Berichte über Truppenbewegungen der US-Streitkräfte in Richtung Nordafrika und Nahost, während Destabilisierung Syriens eskaliert
Webster G. Tarpley
Einheiten der US Special Forces, die im texanischen Fort Hood stationiert sind, haben die Weisung erhalten, sich auf einen Einsatz in Libyen spätestens im Juli vorzubereiten – das berichtet eine Quelle im US-Militär. Auf diese Special Forces würden dann im September oder Oktober Einheiten der Ersten Kavallerie-Division folgen, die zurzeit in Irak und Afghanistan stationiert sind, zusammen mit weiteren Teilen des III. US-Korps. Dieser Bericht wurde am 15. Juni vom amerikanischen Radioprogramm The Alex Jones Show ausgestrahlt; den Hintergrund bilden eskalierende Destabilisierungsaktionen der USA gegen Syrien und der sich verschärfende Ton der USA gegenüber Damaskus und dessen Verbündeten Teheran.
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Beobachter weisen darauf hin, dass sich US Special Forces bereits seit Februar in Libyen befinden. Es sei zwar, wie sie betonen, in hohem Grade plausibel, dass der endgültige Bestimmungsort tatsächlich Libyen sei, doch einige dieser Einheiten könnten sich schon bald auf dem Weg in den Jemen, nach Syrien oder in Richtung anderer Ziele wiederfinden.
Eine weitere anonyme militärische Quelle, die in der Alex-Jones-Sendung zu Wort kam, berichtete, dass die US-Lagerbestände an abgereichertem Uran (DU) zurzeit sehr gering seien. Vielleicht ist das der Hintergrund für die Stellungnahme des scheidenden US-Verteidigungsministers Gates, der in der vergangenen Woche beklagt hatte, dass der NATO in Libyen »die Bomben ausgingen«. Ähnlich hatte sich der französische NATO-General Stephane Abrial in Belgrad geäußert.
Eine Quelle beim US Central Command (CENTCOM) bestätigte, dass US-Truppen für neue Auslandseinsätze bereitgestellt würden; sie fügte hinzu, ihre Einheit habe erst kürzlich zwei getötete Soldaten der US-Armee und drei getötete amerikanische Zivilisten, möglicherweise Söldner, überführt. Die Quelle schrieb diese Fälle Libyen zu, obwohl allgemein angenommen wird, dass die US-Aktionen in Libyen unter der Kontrolle des neuen US Africa Command (AFRICOM) stehen.
Diese Berichte sollten auch in Verbindung mit den energischen Protesten betrachtet werden, die das russische Außenministerium gegen die Anwesenheit des mit dem Lenkwaffensystem Aegis ausgestatteten US-Kreuzers Monterrey im Schwarzen Meer und gegen die Ankunft des amphibischen Angriffsschiffs USS Bataan vor der syrischen Küste erhoben hat.
Nach Angaben der israelischen Website DebkaFile, die häufig die Sichtweise des Mossad widerspiegelt, melden westliche Quellen darüber hinaus den Aufbau von schiffgestützter Anti-Raketen-Schlagkraft im Mittelmeerraum. Diese große Konzentration von Marine-Raketenabwehr-Einheiten erweckt den Eindruck, dass Washington Vorkehrungen trifft für den Fall, dass Iran, Syrien und die Hisbollah Raketen gegen amerikanische und israelische Ziele richten, sollten die USA militärisch in Syrien eingreifen, um das blutige Vorgehen gegen die Opposition zu stoppen. Moskau, Teheran und besonders Damaskus betrachten diese Flut von amerikanischen militärischen Bewegungen im Mittelmeerraum als realistischen Hinweis auf eine amerikanische Intervention in Syrien. Laut Debka sei auch die Hisbollah dabei, einige ihrer Raketen vom Nord-Libanon ins Zentrum des Landes, das heißt näher an Israel, zu verlegen.
Die Regierung Obama befindet sich damit auf einem Kollisionskurs mit dem Kongress hinsichtlich der Achtung des »War Powers Act«, nach dem bis zum 20. Juni die Zustimmung der Legislative zum Libyen-Krieg eingeholt werden muss. Lässt Obama also Libyen über diesen Tag hinaus weiter bombardieren oder ergänzt die Luftangriffe noch durch eine Bodenoffensive, dann droht ihm schon bald ein Amtsenthebungsverfahren.
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