Geld waschen mit dem Vatikan – Kurzanleitung für Steuersünder
Udo Ulfkotte
Offenbar haben viele Deutsche Schwarzgeld im Ausland. Aus Angst vor Enttarnung haben sich viele von ihnen in den vergangenen Wochen bei den Finanzämtern selbst angezeigt. Es sind offenkundig nicht die klügsten Menschen gewesen. Denn wer ganz sicher sein will, dass kein Steuerfahnder ihn zu Lebzeiten wegen Schwarzgeld belästigt, der muss sein Geld nur einer diskreten römischen Bank anvertrauen.
Wussten Sie, dass es mitten in Europa eine Bank gibt, die nicht den weltlichen Gesetzen über das Kreditwesen unterworfen ist? Eine Bank, deren Mitarbeiter nicht von Justizbehörden oder anderen Ermittlungs-, Strafverfolgungs- oder Steuerbehörden belästigt oder gar verhört werden dürfen. Wussten Sie, dass bei dieser Bank alle Lauschangriffe völlig zwecklos sind, weil man dort weder über Kunden oder Konten spricht, noch Daten elektronisch verarbeitet. Es ist eine Bank, die garantiert keine Bilanz veröffentlicht. Ihr Name: Istituto per le Opere di Religione. In Deutschland nennt man sie schlicht »Vatikanbank«.
Die Vatikanbank gehört dem Papst. Er ist Alleineigentümer. Die Vatikanbank ist eine Art Girozentrale für die römisch-katholische Weltkirche. Viele Diözesen, Orden, Stiftungen und andere katholische Einrichtungen unterhalten ein Konto bei der Vatikanbank. Aber nicht nur sie: Die Mafia hat die Konten der Vatikanbank in der Vergangenheit zur Geldwäsche genutzt. Und unsere korrupten Politiker legen ihr Schwarzgeld ebenfalls bevorzugt bei der Vatikanbank an, wenn sie ganz sicher sein wollen, dass keine Steuer- oder Fahndungsbehörde zu ihren Lebzeiten jemals davon erfährt.
Im November 2009 hat der Vatikan mit der Europäischen Union ein Währungsabkommen gegen Geldwäsche unterzeichnet. Das muss die Geldwäscher aus Politik und Mafia allerdings nicht beunruhigen. Es ist eine rein kosmetische Maßnahme. Denn die Vatikanbank ist innerhalb des Vatikans rechtlich völlig autonom. Was der Vatikan an Absichtserklärungen oder verbindlichen Verpflichtungen bei der Europäischen Union unterzeichnet und was die Vatikanbank macht, sind juristisch gesehen zwei völlig verschiedene Dinge. Wie schön also, dass der Vatikan gegen Geldwäsche ist. Und wie schön für Mafia und Politik, dass die Vatikanbank sie durchführt.
Die Vatikanbank führt Konten von römisch-katholischen Stiftungen, die es in Wahrheit gar nicht gibt. Es sind Politiker, die sich christlich nennen und den C-Parteien angehören, die solche Konten bevorzugt bekommen. Es sind jene Politiker, die beispielsweise in Deutschland Jagd auf Bürger mit Schwarzgeld machen. So einfach ist es, die Bürger an der Nase herumzuführen.
Man kann die Bank auch nicht schließen. Man kann sie nicht kontrollieren. Denn sie ist offiziell ein privates Institut – ein sehr religiöses Institut (Istituto per le Opere di Religione). Einem Laien kann man das Arbeiten eines solchen »Instituts« an einem theoretischen Beispiel so erklären: Stellen Sie sich vor, ein Milliardär wie Bill Gates hätte einige Tresore mit privatem Bargeld in der Welt verteilt. Er erstellt dann keine Bilanz für jeden Tresor. Er schiebt bei seinen Reisen Geld von einem Tresor in den anderen. Und gute Freunde dürfen auch mal einen Umschlag in seinen Tresoren bunkern.
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