Thursday, 24. May 2012
10.02.2010
 

Geheimgipfel der Top-Banker

Niki Vogt

Seit Montag treffen Top-Banker aus aller Welt in Sydney, Australien, zu einem Geheimgipfel ein. Angst vor einem erneuten Absturz der Weltwirtschaft hat den weltweiten Aktienmarkt ergriffen.

Repräsentanten aus den höchsten Etagen der 24 führenden Zentralbanken landeten am dieswöchigen Montag der Reihe nach in Sydney und auch Spitzenleute der Fed und der EZB sind bereits eingetroffen. Am Dienstag war ein Gipfeltreffen an einem geheimen Ort anberaumt worden. Unter hohen Sicherheitsvorkehrungen werden die Gespräche geführt, die unter höchster Geheimhaltung angeblich von staatlichen Vollzugsbehörden einberufen worden sind. Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) soll das Treffen organisiert haben. Dass Ben Bernanke ebenfalls teilnehmen soll, konnte allerdings am Montagabend noch nicht bestätigt werden.

Dieses Treffen wird aber kein vertrautes Stelldichein der Herren der westlichen Finanzwelt unter sich. Nach Berichten der australischen Herald Sun wird dieser Gipfel sogar von den asiatischen Delegationen beherrscht. Direktoren der höchsten Ebene der People's Bank of China, der Bank of Japan und der Reserve Bank of India sitzen hier zusammen. Ist es Zufall, dass eine Zusammenkunft der absoluten Weltfinanzelite genau in diesem Moment stattfindet, wo die internationale Börse vor einem neuen Zusammenbruch zu stehen scheint?

Schon seit Wochen häufen sich selbst in den Mainstream-Medien Artikel, in denen die Möglichkeit von Staatsbankrotten erörtert und gleich darauf die bange Schlussfolgerung gezogen wird, dass nichts und niemand einen zweiten Börsencrash auffangen könnte. Die Investoren fliehen momentan aus Angst vor einem Staatsbankrott Dubais, Griechenlands, Spaniens, Portugals oder Italiens zuhauf in den US-Dollar, obwohl auch allgemein bekannt ist, wie verzweifelt die Schuldensituation der USA ist, zumal deren neueste Zahlen zur Arbeitslosensituation, obwohl geschönt, gleichwohl desaströs sind.

Die Börse an der Wall Street ist in der letzten Woche eingebrochen, Asiens Börse steckte schwere Prügel ein, der japanische Nikkei verlor drei Prozent und der Hang Seng Index Hong Kongs sackte um 3,3 Prozent ab, die Börsen Europas gaben deutlich nach und auch die australische Börse wurde arg gebeutelt. Gleichzeitig geht die Angst vor Staatsbankrotten um. Quellen berichten, dass eine wahre Flucht von Investoren aus den südlichen Ländern der EU stattfinde, sogar zunehmender »Open Sell« – also Verkauf um jeden Preis – sei zu beobachten. Andrew Kaleel, Vorstandschef der H3Global Advisors, einer unabhängigen Investment Managing Company, beschleicht dasselbe Gefühl wie vor zwei Jahren: »Es fühlt sich an, als ob 07 und 08 noch einmal passiert, wo überall diese kleinen Brände aufflackerten, die man zwar eindämmen, aber nie wirklich löschen konnte. Dubai sollte eigentlich ein isoliertes Vorkommnis bleiben und nun haben wir solche Vorgänge mit Griechenland, Portugal und Spanien.«

Die Aussichten für weltweites Wachstum scheinen ein Schlüsselthema der Gespräche der Zentralbanker aus den Top-Etagen zu sein. Diese Zusammenkunft findet gerade zu einem auch aus anderen Gründen wichtigen Zeitpunkt statt. Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich will eine Generalüberholung des globalen Bankensystems auf den Weg bringen. Dabei sollen auch neue Regeln in Bezug auf den Kapitalverkehr für die Banken aufgestellt werden und bindende Vorgaben sollen die Gehälter und Boni der Bankmanager regeln. Außerdem wird einem gesonderten Treffen der Zentralbanker Asiens unter dem Vorsitz des Direktors der Zentralbank Malaysias, Dr. Zeit Akhtar Aziz, besondere Wichtigkeit beigemessen. Auch Jaime Caruana, der einflussreiche General Manager der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich soll eine ausgesprochen wichtige Rolle bei diesem geheimen Gipfel spielen. Caruana war bis 2006 Chef der spanischen Notenbank gewesen und arbeitete bis 2008 für den Internationalen Währungsfond (IWF). Im April wechselte er zur BIZ. Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich wurde 1930 gegründet. Man nennt sie auch die »Bank der Notenbanken«. Sie dient als internationales Forum der Geldpolitik. Hier sind eine Reihe von Gremien angesiedelt, die sich mit Regulierungs- und Überwachungsfragen im weltweiten Finanzsektor befassen.

 

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Quellen:

http://www.news.com.au/business/secret-summit-of-top-bankers/story-e6frfm1i-1225827289543

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/koepfe/jaime-caruana-wird-neuer-biz-generaldirektor;2094973

http://www.reuters.com/article/idUSTRE6030ZW20100129

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