Saturday, 27. August 2016
22.01.2015
 
 

Achtung Moody’s, wir kommen!

F. William Engdahl

In den letzten 25 Jahren der so genannten wirtschaftlichen Globalisierung gehörten die drei großen »global agierenden« Ratingagenturen, die die Kreditwürdigkeit von Regierungen und Unternehmen weltweit einstuften, zu den schärfsten Waffen im Wirtschaftskriegs-Arsenal der Wall Street. Diese Agenturen bewerten Länder und Privatunternehmen. Aber jetzt erwächst dem Monopol von Moody’s, Standard & Poor‘s und Fitch eine echte Konkurrenz. Nicht von der EU, wo es längst überfällig wäre, sondern von Russland und China – wie so viele beherzte und herausfordernde Initiativen in jüngster Zeit.

 

Trotz wiederholter Finanzkrisen, bei denen sie entweder versagten oder eindeutig politisch voreingenommen bewerteten, besitzen die Ratingagenturen Moody’s, Standard & Poor‘s und Fitch de facto ein weltweites Monopol. Die »Großen Drei«, wie sie genannt werden, haben 98 Prozent aller Kreditratings in den USA und 95 Prozent weltweit abgegeben. So etwas nennt man Einfluss.i

 

Das System, das die wichtigsten Wall-Street-Banken nach 1945 entwickelten, um New York zum Weltfinanzzentrum und den Dollar zu dessen Reservewährung zu machen, wies mehrere gut durchdachte Facetten auf. Nach 1945 hielt die US Federal Reserve etwa 70 Prozent des Währungsgoldes der Welt, der Dollar war damals »so gut wie Gold«. Die europäischen Länder versuchten, so viele Dollars wie möglich zusammenzukratzen, um amerikanische Maschinen und Güter für den Wiederaufbau zu kaufen. Der Marshallplan wurde ausdrücklich so gestaltet, dass amerikanische Steuergelder für Kredite an die wiederaufstrebenden Volkswirtschaften Europas vergeben wurden. Von 1948 bis 1951 waren dies fast zwölf Milliarden Dollar für den Kauf lebenswichtiger Güter wie amerikanischem Weizen und Rockefellers amerikanischem Erdöl oder auch Werkzeugmaschinen für den Wiederaufbau von Fabriken und Wohnungen. Amerika war damals noch Weltmarktführer beim Werkzeugmaschinenbau.

 

Seit seiner Gründung im Vertrag von Bretton Woods 1944 stand das Dollar-System, das ich ausführlich in meinem Buch Der Untergang des Dollar-Imperiums beschreibe, im Zentrum der Macht des Money Trust (wie er einst zutreffend genannt wurde) an der Wall Street und der amerikanischen Oligarchen.

 

Dasselbe Dollar-System steht jetzt vor einer existenziellen Krise, und die Macht derselben Oligarchen, ihren Einfluss durch Kriege auf der ganzen Welt zu stärken – Kriege, die mit den Ersparnissen anderer Länder wie Deutschland, Japan, China oder Russland finanziert wurden –, ist bedroht wie nie zuvor. Um das eigene Überleben zu sichern, verhängen sie finanzielle Sanktionen und führen Krieg gegen Länder wie Syrien, den Iran, Russland – Währungskriege und jetzt de facto einen »Rating-Krieg«.

 

Nach der Niederlage Deutschlands und der Achsenmächte 1945 bauten die Familien, die die Banken an der Wall Street und in Lower Manhattan – Chase Bank, Citibank, Morgan Stanley, Lehman Brothers, Merrill Lynch – unter ihrer Kontrolle hatten, ein Imperium auf, dessen Regeln, die sie einer geschlagenen Welt, einschließlich eines bankrotten Großbritannien, auferlegten, auf der weltweiten Vorherrschaft des US-Dollars basierten.

1945 war es einfach, ein unterlegenes Europa für die Zustimmung zum Golddevisenstandard von Bretton Woods zu gewinnen. Danach waren alle Währungen an den Dollar gebunden, und allein der Dollar mit 35 Dollar für die Feinunze an das Gold gekoppelt. So blieb es, bis das System im August 1971 zusammenbrach und Nixon die Dollar-Gold-Konvertibilität aufhob. Aber da boomte Europa bereits mit seiner modernen wiederaufgebauten Industrie und die USA wurden zum Rostgürtel. Frankreich und Deutschland verlangten US-Barrengold statt inflationierter Dollars, die amerikanischen Goldreserven schwanden dahin.

 

Nach 1971 überschwemmte der Dollar die Welt, jetzt ungehindert von Goldreserve-Anforderungen, und im Kalten Krieg waren Japan, Westeuropa und andere, auch die OPEC, angesichts der militärischen Macht der USA gezwungen, ständig weiter entwertete Dollars zu akzeptieren.

 

Von 1970 bis 2000 war das Dollar-Volumen weltweit um rund 2900 Prozent gewachsen. Da der Dollar weltweit die »Reservewährung« war, die für den Handel mit Erdöl, Waren oder Getreide gebraucht wurde, blieb der Welt ab 1971 nichts anderes übrig, als eine Mammut-Inflation hinzunehmen.

 

Ein korruptes Rating-Monopol

 

Die etablierten New Yorker Kreditagenturen spielten in diesem Post-1971-Dollar-System eine strategisch wichtige Rolle. In den 1970er Jahren erließ die amerikanische staatliche Börsenaufsicht Securities & Exchange Commission, die die Aufsicht über den Anleihe- und Aktienmarkt führte, eine Verordnung, die den damals dominierenden New Yorker Kreditranking-Agenturen – Moody’s, Standard & Poor‘s (und später Fitch Ratings) – ein de facto garantiertes Monopol auf einem nicht regulierten Markt verschaffte. Sie entschied, nur »im Lande anerkannte statistische Rating-Organisationen«, das heißt nur Moody’s und S&P, seien qualifiziert, Ratings abzugeben. Dadurch wurde Korruption zu einer wahren Epidemie im US-Rating und Washington war die eine Seite dieses schmutzigen Deals.

 

Mit den enormen Mengen an OPEC-»Petrodollars« aus den beiden Ölpreisschocks von 1973 und 1979 begannen New Yorker internationale Banken über London Kredite an alle Länder der Welt für den Import von Öl und anderen lebenswichtigen Gütern zu vergeben. Die New Yorker Kreditrating-Agenturen, die zuvor hauptsächlich Aktien US-amerikanischer Konzerne bewertet hatten, weiteten ihre Tätigkeit zunächst auf den großen neuen Markt für Auslandsschulden aus, Ratingagenturen wurden erst in der neuen Phase der Dollarisierung und Globalisierung der Kapitalmärkte eingerichtet. Ableger entstanden in Deutschland, Frankreich, Japan, Mexiko, Argentinien und anderen Schwellenmärkten, ganz ähnlich den großen fünf US-Wirtschaftsprüfergesellschaften.

 

In den 1980er Jahren spielten die Ratingagenturen eine wichtige Rolle, als sie die Staatspapiere der lateinamerikanischen Schuldnerländer wie Mexiko und Argentinien herunterstuften. Von ihren Ratings hing es ab, ob die Schuldnerländer Kredite erhielten oder nicht. Finanzmarkt-Insider in London und New York sprachen offen von »politischen« Ratingagenturen, die ihr De-facto-Monopol nutzten, um die Pläne der Wall Street voranzubringen.

 

In den 1990er Jahren waren die New Yorker Ratingagenturen dann maßgeblich an der Ausweitung der »Asienkrise« von 1997 bis 1998 beteiligt. Mit dem präzisen Timing ihrer Herabstufungen konnten sie die Panik verstärken, nachdem sie sich bis zu den ersten Anzeichen der Krise verdächtig ruhig verhalten hatten. Das Ergebnis war, dass die damaligen asiatischen »Tiger«-Staaten Thailand, Südkorea und Indonesien erstmals gezwungen waren, sich den Bedingungen des IWF zu unterwerfen. Das Endresultat war ein massiver Kapitalexport aus Asien in US-Dollar-Anleihen, der den »Clinton«-Wohlstand schuf. Vor der Asienkrise 1997/98 waren Dollars für Investitionen in die Wirtschaft der Tigerstaaten geflossen. Danach wanderten nach Einschätzung der Internationalen Bank für Zahlungsausgleich etwa 200 Milliarden Dollar pro Jahr in die umgekehrte Richtung, das heißt, in US-Staatsanleihen. Die Zinsen wurden nach unten gedrückt und die Internet-Aktienblase aufgeblasen.

 

Seltsamerweise waren die Ratingagenturen blind, wenn es um den eigenen Hinterhof ging, beispielsweise im Jahr 2001 um das Rating des texanischen Energiekonzerns Enron, dem größten US-Firmenbankrott in der Nachkriegsgeschichte. Dasselbe Verhalten legten Moody’s und Freunde in den ersten sieben Jahren des neuen Jahrhunderts mit ihrer Bewertung der »Subprime«-Immobilienanleihen – der so genannten hypothekenbesicherten Wertpapiere – an den Tag. Als die Panik im März 2007 ausbrach, vergaben sie noch die höchste AAA-Bewertung. Und das, obwohl die Anzeichen der Krise überall sichtbar waren. Es war ein unverhohlener Interessenkonflikt, da die Hypotheken vergebenden Finanzinstitute an der Wall Street gemäß dem seltsamen Rating-Regelwerk die Agenturen dafür bezahlten, sie zu bewerten. Die Ratingagenturen strichen neue, unerwartete Gewinne ein, indem sie die forderungsbesicherten Wertpapiere bewerteten und kein Interesse daran hatten, »den Punschtopf wegzunehmen, wenn es auf der Party langsam heiß wurde«. Gleiches galt für Alan Greenspan bei der Federal Reserve.


Erstaunlicherweise sind die großen drei US-Kreditrating-Agenturen bis heute praktisch nicht reguliert. Sie brauchen nicht zu befürchten, für ihre Ratings zur Rechenschaft gezogen zu werden, auch wenn diese politisch voreingenommen sind, denn der Oberste Gerichtshof der USA hat entschieden, Ratings seien nur Ausdruck der fundierten Meinung der Agenturen, die durch das vom Ersten Verfassungszusatz garantierte »Recht der freien Meinungsäußerung« geschützt sei. Erst 2006 gab es mit dem Credit Rating Agencies Reform Act ein Scheingesetz. Es wurde vom Kongress verabschiedet, wirkte aber in keiner Weise abschreckend auf die Ratingagenturen. Die Reform war rein kosmetischer Natur, den Wählern sollte der Eindruck vermittelt werden, der von der Wall Street kontrollierte Kongress unternehme etwas, um eine Wiederholung der Krise zu verhindern.

 

Als EU-Regierungen während der Griechenlandkrise gerade dabei waren, eine Vereinbarung zur Stabilisierung der griechischen Staatsschulden unter Dach und Fach zu bringen, stufte Standard & Poor‘s diese im April 2010 plötzlich auf drei Stufen über »Ramsch« herab. Die meisten Rentenfonds waren gezwungen, die Anleihen zu liquidieren, sodass die Zinsen in Griechenland um mehr als zehn Prozent in die Höhe gingen. Dieses Rating schuf die Euro-Krise. Und es rettete den abstürzenden Dollar, das Herzstück des Systems von Wall Street, US-Finanzministerium und Dollar-Reservesystem.

 

Der Plan einer EU-Ratingagentur scheitert

 

Das unverhohlen politische Timing dieser Herabstufung Griechenlands im April 2010 durch S&P überzeugte viele Regierungen in der EU von der dringenden Notwendigkeit einer wirklich unabhängigen europäischen Ratingagentur. Dass die EU unfähig war, sieben Jahre nach Ausbruch der Finanzkrise von 2007/2008 in dieser Frage aktiv zu werden, will schon etwas sagen. Die EU hat nichts getan, ihre eigenen souveränen Interessen durch die Gründung einer unabhängigen Kreditrating-Agentur zu verteidigen.

 

Im April 2012 scheiterte der Versuch, eine europäische Kreditrating-Behörde zu schaffen, die anders als das amerikanische Vorbild nicht durch die bewerteten Regierungen oder Unternehmen finanziert würde. Es scheiterte an mangelnder Unterstützung und am subtilen Druck aus Washington, wie gut informierte Quellen berichten. Washington und die Wall Street geben solche strategisch wichtigen Monopole nicht leicht auf.

 

Die Bewerter drohen Russland

 

Jetzt versuchen die USA, die Ratingagenturen einzusetzen, um Russland in den Abgrund des Staatsbankrotts zu treiben.

 

Am 23. Dezember 2014, einen Tag vor Weihnachten, als die meisten Menschen auf der Welt den Weihnachtsbaum schmückten oder Geschenke kauften, meldete Standard & Poor‘s – dieselbe Ratingagentur, die im April 2010 die Griechenlandkrise ausgelöst hatte –, es bestehe die »mindestens 50-prozentige Möglichkeit«, dass Russland innerhalb der nächsten 90 Tage auf »Ramsch« herabgestuft werde. S&P werde sein Rating Ende Januar veröffentlichen. Am 12. Januar schloss sich Fitch, die kleinste der Großen Drei, mit einer Bewertung von nur einem Punkt über Ramsch S&P an. Moody’s Investor Service stufte Russland eine Stufe höher ein als S&P und Fitch. Im April, als Washingtons Finanzkrieg gegen Russland begann, senkte S&P die Bewertung der russischen Staatsschulden um eine Stufe auf BBB-. Kurz: Das New Yorker Rating-Kartell hält ein Damoklesschwert über Russland.

 

Eine Ramsch-Bewertung würde die meisten internationalen Rentenfonds und Investmenthäuser zwingen, russische Staatsanleihen abzustoßen, wie schon einmal in der Rubel-Krise 1998, bei der George Soros, der US-Hedgefonds-Milliardär, eine besonders negative Rolle spielte und angeblich ein Riesengeschäft machte.

 

Bezeichnenderweise tönt derselbe Soros heute von den Dächern und schreibt in Kommentaren in den großen Finanzmedien, die EU, die USA und andere Regierungen müssten schleunigst der Ukraine zu Hilfe eilen. Sie dürften keinen Staatsbankrott zulassen, der private ukrainische Aktionäre treffen würde. Soros rührt auch die Trommel für einen Krieg gegen Putins Russland.

 

Marktgerüchten zufolge hat Soros opportunistisch in großem Stil billige ukrainische Anleihen aufgekauft, voller Zuversicht, die EU werde zu Hilfe kommen. Das ist nicht geschehen. Jetzt zeigt der alte Fuchs Anzeichen von Panik. Am 13. Januar reiste er nach Kiew zu einem Treffen mit Präsident Petro Poroschenko, ebenfalls Milliardär. In Kiew erklärte Soros: »Die Ukraine kämpft darum, nicht nur sich selbst, sondern auch Europa (sic!) zu schützen. Also sollte Europa der Ukraine bei der Umsetzung von Reformen helfen, die das Land braucht.«

 

EU-Kommissionspräsident Juncker löste Soros’ Panik aus, als er am 17. Dezember ankündigte, dass zumindest in den nächsten zwei Jahren kein neues Geld kommen werde, um der Ukraine aus der Patsche zu helfen. Die EU habe Wichtigeres zu tun. So viel zu den rosigen Versprechungen der EU vom Februar 2014, als sie milliardenschwere Finanzhilfen für das Putschregime ankündigte, das sie und Washington in Kiew mit dem hohlen Versprechen einer assoziierten EU-Mitgliedschaft etablierten.

 

Russland und China handeln

 

Anders als die politisch impotente EU ist Russland heute nicht mehr das Russland der korrupten Jelzin-Ära vom Ende der 1990er Jahre. Wladimir Putin und Chinas Staatspräsident Xi haben sich auf die Einrichtung einer eigenen internationalen Kreditrating-Agentur geeinigt, die in diesem Jahr ihre Tätigkeit aufnehmen soll.

 

Die Universal Credit Rating Group (UCRG) plane, 2015 offiziell mit unabhängigen Ratings zu beginnen, um Moody’s, S&Ps und Fitchs Rating-Monopol herauszufordern, wie Aleksander Owtschinnikow, Direktor von RusRating, mitteilt.

 

Die neue Agentur wird ihren Geschäftssitz in Hongkong haben. Interessanterweise gibt es neben Russland und China noch einen dritten gleichberechtigten Partner in der UCRG. Zusätzlich zu Chinas Dragon Credit Rating Agency und Russlands RusRating ist die in den USA ansässige unabhängige Firma Egan-Jones Ratings Partner in der neuen UCRG. Jedes Mitglied hält gleiche Anteile in dem Unternehmen, die Startinvestition beträgt neun Millionen Dollar. Somit bilden drei bereits gut etablierte unabhängige nationale Ratingagenturen das neue Unternehmen UCRG. Für das Monopol der New Yorker Großen Drei bedeutet es eine ernste Herausforderung.

 

Die Egan-Jones Ratings Company, auch bekannt als EJR, wurde 1995 gegründet und ist ein sehr interessanter Partner für Russlands und Chinas Ratingstellen. Es ist ungewöhnlich, dass eine national anerkannte statistische Ratingorganisation (NRSRO) vollständig von Investoren getragen wird und nicht kundenfinanziert ist; der bei den Großen Drei bestehende Interessenkonflikt ist damit ausgeschaltet. Am 5. April 2012 stufte Egan-Jones als erste Ratingagentur das Kreditranking der USA herunter. Außerdem war Egan-Jones auch die erste Agentur, die WorldCom und Enron herabstufte.

 

Die UCRG wurde offiziell im Juni 2013 gegründet, seither wurde die Geschäftsstruktur aufgebaut. Owtschinnikow setzte noch hinzu: »Als das Thema der Schaffung einer Alternative zu den ›Großen Drei‹ aufgebracht wurde, haben wir ein Projekt angeboten, das startklar war und von den Regierungen Russlands und Chinas unterstützt wurde.« Er verwies ausdrücklich auf die Parteilichkeit der großen drei US-Agenturen, die gegenüber Kunden aus den USA und der EU übermäßig »generös« aufträten, während sie sich gegenüber Entwicklungs- oder Schwellenländern wie den BRICS – Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika – äußerst voreingenommen zeigten.

 

Mit einer neuen unabhängigen Kreditrating-Agentur, einer 100 Milliarden Dollar schweren BRICS-Infrastrukturbank und dem Einsatz strategisch wichtiger Landeswährungen entwickeln Russland und China Schritt für Schritt die Architektur für eine echte Alternative zum destruktiv-neokolonialistischen IWF, zur Weltbank und zur Tyrannei des Wall-Street-Dollar-Systems. Das Jahr 2015 wird tatsächlich interessant. Der arme Mr. Soros könnte gezwungen sein, sich einen neuen Job zu suchen.

 


Anmerkung

 

i Christopher Alessi, The Credit Rating Controversy Campaign 2012, Council on Foreign Relations: »Die drei großen Ratingagenturen halten einen kollektiven Marktanteil von rund 95 Prozent. Ihr Sonderstatus ist gesetzlich zementiert – zunächst nur in den Vereinigten Staaten, später auch in Europa, erklärt eine Analyse der Deutschen Welle.«

 

 

 

 

.

Leser-Kommentare (17) zu diesem Artikel

24.01.2015 | 09:43

Elisa

@ thomas414"Der Dollar wird über den amerikanischen Militärhaushalt "abgesichert"." Das habe ich in letzter Zeit schon mehrere Male gelesen und will mir einfach nicht in den Kopf gehen. Wie ist denn das gemeint?Waffen sind die teuersten Produkte überhaupt. Wer sie in Auftrag gibt, muss sie bezahlen. Mit welchem Geld bezahlt der US-Staat diese Waffen - ganze 584 Milliarden Dollar für 2015 - in den 13 Jahren seit 9/11 sage und schreibe 1´600 Milliarden...

@ thomas414

"Der Dollar wird über den amerikanischen Militärhaushalt "abgesichert"."
Das habe ich in letzter Zeit schon mehrere Male gelesen und will mir einfach nicht in den Kopf gehen. Wie ist denn das gemeint?

Waffen sind die teuersten Produkte überhaupt. Wer sie in Auftrag gibt, muss sie bezahlen. Mit welchem Geld bezahlt der US-Staat diese Waffen - ganze 584 Milliarden Dollar für 2015 - in den 13 Jahren seit 9/11 sage und schreibe 1´600 Milliarden Dollar, das sind gem. Pressemeldung 14 Millionen Dollar pro Stunde!!! Gleichzeitig sind die USA de facto pleite und produzieren vor allem weiter Schulden und immer mehr Arbeitslose, denen teilweise gar der Zugang zu den Suppenküchen (bereits um 1 Mio. Menschen) verwehrt wird.

Es macht doch ganz den Anschein, dass das "US-Rettungspaket" nicht mehr über QE läuft, sondern über die Militärausgaben, was unausweichlich zu einer weiteren markanten Zunahme der Staatsverschuldung führt, die allerdings zu einem erheblichen Teil von Ausländern finanziert werden muss. Und zwar über die Währung $, die in der letzten Zeit merklich anstieg, obwohl der $ gemäss zunehmender US-Verschuldung (gegen 20 Bio. $) eine Schrottwährung ist. Die dahinterstehenden Wirtschafts- und Währungs-Manipulationen haben ihren sichtbaren Zweck. Die US-Oberclique will sich weiterhin ihrer jährlichen Millionen-Einnahmen erfreuen, während die Schuldentürme – die teuren Waffen und Kriege müssen ja bezahlt werden – dem US-Staatshaushalt und den dummen Investoren (über $-Devisenreserven und $-Staatsanleihen) angelastet werden.

Warum also soll der $ über die US-Militärausgaben gesichert sein? Wo ist hier die Sicherung?

Durch die von Ausländern erworbenen faulen US-Staatsanleihen? Durch die $-Devisenreserven des Auslands? Die Chinesen gehen rund um den Globus munter shoppen mit ihren US-Dollarreserven solange das noch geht, oder sie kaufen dafür Gold ein. Ansonsten sind deren $-Reserven die wirksamste Waffe gegen die US-Erpressermethoden. Die Russen decken sich ebenfalls so gut es geht mit Gold ein. Und die dicken Fische wie China, Russland und die übrigen Brics-Staaten sowie neuerdings auch Indien, Iran und eurasischen Länder machen sich zunehmend bereit, sich vom Dollar gänzlich zu verabschieden, sprich wollen nicht mehr für die US-Kriege und die US-Oberclique bezahlen.

Nochmals: Warum also soll der $ über die US-Militärausgaben gesichert sein?


23.01.2015 | 16:59

GLADIO

Nationen sind gegeneinander verschuldet, aber letztendlich wem gegnüber eigentlich? >>> Haben wir wirklich über unsere Verhältnisse gelebt und hinterlassen zukünftigen Generationen Schulden? Oder haben wir alle nur Schulden bei uns selbst, bezahlen deshalb Zinsen an uns selbst und kassieren dafür Steuern von uns selbst? Für 92 % der Deutschen ist ein Abbau der Staatsverschuldung die wichtigste politische Aufgabe, ergab eine Umfrage der ARD im September 2013. Aktuell liegt die...

Nationen sind gegeneinander verschuldet, aber letztendlich wem gegnüber eigentlich? >>> Haben wir wirklich über unsere Verhältnisse gelebt und hinterlassen zukünftigen Generationen Schulden? Oder haben wir alle nur Schulden bei uns selbst, bezahlen deshalb Zinsen an uns selbst und kassieren dafür Steuern von uns selbst? Für 92 % der Deutschen ist ein Abbau der Staatsverschuldung die wichtigste politische Aufgabe, ergab eine Umfrage der ARD im September 2013. Aktuell liegt die Staatsverschuldung in Deutschland bei rund 2,1 Billionen Euro. Nur in den USA (mit umgerechnet rund 12,4 Billionen Euro) und in Japan (mit umgerechnet rund 8,1 Billionen Euro) ist die Staatsverschuldung noch höher. Zusammen verursachen die USA, Japan und Deutschland rund zwei Drittel der „Weltverschuldung“, also der Summe aller Staatsschulden der Erde. Diese liegt aktuell bei umgerechnet rund 36 Billionen Euro. Lösungen zum Schuldenabbau sind anscheinend gesucht. In Medien und Politik heißt es immer wieder: „Wir haben über unsere Verhältnisse gelebt. Wir müssen den Gürtel enger schnallen! Wir dürfen zukünftigen Generationen nicht noch mehr Schulden hinterlassen!“ Bisher hat allerdings noch kein Finanzminister öffentlich die Frage beantwortet, bei wem die nächste Generation dann eigentlich verschuldet sein soll. Dabei sei zunächst erwähnt, dass es sich bei den ausgewiesenen Staatsschulden nur um Geldschulden handelt. Echte Schulden unserer Generation, die zum Beispiel durch radioaktiven Müll in ehemaligen Endlagern an nachfolgende Generationen übergeben werden, sind dabei nicht eingerechnet. Während die Volksvertreter bei uns und auf der ganzen Welt uns allen einreden, wir hätten Schulden, drängt sich eine Frage auf. Bei wem sollen wir – also wir alle – Schulden haben? Als Gläubiger bliebe ja nur jemand übrig, der nicht zu uns gehört. Da unbestritten weder andere Generationen noch Außerirdische jemals mit Geldforderungen an uns herangetreten sind, muss das „Wir“ genauer betrachtet werden. Dabei ist leicht zu erkennen, dass zwar einerseits die Staaten immer tiefer verschuldet werden, auf der anderen Seite aber die privaten Vermögen immer weiter anwachsen. Dies geschieht jedoch nicht gleichmäßig, denn in Deutschland zum Beispiel konzentrieren sich 60 % des Vermögens bei nur 10 % der Einwohner. Die Aussage, wir seien verschuldet, ergibt also ebensowenig Sinn wie die Aussage, ein Dorf sei verschuldet, weil sich z.B. der Bäcker vom Goldschmied eine Münze geliehen hat. Hier weiter >>> http://www.wissensmanufaktur.net/staatsentschuldung >>> viele Grüße


22.01.2015 | 23:11

Thomas F.Ratzmann

Ratings-Agenturen sollten neutral , objektiv sein. Dass es die amerikanischen Agenturen nicht sind , ist allen klar. Da die chinesische Wäöhrung in den nächsten 15 Jahren den Dollar ablösen wird, ist es nur logisch auch flankierend Alternativen zur Weltbank und zum IWF aufzubauen, auch Ratingagenturen gehören dazu. Um die Logik komplett zu machen , schlage ich den "ASIO" als Währungseinheit vor Er wäre das Gegenstück zum Euro. Teilnehmerländer können China, Russland ,...

Ratings-Agenturen sollten neutral , objektiv sein. Dass es die amerikanischen Agenturen nicht sind , ist allen klar. Da die chinesische Wäöhrung in den nächsten 15 Jahren den Dollar ablösen wird, ist es nur logisch auch flankierend Alternativen zur Weltbank und zum IWF aufzubauen, auch Ratingagenturen gehören dazu. Um die Logik komplett zu machen , schlage ich den "ASIO" als Währungseinheit vor Er wäre das Gegenstück zum Euro. Teilnehmerländer können China, Russland , die Tigerstaaten , Kasachstan sein ( als Kernländer ).Eine Asiatische Zentralbank mit Sitz in Peking ( AZB ) gehört auch dazu . Also ran , liebe Asiaten , macht was draus. Um den Start der neuen Währung glanzvoll zu gestalten , müßten natürlich die gewaltigen Dollarreserven auf den Markt geworfen werden , die in den Nationalbanken Chinas und Japans ihrer Entwertung engegenfiebern. Da hätte ich noch einige ökonomische Ideen, So ähnlich wird es kommen . Ich habe nur historisch etwas vorgegriffen


22.01.2015 | 11:57

will_winzig

Meine Ansicht war schon 2011, Deutschland (als größter (Nettokapitalexporteur) sollte eine eigne Ratingagentur gründen, und den anderen Eu-Staaten eine Beitrittsmöglichkeit einräumen. Anschließend sollte Deutschland sich mit Russland und China über die gegenseitige Anerkennung der Ratings verständigen. Damit hätte man erstens die USA dazu bringen können diese Ratings anzuerkennen, und zweitens wäre man nicht mehr auf die USA Ratingagenturen angewiesen gewesen. Ich habe es nie...

Meine Ansicht war schon 2011, Deutschland (als größter (Nettokapitalexporteur) sollte eine eigne Ratingagentur gründen, und den anderen Eu-Staaten eine Beitrittsmöglichkeit einräumen. Anschließend sollte Deutschland sich mit Russland und China über die gegenseitige Anerkennung der Ratings verständigen. Damit hätte man erstens die USA dazu bringen können diese Ratings anzuerkennen, und zweitens wäre man nicht mehr auf die USA Ratingagenturen angewiesen gewesen. Ich habe es nie verstanden warum die EZB laut ihren Statut nur Anleihen kaufen darf die mit AAA von den drei in den USA beheimateten Ratingagentur bewertet werden. Es war doch schon vorher klar dass diese Ratingagenturen von der Wall-Street bzw. der CIA gelenkt werden. Man hätte sich doch nur an die Schuldenkriese der Latein-amerikanischen Ländern in den 80iger und 90iger Jahren des letzten Jahrhunderts erinnern müssen


22.01.2015 | 10:45

thomas414

Ich schließe mich Elisa an: Ein sehr informativer Artikel. Was man allerdings nicht vergessen darf: Der Dollar wird über den amerikanischen Militärhaushalt "abgesichert". Dies mit eingerechnet bilden die "Großen Drei" die Machtverhältnisse dann doch ab.


22.01.2015 | 10:05

Bernard

Rating Russland ... bei einer Verschuldung von etwa 20% (Japan kommt bald bei 300% an) braucht Russland nur bei einigen Chinesen nachfragen, dort wird ohne zu betteln der Weg frei gemacht. Daher sehe ich das Thema total gelassen und ich springe nicht auf jeden Mainstreamzug der Lügenpresse. Wir werden uns bald ohnehin wundern, so ab 2020, was Russland und China im Zusammenwirken mit ihren Welt- Netzwerk machen werden.

Ergänzende Beiträge zu diesem Thema

Donnerstag ist D-Day: Die Sorgen-Kurve der EZB

Redaktion

Wird die Europäische Zentralbank (EZB) auf ihrer viel beachteten Sitzung am Donnerstag die sogenannte »Bazooka« zücken und die Anleihekäufe stark ausdehnen? An den Finanzmärkten wird geradezu darauf gewettet.  mehr …

Wider die Goldlüge – Wider die Allmacht der Zentralbanken

Thorsten Schulte

Was lehrt uns der überraschende Schritt der Schweizer Notenbank, den Mindestkurs von 1,20 Schweizer Franken für einen Euro aufzuheben? Traue keinem Banker und schon gar keinem Zentralbanker! Thomas Jordan, Präsident der Schweizerischen Nationalbank, sagte noch am 6. Januar 2015 im Schweizer Fernsehen SRF, negative Zinsen funktionierten in der  mehr …

James Rickards: Die Geld Apokalypse

Markus Gärtner

Die Propaganda-Abteilungen der Investmentbanken loben die Börsen gerne dafür, dass sie sich seit der Finanzkrise herzlich wenig von äußeren Einflüssen ablenken ließen. Selbst die bekannten Konflikte im Nahen Osten, der Vormarsch des »Islamischen Staates« und die Angst vor einer Ebola-Pandemie konnten die führenden Aktienindizes nicht nachhaltig  mehr …

Wer diesen Artikel gelesen hat, hat sich auch für diese Beiträge interessiert:

Eine Ernährung mit viel gesunden Fetten schützt das Gehirn vor Alterung

David Gutierrez

Eine Ernährung mit viel gesunden Fetten kann tatsächlich die Alterung herauszögern und das Gehirn vor der Degeneration bei Alzheimer und Parkinson schützen. Das ergab eine Studie von Forschern am Zentrum für gesundes Altern an der Universität Kopenhagen und dem Nationalen Gesundheitsinstitut, die in der Zeitschrift Cell Metabolism veröffentlicht  mehr …

Qualitätsmedien: Abgewatscht für manipulative Berichterstattung

Udo Ulfkotte

In den großen Leitmedien versteht man die Bürger da draußen nicht mehr: Warum laufen sie in immer größeren Scharen weg und kaufen die »Qualitätszeitungen« nicht mehr? Die jetzt veröffentlichten Zahlen sind schlicht grauenvoll und sollten endlich zum Nachdenken anregen.  mehr …

Kalaschnikows und Kriminalität

Edgar Gärtner

Im Sommer 2012 schrieb die Zeitung Tages-Anzeiger in einem Bericht, dass afrikanischstämmige französische Jugendbanden jetzt auch in der Schweiz und Deutschland mit Kalaschnikows auf Raubzüge gehen. Es hat damals keinen interessiert. Heute verbreiten diese Kriminellen bei uns zunehmend Angst und Schrecken.  mehr …

Wider die Goldlüge – Wider die Allmacht der Zentralbanken

Thorsten Schulte

Was lehrt uns der überraschende Schritt der Schweizer Notenbank, den Mindestkurs von 1,20 Schweizer Franken für einen Euro aufzuheben? Traue keinem Banker und schon gar keinem Zentralbanker! Thomas Jordan, Präsident der Schweizerischen Nationalbank, sagte noch am 6. Januar 2015 im Schweizer Fernsehen SRF, negative Zinsen funktionierten in der  mehr …

Werbung

Newsletter-
anmeldung!
Hier erhalten Sie aktuelle Nachrichten und brisante Hintergrundanalysen
(Abmeldung jederzeit möglich)

KOPP EXKLUSIV – Jetzt bestellen

Brisante Hintergrundanalysen wöchentlich exklusiv nur bei uns.

Katalog – Jetzt kostenlos bestellen

Bestellen Sie unseren Katalog kostenlos und unverbindlich.