Volkszählung wurde am 10. November abgeschlossen, seit dem 11. November läuft die zweite Runde, die in Stichproben die Ergebnisse der ersten Runde bestätigen soll. In die Volkszählung mit einbezogen sind erstmals auch die in China lebenden Ausländer sowie die Regionen Hongkong, Macao und Taiwan.
Ausländer müssen acht, Chinesen 18 Fragen beantworten, die statistische Kontrollgruppe (zehn Prozent der Befragten) wird 45 Fragen zu beantworten haben. Die Daten aus der Volkszählung sollen Auskunft über die ethnische, soziale und wirtschaftliche Zusammensetzung der chinesischen Gesellschaft geben. Auch wird die Zahl der tatsächlich in China lebenden Menschen mit Spannung erwartet. Beim letzten Zensus von vor zehn Jahren wurde eine Gesamtbevölkerung von 1,29 Milliarden Einwohnern ermittelt, damals noch ohne die oben genannten Regionen und ohne die in China lebenden Ausländer. Dass diese Zahl heute deutlich höher liegt, ist zu erwarten. Schätzungen gehen davon aus, dass in Kürze die 1,5-Milliarden-Grenze überschritten werden wird.
Derweil haben bereits die Mitglieder der chinesischen Regierung ihre Angaben zur Volkszählung gemacht, allen voran der chinesische Präsident Hu Jintao.

Über Wochen hinweg wurden die Chinesen auf die Volkszählung eingestimmt und auch darüber in Kenntnis gesetzt, wie die Volkszähler als solche zu erkennen seien. Schließlich ist das Leben in den Millionenstädten recht anonym, und viele Bewohner hatten Bedenken geäußert, sie könnten als Zähler getarnten Kriminellen auf den Leim gehen. Dieses potenzielle Sicherheitsrisiko wurde auf ein Minimum reduziert, indem jeder Zähler einen eigenen Lichtbildausweis hat und eine entsprechende Uniform trägt.
Außerdem hat die Regierung in Peking dem Volk das Versprechen gegeben, dass die ermittelten Daten nicht zur Verfolgung von Ordnungswidrigkeiten herangezogen werden. Dies ist eine große Erleichterung, insbesondere für Familien, die gegen die Regeln der Ein-Kind-Politik verstoßen.
Sobald die Volkszählung beendet ist, beginnt die Auswertung der Daten. Das Amt für Statistik hat die Veröffentlichung der Ergebnisse für April 2011 angekündigt.
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Bilder:
CCTV News, China Daily
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