Wednesday, 1. June 2016
18.07.2011
 
 

Die vier apokalyptischen Reiter des Bankensystems

Dean Henderson

Wenn man wissen will, wo das wahre Zentrum der Macht in der Welt liegt, folge man dem Geld – cui bono. Nach Berichten des Magazins Global Finance befanden sich die fünf größten Banken weltweit 2010 alle in den Rothschildschen Lehnstaaten England und Frankreich. Es handelt sich dabei um die französische BNP (3 Billionen $ Vermögenswerte), die Royal Bank of Scotland (2,7 Billionen $), die in England ansässige HSBC Holding (2,4 Billionen $), die französische Credit Agricole (2,2 Billionen $) und die britische Barclays (2,2 Billionen $). In den USA überlebten nach einer Kombination von Deregulierung und Fusionsmanie vier Megabanken, die die Finanzwelt beherrschen. Nach Berichten von Global Finance geht es dabei um die Bank of America (2,2 Billionen $), JP Morgan Chase (2 Billionen $), Citigroup (1,9 Billionen $) und Wells Fargo (1,25 Billionen $). Ich nenne sie die Vier apokalyptischen Reiter des US-Bankensystems.

Konsolidierung der amerikanischen Geldmacht

Die Fusion im September 2000, aus der die JP Morgan Chase hervorging, war der größte Zusammenschluss in einem Rausch von Bankenkonsolidierungen, der in den 90er-Jahren stattfand. Der Fusionswahn entstand durch eine massive Deregulierung in der Bankenwelt einschließlich der Aufhebung des Glass Steagal Act von 1933, der nach der Großen Depression verabschiedet wurde, um die Bankenmonopole zu zügeln, die den Börsenkrach von 1929 verursacht hatten und die Große Depression herbeiführten.

Im Juli 1929 gründete Goldman Sachs zwei Anlagenfonds mit den Namen Shenandoah und Blue Ridge. Im August und September priesen sie diese Fonds auf dem Markt an und verkauften Aktien im Wert von mehreren Hundert Millionen Dollar für 104 Dollar pro Aktie über die Goldman Sachs Trading Corporation. Goldman-Sachs-Insider sprangen vom Aktienmarkt ab. Im Herbst 1934 hatten die Fondsaktien noch einen Wert von 1,75 Dollar pro Aktie. Einer der Direktoren bei beiden Fonds, Shenandoah und Blue Ridge, war der Rechtsanwalt John Foster Dulles von der Kanzlei Sullivan & Cromwell.1

John Merrill, Gründer von Merrill Lynch stieg wie auch die Insider bei Lehman Brothers 1928 aus dem Aktienmarkt aus. Chase-Manhattan-Vorstand Alfred Wiggin hatte ebenfalls eine Vorahnung und bildete 1929 die Shermar Corporation, um den Aktienbestand seiner eigenen Gesellschaft zu verkleinern. Nach dem Crash von 1929 landete Citibank-Präsident Charles Mitchell wegen Steuerhinterziehung im Gefängnis.2

Im Februar 1995 kündigte Präsident Bill Clinton seine Pläne zur Aufhebung sowohl des Glass Steagal Act als auch des Bank Holding Company Act von 1956 an – beide Gesetze schlossen aus, dass Banken Versicherungsgesellschaften und andere Finanzinstitutionen besitzen dürfen. Am gleichen Tag ging die alte Opium- und Sklavenhändlerbank Barings bankrott, weil einer ihrer Händler in Singapur, Nicholas Gleason, Milliarden Dollar im derivativen Devisenhandel in den Sand gesetzt hatte.3

Die Warnung wurde nicht beachtet. 1991 bezahlte der amerikanische Steuerzahler über 500 Milliarden Dollar für die Ausplünderung der Sparkassen, weitere 70 Milliarden Dollar flossen in die Rettung der FDIC (dem staatlichen Einlagensicherungsfonds, der im Rahmen des Glas-Stegall-Gesetzes gegründet worden war), dann bezahlten sie die Rechnung für eine zweieinhalbjährige geheime Rettung der Citibank, die wegen der lateinamerikanischen Schuldenkrise vor dem Bankrott stand. Nachdem der amerikanische Steuerzahler die Schulden der Banken beglichen hatte und die Deregulierung der Banken eine beschlossene Sache war, setzte eine Flut von Bankenfusionen ein, wie sie die Welt noch nicht gesehen hatte.

Der stellvertretende Staatsekretär im Finanzministerium unter Reagan, George Gould, erklärte, dass eine Konzentration im Bankensektor auf fünf bis zehn Großbanken genau das sei, was die amerikanische Ökonomie brauche. Goulds Albtraumvision wurde Wirklichkeit.

1992 kaufte die Bank of America ihren größten Rivalen an der Westküste auf, die Security Pacific. Dann schluckte sie die geplünderte Continental Bank of Illinois für einen geringen Preis. Später beteiligte sich die Bank of America mit 34 Prozent an Black Rock (Barclays gehören 20 Prozent von Black Rock) und mit 11 Prozent an der China Construction Bank und wurde so zur zweitgrößten Bankenholding Amerikas mit Vermögenswerten von 214 Milliarden Dollar. Citibank kontrollierte 249 Milliarden Dollar.4

Seitdem haben beide Banken ihr Anlagevermögen auf jeweils zwei Billionen Dollar steigern können.

1993 schluckte die Chemical Bank Texas Commerce und wurde so zur drittgrößten Bankenholding mit Vermögenswerten von 170 Milliarden Dollar. Bereits 1990 war die Chemical Bank mit Manufactures Hanover Trust fusioniert.

North Carolina National Bank und C&S Sovran schlossen sich zur Nation's Bank zusammen, damals die viertgrößte Bankenholding mit 169 Milliarden Dollar in der Kriegskasse. Fleet Norstar kaufte die Bank of New England, während Norwest die United Banks of Colorado kaufte.

In dieser Zeit stiegen die Profite der amerikanischen Banken in ungeahnte Höhen und brachen in jedem Quartal neue Rekorde. Im Jahr 1995 wurden alle bisherigen Rekordzahlen für Bankenfusionen gebrochen. Insgesamt erreichten die Fusionen in jenem Jahr einen Umfang von 389 Milliarden Dollar.5

Die Großen Fünf der Investmentbanken, die gerade mit der Kontrolle der lateinamerikanischen Schuldenverhandlungen tonnenweise Geld gemacht hatten, gingen nun aufs Ganze und steuerten den Fusionswahn im industriellen Bereich und im Bankensektor in den 80er- und 90er-Jahren.

Nach Angaben von Standard & Poor‘s waren die führenden fünf Investmentbanken Merril Lynch, Goldman Sachs, Morgan Stanley Dean Witter, Salomon Smith Barney und Lehman Brothers. Eine Fusion, die 1995 nicht funktionierte, war der vorgeschlagene Zusammenschluss zwischen der größten Londoner Investmentbank S.G. Warburg und Morgan Stanley Dean Witter. Warburg wählte die Union Bank of Switzerland als ihren Partner und schuf so UBS Warburg als sechste Kraft im Investmentbanking.

Nach dem Fusionsrausch von 1995 verlagerten die Geldbanken der Finanzzentren ihre aggressiven

Geschäfte in den Nahen Osten und eröffneten Filialen in Tel Aviv, Beirut und Bahrain – wo die Fünfte US-Flotte ihre Basis hatte. Bankprivatisierungen in Ägypten, Marokko, Tunesien und Israel öffneten diesen Megabanken Tür und Tor. Chase und Citibank verliehen Geld an Royal Dutch Shell und Saudi Petrochemical, während JP Morgan das Qatargas Konsortium beriet, das von Exxon Mobile geführt wurde.6

 

Innerhalb der globalen Versicherungsindustrie kam es ebenfalls zu einer Fusionswelle. 1995 kaufte die Traveller's Group die Aetna-Versicherung, Warren Buffet's Berkshire Hathaway schluckte Geico, Zurich Insurance schluckte die Kemper Corporation, CNA Financial kaufte die Continental Companies und die General RE Corporation übernahm die Colonia Konzern AG.

Ende 1998 fusionierte der Koloss Citibank mit der Traveller's Group und wurde zur Citigroup, einem Moloch, der einen Wert von 700 Milliarden Dollar aufwies, 163.000 Angestellte in über hundert Ländern beschäftigte und zu dem die Firmen von Salomon Smith Barney (ein Joint Venture mit Morgan Stanley), Commercial Credit, Primerica Financial Services, Shearson Lehmann, Barclays America, Aetna und Security Pacific Financial gehörten.7

Im gleichen Jahr schnappte sich die Deutsche Bank, die bereits 1989 Morgan Grenfell London gekauft hatte, Bankers Trust und die amerikanische Investmentbank Alex Brown. Dieser Zukauf machte die Deutsche Bank zur größten Bank der Welt mit Vermögenswerten von 882 Milliarden Dollar. Im Januar 2002 legten die beiden japanischen Titanen Mitsubishi und Sumitomo ihre Operationen zusammen, um die Mitsubishi Sumitomo Bank zu gründen, die dann an der Deutschen Bank mit Vermögenswerten von 905 Milliarden Dollar vorbeizog.8

2004 wurde HSBC zur zweitgrößten Bank der Welt. Sechs Jahre später wurden alle drei Moloche sowohl von BNP als auch von der Royal Bank of Scotland verdrängt.

In den USA erreichte George Goulds Albtraum gerade rechtzeitig zum neuen Jahrtausend seinen Tiefpunkt, als Chase Manhattan die Chemical Bank schluckte. Bechtels Bank Wells Fargo kaufte die Norwest Bank, während die Bank of America die Nations Bank schluckte. Der Todesstoß kam, als die wiedervereinigte Morgan-Gruppe ankündigte, sich mit der Rockefeller Chase Manhattan/Chemical Bank/Manufactures Hanover-Gruppe zu vereinigen.

Vier Riesenbanken sind angetreten, den amerikanischen Finanzmarkt zu beherrschen. JP Morgan Chase und die Citigroup wurden die Könige des Kapitals an der Ostküste. Zusammen kontrollieren sie 52,86 Prozent der New York Federal Reserve Bank.9 Bank of America und Wells Fargo regieren an der Westküste.

In der Bankenkrise 2008 wurden diese Banken noch größer, sie erhielten fast eine Billion an Regierungsgeldern zu ihrer Rettung von Bushs Finanzminister und Goldman-Sachs-Alumni Henry Paulsen, während sie gleichzeitig stillschweigend notleidende Finanztitel für den Bruchteil ihres Wertes übernahmen.

Barclays übernahm Lehman Brothers, JP Morgan bekam die Washington Mutual und Bear Stearns. Die Bank of America übernahm Merril Lynch und Countrywide. Wells Fargo schluckte Amerikas fünftgrößte Bank Wachovia.

Die gleichen von den Acht Familien kontrollierten Banken, die seit Jahrzehnten ihre Vier apokalyptischen Reiter des Erdöls durch die Erdöl-Kleinststaaten am Persischen Golf galoppieren lassen, sind jetzt mächtiger als jemals zuvor in der Geschichte. Sie sind die Vier Reiter des amerikanischen Bankensystems.

 

 

Anmerkungen:

1. John Kenneth Galbraith, The Great Crash of 1929, Houghton, 1979, S. 148

2. Ebenda

3. Evening Edition, National Public Radio, 27.2.1995

4. »Bank of America will Purchase Chicago Bank«, in: The Register-Guard, Eugene, 29.1.1994

5. »Big-time Bankers Profit from M&A Fever«, in: Knight Rider News Service, 30.12.1995

6. Amy Dockser Marcus, »US Banks find New Opportunities in the Middle East«, in: Wall Street Journal, 12.10.1995

7: Daniel Kadelec, »Making a Money Machine«, in: Time, 20.4.1998, S. 44

8. BBC World News, 20.1.2002

9. Jim Marrs, Rule by Secrecy: The Hidden History that Connects the Trilateral Commission, the Freemasons and the Great Pyramids, New York,  2000, S. 74

 

 


 

 

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