Sunday, 19. May 2013
28.09.2009
 

Diese Banken verbrannten Milliarden!

Michael Grandt

Globale Finanzinstitute haben durch riskante Spekulationen so viel Geld verloren, wie noch niemals zuvor. Zeit also, Namen zu nennen.

Die globale Finanzkrise hat bei Banken bisher zu Belastungen von mehr als 900 Milliarden Dollar geführt, die bis 2010 sogar auf 2,5 Billionen Dollar steigen könnten. Folgend führe ich die Banken auf, die bisher am schlimmsten betroffen waren. Praktisch alle »Global Player« sind darunter.

 

Deutschland

 

  • Hypo Real Estate (HRE): Deutschlands wohl »kaputteste« Bank. Bisher sind knapp über 100 Mrd. Euro an staatlicher »Liquiditätshilfen« geflossen, so viel, dass die Bank als erstes Finanzinstitut in der Geschichte der Bundesrepublik sogar »zwangsverstaatlicht« wurde.
  • Commerzbank/Dresdner Bank: Die Dresdner Bank wurde zwischenzeitlich von der Commerzbank übernommen. Beide Banken gemeinsam kommen auf Belastungen von 20 Mrd. Dollar. Die Investment-Banking-Sparte wird massiv umgebaut, weswegen ein Stellenabbau von bis zu 1.500 Mitarbeitern geplant ist.
  • Deutsche Bank: Das Finanzinstitut verbuchte, aufgrund der Finanzkrise, Belastungen in Höhe von 18 Mrd. Dollar.
  • IKB: Die Belastungen der Düsseldorfer Bank belaufen sich inzwischen auf 14,7 Mrd. Dollar. Seit Herbst 2008 gehört die Mehrheit an der IKB dem Finanzinvestor Lone Star. Zehn Milliarden Euro steckten die vorherigen Haupteigentümer KfW, der Bund und die Bankenverbände als Rettungssumme in das Geldhaus.
  • BayernLB: Das Münchner Kreditinstitut hat Belastungen von umgerechnet 9,1 Mrd. Dollar.

 

 

USA

 

  • Citigroup: Die einst größte Bank der Welt führt Belastungen von 104,4 Mrd. Dollar mit sich. Nur Staatshilfen in Höhe von 45 Mrd. Dollar rettete die Citigroup vor der Pleite.
  • Wachovia: Die Bank hat Belastungen von 77,4 Mrd. Dollar und wurde im Januar 2009 von der US-Großbank Wells Fargo einverleibt.
  • Merrill Lynch: Auch diese Bank mit 63,7 Mrd. Dollar Belastungen konnte sich nicht mehr selbstständig retten und wurde bereits im Dezember 2008 von der Bank of America übernommen.
  • Bank of America: Der einstige Branchenprimus führte durch die Finanzkrise Belastungen in Höhe von 48,2 Mrd. Dollar auf.
  • Washington Mutual musste bisher Belastungen in Höhe von 41,8 Mrd. Dollar hinnehmen, Tausende von Mitarbeiter verloren ihre Stellen.
  • Fannie Mae: Die »große Schwester« von Freddie Mac hat Belastungen von 38,8 Mrd. Dollar. Letztes Jahr erwirtschaftete  der US-Hypothekenfinanzierer einen Rekordverlust von 50 Mrd. Dollar und erhielt 45 Mrd. Dollar Staatshilfe.
  • Freddie Mac: Der zweitgrößte US-Hypothekenfinanzierer hat Belastungen von 36,7 Mrd. Dollar. Zuletzt musste die US-Regierung im Mai 6,1 Mrd. Dollar nachschieben. Die Hilfen summieren sich damit bisher auf mehr als 50 Mrd. Dollar.
  • Lehman Brothers: Die Investmentbank mit Belastungen von 26,5 Mrd. Dollar ging am 15. September 2008 pleite. Zum Schluss hatte man 630 Mrd. Dollar Schulden, die US-Regierung rettete diese Bank nicht und es kam zum Ausbruch der Weltwirtschaftskrise.
  • Morgan Stanley: Die Bank wurde bisher durch die Finanzkrise mit 21,2 Mrd. Dollar belastet.
  • Wells Fargo: Mit Belastungen in Höhe von 12,7 Mrd. Dollar kam die Bank noch recht glimpflich davon.
  • National City: Die Finanzkrise belastete die Bank mit 14 Mrd. Dollar.

 

 

Großbritannien

 

  • HSBC: Sie ist die größte Bank Europas. Ihre Belastungen liegen bei 54,4 Mrd. Dollar.
  • Lloyds Bank: Die britische Regierung hält einen Anteil von 43 Prozent an der Bank, deren Belastungen sich auf 35,7 Mrd. Dollar belaufen. Innerhalb eines Jahres hatte sie 75 Prozent ihres Börsenwertes verloren.
  • Barclays: Trotz Belastungen in Höhe von 30,7 Mrd. Dollar übernahm die Bank große Teile des US-Geschäfts der kollabierten Investmentbank Lehman Brothers.

 

Schottland

 

  • Royal Bank of Scotland (RBS): Ein stolzes Institut mit großer Tradition, das Belastungen von 38,5 Mrd. Euro aufweist. 70 Prozent der Aktien gehören inzwischen dem Staat.

 

Spanien

 

  • Banco Santander: Die spanische Großbank wurde mit 16,2 Mrd. Dollar belastet.
  • Banco Bilbao Vizcaya Argentaria (BBVA): Der spanische Riese, die zweitgrößte Bank im Land, wurde bisher mit 8,1 Mrd. Dollar belastet.

 

Frankreich

 

  • BNP Paribas: Die größte Bank Frankreichs hat Belastungen von 12,9 Mrd. Dollar.
  • Crédit Agricole: Mit Belastungen von 8,6 Mrd. Dollar kam die Großbank gerade noch so davon.
  • Société Générale: Laut eigenen Angaben wurde die Bank bisher mit 6,9 Mrd. Dollar belastet.

 

Italien

 

  • Intesa Sanpaolo: Das italienische Institut musste bisher Belastungen in Höhe von 7,1 Mrd. Dollar verkraften.

 

Niederlande

 

  • ING: Die Bank wurde durch die Finanzkrise milliardenschwer belastet, genaue Zahlen gibt es derzeit noch nicht. Vor Kurzem gab ING bekannt, das niederländische Versicherungsgeschäft umbauen zu wollen. Dafür werden in den kommenden drei Jahren 800 Stellen gestrichen.

 

Schweiz

 

  • UBS: Die Schweizer Großbank hat sich mit riskanten Wetten im Investment-Banking ebenfalls übernommen und wurde mit Belastungen in Höhe von 54,2 Mrd. Dollar bestraft.
  • Credit Suisse: Die Bank kam besser durch die Krise als ihr Konkurrent UBS, weist aber trotzdem Belastungen in Höhe von 16,9 Mrd. Dollar auf.

 

 

__________

Quelle:

Handelsblatt (Die Zahlen basieren auf der Summe aus Abschreibungen, Risikovorsorge und Handelsverlusten.)

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