Thursday, 24. May 2012
28.04.2010
 

Flächenbrand: Nach dem Crash in Griechenland und Portugal kommt der nächste finanzielle GAU für die EU nun in Spanien

Udo Ulfkotte

Hinweis: Der nachfolgende Artikel wurde mehrere Stunden vor der Herabstufung Spaniens eingestellt.
In diesen Tagen schauen Politiker und Journalisten wie gebannt auf Griechenland und Portugal. Man hat nicht die geringste Ahnung davon, wie man diesen bankrotten Staaten dauerhaft finanziell aus den Geldtöpfen der »reichen« EU-Mitgliedsstaaten helfen könnte. Nun hat Spanien Zahlen veröffentlicht, die offenbar noch niemand zur Kenntnis genommen hat. Die Vertreter der EU (also die europäischen Steuerzahler) sollten sich schon einmal Gedanken darüber machen, wie sie nach Griechenland und Portugal gleich auch noch Spanien aus dem Sumpf ziehen wollen …

Hinweis: Wenige Stunden nachdem wir den nachfolgenden Artikel eingestellt hatten, wurde auch Spanien in der Kreditwürdigkeit herabgestuft.

 

Unlängst haben wir in der Druckausgabe von KOPP Exklusiv über geheime Vorbereitungen für den Druck neuer Geldnoten im Euro-Raum berichtet. Nun geht der Wahnsinn in eine neue Runde: In Spanien ist geschehen, was die EU und Spanien noch vor wenigen Wochen für angeblich »unmöglich« gehalten haben: Die Arbeitslosigkeit der Bevölkerung ist auf mehr als 20 Prozent gestiegen. Spanien hat nur die Hälfte der Bevölkerung Deutschlands, aber eine Million mehr Arbeitslose (derzeit nach offiziellen Angaben der Statistikbehörde 4,6 Millionen). Die Zahlen standen für wenige Minuten auf der Internetseite der nationalen Statistikbehörde, wurden dann offline genommen. Denn die Folge wäre wohl eine sofortige Herabstufung der spanischen Kreditwürdigkeit gewesen.

Spanien hat ein größeres Haushaltsdefizit als das bankrotte Portugal, muss inzwischen im Staatshaushalt mehr für Arbeitslose ausgeben, als für Renten. Jeder zweite Jugendliche ist in Spanien arbeitslos. Die bankrotte sozialistische Regierung wirft nun das letzte Geld aus dem Fenster: Mit mehreren Milliarden Euro will die Regierung allein den Bausektor stützen, vor allem Wohnungen sollen neu gebaut oder renoviert werden, um den Menschen wieder Arbeit zu verschaffen. Dabei stehen ganze Stadtviertel leer, weil man in der Vergangenheit zu viele Häuser gebaut hatte. Weitere Milliarden sollen in Bahn- und Straßenbauprojekte investiert werden.

Dabei ist Spanien schon jetzt – ebenso wie Griechenland und Portugal – bankrott. Das Haushaltsdefizit von offiziell 11,2 Prozent ist schlicht erlogen. Man hat in Madrid ebenso getricktst und gelogen wie in Athen. Selbst der IWF schätzt das spanische Haushaltsdefizit auf fast 13 Prozent. In Wahrheit ist es allerdings noch viel höher, weil beispielsweise die spanischen Kommunen seit Monaten schon Rechnungen für Arbeiten von privaten Unternehmen, die längst erledigt wurden, nicht bezahlen und diese einfach vor sich herschieben. Irgendwann müssen sie verbucht werden. Das ist aber nur eines von vielen Beispielen für spanische Tricksereien. Irgendwann in diesem Jahr crasht auch Spanien.

Die Arbeitslosigkeit ist im Crashland Portugal derzeit weniger als halb so hoch wie in Spanien. Und das Haushaltsdefizit ist in Portugal mindestens drei Prozent geringer als in Spanien. Aber Spanien hat derzeit die EU-Ratspräsidentschaft inne. Und deshalb werden die EU-Bürger erst Ende Juni/Anfang Juli 2010 erfahren, dass auch Spanien völlig am Ende ist und gigantische Finanzspritzen aus EU-Staten wie Deutschland benötigt. Man wartet mit der Verkündung dieser Nachricht aus reiner Höflichkeit bis zum Ende der spanischen EU-Ratspräsidentschaft. Wahrscheinlich würden die deutschen EU-Bürger die Nachricht derzeit auch nicht verdauen können. Denn in Deutschland ist kein Geld mehr vorhanden, um die Schlaglöcher auf den Straßen vom letzten Winter zu flicken. Aber der deutsche Michel wird demnächst beispielsweise die Sanierung des spanischen Straßennetzes und die Renovierung spanischer Wohnungen mitbezahlen dürfen.

Und dann wird der deutsche Michel auch irgendwann in diesem Jahr erfahren, dass auch die östlichen EU-Staaten crashen, weil dort Euro-Milliarden-Kredite von westlichen Banken bereitwilligt verteilt wurden, die die Staaten nun nicht mehr zurückbezahlen können. Es gibt noch unendlich viele Aufgaben für die deutschen Steuerzahler. Und die Deutschen können sich schon einmal Gedanken darüber machen, welche Inseln sie künftig im Gegenzug haben möchten: griechische Inseln, portugiesische Inseln, spanische Inseln, baltische Küstengebiete …

Politiker der großen »Volksparteien« behaupten derzeit, das alles komme jetzt »völlig überraschend«. Gehen Sie deshalb einfach einmal ins Archiv des Kopp-Verlages zurück und lesen Sie diesen Artikel, dann wissen Sie, wie genau diese Politiker SIE für dumm verkaufen. Der Artikel erschien im Februar 2009 – vor weit mehr als einem Jahr …:

»17 Seiten umfasst ein als ›streng geheim‹ eingestuftes internes Papier der EU-Kommision in Brüssel, in dem ungeschminkt die Wahrheit über die desolate Wirtschaftslage im Finanzsystem beschrieben wird. Danach gibt es derzeit bei europäischen Banken faule oder derzeit unverkäufliche Wertpapiere im Wert von 18,1 Billionen Euro. Nicht Milliarden, nein – Billionen. 44 Prozent aller Vermögenswerte europäischer Banken sind demnach derzeit ›faul‹. Seit Februar 2003 – also seit genau sechs Jahren – wusste die Bundesregierung schon um die wachsenden faulen Vermögenswerte und um die daraus resultierenden Risiken. Das ist für jeden per Mausklick einsehbar. Getan hat sie nichts.« HIER weiterlesen…

 

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