Saturday, 1. October 2016
07.06.2015
 
 

Gold: Auch Österreich holt seine Schätze heim

Janne Jörg Kipp

Der Goldpreis hängt aktuell immer noch bei etwa 1200 Dollar/Unze fest beziehungsweise rutscht noch etwas darunter. Allen Krisenanzeichen zum Trotz reagiert der Markt auf die Schwindsucht des Wertes der Papierwährungen nicht. Dennoch mehren sich die Zeichen für einen anziehenden Goldpreis. »Heim nach Hause« heißt es − angeblich − für das Gold von immer mehr Zentralbanken.

 

Österreichs Nationalbank, vergleichbar mit der Bundesbank in Frankfurt, hat Angst um sein Gold. So jedenfalls lässt sich der Wunsch interpretieren, wonach das gelbe Edelmetall endlich heim nach Hause finden möge. 280 Tonnen Gold hat Österreich formal und möchte 110 Tonnen sicherstellen. 80 Prozent befinden sich in London, bei der Bank of England, die seit Jahrzehnten große Goldschätze bewahrt. Österreich möchte das Gold nach Hause holen.

 

Der Schatz ist aktuell knapp neun Milliarden Euro schwer. Österreich sitzt seit nunmehr 2007 auf seinen Beständen (vgl. etwa deraktionaer.de oder die Berichte des World Gold Council). Deutschland schließt sich an, wie wir wissen. Ein Großteil unseres Goldes liegt − hoffentlich − noch in den Tresoren der FED in New York. Die Niederländer haben bereits Gold nach Hause geholt. Russland und nach zahlreichen, anhaltenden Gerüchten auch China treten als Aufkäufer auf.

 

Natürlich stellt sich sofort die Frage nach dem Warum. Papiergeldskeptiker verweisen auf die anstehenden Europrobleme. Griechenland steht zumindest noch für längere Zeit vor dem Exodus und dem Austritt aus der Eurozone. Niemand weiß, wie die Märkte darauf reagieren würden. Zumindest weiß dies kein normaler Marktteilnehmer.

 

Großbanken dürften sich ein Bild davon machen können. Goldman Sachs etwa. Deren ehemaliger leitender Mitarbeiter Draghi entwertet zurzeit den Euro fleißig weiter und kauft munter Anleihen auf. Draghi gehörte Goldman Sachs zu einer Zeit an, als die Bank den Griechen massiv bei den »Bilanz«manipulationen half. Draghi dürfte ein feines Gespür für die Entwicklung in Griechenland haben. Die Kollegen aus den angeschlossenen Notenbanken ebenso?

 

Ein Austritt Griechenlands aus der Eurozone und die fortwährende Gelddruckerei jedenfalls würden den Euro massiv unter Druck setzen. Möglicherweise sichern sich die Notenbanken bereits ab. Dazu passt, dass neben China und Russland weitere Staaten Gold importieren wollen.

 

Bekannt war dies für die Türkei, die zeitweise Zinsen für Gold bot. Indien hat jetzt seine Zollbeschränkungen für Gold ebenfalls gelockert. Damit kann das Land mehr Goldimporte erwarten, was wiederum für eine Goldverknappung am Markt sorgen würde.

 

Auch die Nummer eins der Goldkäufer ist ein Land beziehungsweise seine Zentralbank. Russland hatte im Jahr 2014 173 Tonnen Gold gekauft. Im April ist nach Angaben einer Nachrichtenagentur erneut ein Anteil von 300 000 Unzen Gold in Russland importiert worden. Insgesamt verfügt Russland demnach über 40,1 Millionen Unzen. Dies sind 13 Prozent der gesamten Reserven Russlands.

 

Unter dem Strich zeigt sich also, dass die Zentralbanken Gold schätzen. Private Investoren oder auch größere andere Institutionelle scheinen hingegen kurzfristig das Interesse zu verlieren. Der größte Goldfonds der Welt, der SPDR Gold Shares, hatte alleine am Mittwoch mehr als vier Tonnen Gold einbüßen müssen. Insgesamt verfügen die acht größten börsengehandelten Goldfonds über so wenig Gold wie nie zuvor in den vergangenen fünf Jahren. Dies drückt den Goldpreis zumindest kurzfristig sicher weiter.

 

Wer mit Gold nicht zocken möchte, sondern seine Vermögen absichern will, wird mit Gold jedoch langfristig sicher sein. So empfiehlt es sich weiterhin, in kleinen Einheiten Gold oder auch Silber zu kaufen. Noch können Sie dies in Form von Tafelgeschäften, also bei Händlern direkt vor Ort. Der Staat erfährt davon nichts.

 

Wie dies alles funktioniert, erfahren Sie von Christian Wolf. Kostengünstig, zielsicher und taktisch richtig. Das Verhalten der Notenbanken zeigt, dass es keine Alternative gibt.

 

 

 

 

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Leser-Kommentare (17) zu diesem Artikel

08.06.2015 | 18:05

Revoluzzer2000

Ich frage mich, worauf Deutschland eigentlich noch wartet, während alle anderen Länder ihr Gold nach Hause holen. Haben wir in Deutschland etwa keinen einzigen Juristen, Politiker etc. der den Mut hat die Rückholung endlich gerichtlich einzuklagen ??? In was für einem armseligen Land leben wir eigentlich ?


08.06.2015 | 09:11

dv

Das Gold der Deutschen ist in Wirklichkeit das Gold der Zentralbanken, ob nun in den VSA oder Deutschland oder sonstwo ist reine Show, weil die Eigentümer der Zentralbanken bzw. diejenigen mit Verfügungsrecht die j. Finanzmacht ist. Sie ist allerdings noch nicht die Spitze der Pyramide.


08.06.2015 | 07:10

ctzn5

"aufnahmeschwierigkeiten auf deutscher seite", vor allem - m-hm.


08.06.2015 | 07:00

ctzn5

fremdgold ist in new york in der tat zum grössten teil schlicht und ergreifend nicht vorhanden. ob es eine rolle spielt, dass das deutsche gold niemals physisch in der brd war - m.E. nicht. lassen wir das alles aber mal bei seite und wenden uns den auf der oberfläche liegenden fakten zu: franzosen, niederländer, österreicher, deutsche und vielleicht in absehbarer zukunft noch ein paar andere wollen ihr gold zurück. selbst wenn es vorhanden wäre, ginge es nicht von heute auf...

fremdgold ist in new york in der tat zum grössten teil schlicht und ergreifend nicht vorhanden. ob es eine rolle spielt, dass das deutsche gold niemals physisch in der brd war - m.E. nicht. lassen wir das alles aber mal bei seite und wenden uns den auf der oberfläche liegenden fakten zu: franzosen, niederländer, österreicher, deutsche und vielleicht in absehbarer zukunft noch ein paar andere wollen ihr gold zurück. selbst wenn es vorhanden wäre, ginge es nicht von heute auf morgen. bedeutet: solange die rückführung dauert - und für die brd sind laut Jeanette 7 jahre angesetzt - muss man ja zwangsläufig nach der ami-pfeiffe tanzen, den us-staatsapparat unterstützen und eben alles das, was ein "freund" zu tun hat machen, wenn man nicht mit seinem kompletten edelmetallbestand, der "konfisziert" wird "sanktioniert" werden will. so sehr ich pazifist und gegen krieg bin aber wenn ich die unschönen aspekte nicht - wie allgemein üblich - unter den teppich kehre, komme ich zu dem schluss, dass es so langsam zeit für einen krieg auf us-amerikanischem boden wird.


07.06.2015 | 12:13

willy_winzig

Das Gold der Deutschen Bundesbank, also der Deutschen! Dieses Gold werden wir NIEMALS(!) zurückerhalten, können, es NIEMALS (!) nach Deutschland holen können!!! Der Grund dafür ist ganz einfach der, dass es dieses Gold der Bundesbank NIEMALS (!) in physischer Form gegeben hat! Um das zu erkennen, muss man sich mit der Geschichte des Goldbestands der Bundesbank befassen, und sich die Frage stellen woher dieses Gold der Bundesbank stammt. In der Eröffnungsbilanz der Bank Deutscher...

Das Gold der Deutschen Bundesbank, also der Deutschen! Dieses Gold werden wir NIEMALS(!) zurückerhalten, können, es NIEMALS (!) nach Deutschland holen können!!! Der Grund dafür ist ganz einfach der, dass es dieses Gold der Bundesbank NIEMALS (!) in physischer Form gegeben hat! Um das zu erkennen, muss man sich mit der Geschichte des Goldbestands der Bundesbank befassen, und sich die Frage stellen woher dieses Gold der Bundesbank stammt. In der Eröffnungsbilanz der Bank Deutscher Länder, die Vorläuferin der Bundesbank gab es keinen Goldbestand. Das Gold, was heute angeblich in der FED liegen soll, ist das Ergebnis der Außenhandelsbilanz- und Leistungsbilanzüberschüsse die die Bundesrepublik Deutschland im Außenhandel mit der USA und anderen Staaten in den 1950zigern, und 1960 zigern erzielt hatte. Dafür wurden Waren und Dienstleistungen geliefert bzw. Erbracht, und die Firmen und Bürger dieser Ausländischen Staaten haben in Deutschland Häuser, Grundstücke, Firmen oder Wertpapiere gekauft. Die Außenhandelsbilanzüberschüsse, bzw. Teile davon, hat dann die Bundesbank in Gold umgewandelt, was bis 1971 auch in Bretton Woods Abkommen so vorgesehen war. Nur hat die Bundesbank damals kein physisches Goldbekommen, sondern Zertifikate auf denen zwar die Barrennummern der Goldbarren, die auf die Bundesbank übertragen wurden vermerkt sind, aber niemals geprüft wurden. Diese Goldbaren stammten also aus dem Besitz der USA und der anderen Staaten, die ein Außenhandelsbilanzdefizit gegenüber Deutschland hatten. Es wurde keine zusätzliches Gold eingelagert, sondern nur mittels Bilanztrickserei virtuell aus dem einen Golddepot ausgebucht und in den anderen eingebucht!!! Damit hat die Bundesbank Goldzerifikate erhalten auf denen Barrennummern stehen die von der Bundesbank aber nicht geprüft werden dürfen da die FED das wegen Sicherheitsbedenken verweigert. Praktisch haben wir diese Waren Dienstleistungen, Firmen Grundstücke Häuser und Wertpapiere in den 1950zigern und 1960ziger, an die USA verschenkt! Genau wie Heute wo wir Waren in die USA liefern und dafür US Dollar in Form von US-Anleihen mit O,01%-Verzinsung erhalten, die durch Inflation und Wechselkursmanipulation der USA entwertet werden. In den Eurosystem liefern wir Waren und Dienstleistungen, kaufen ausländische Anleger Deutsche Wertpapiere, Häuser und Grundstücke in Euro, die dann Deutschland über Target 2 Salden Gutgeschrieben werden, und die dann über einen Schuldenschnitt gelöscht werden. Die Wertpapiere, Firmen, Grundstücke, Hauser, usw. verbleiben aber im Besitz der ausländischen Käufer. Dass ist der Exportüberschuss den Deutschland jedes Jahr aufs neue bejubelt; HURA WIR SICH EXPORTWELTMEISTER!!! Aber es wird leider nicht gesagt, dass wir unsere Waren an das Ausland verschenken!!!


07.06.2015 | 11:09

Ä bissel abwarten

In den ostmärkischen Bergen dürften sich tausende Tonnen -auch recht gut abbaubar- befinden, allerdings sollte damit sozusagen etwas "gewartet" werden. Nur ein souveränes Reich sollte daran gehen und die paar (jetzt zur Debatte stehenden) Tonnen seien den diebischen & als das Weltenübel verfluchten Nasen glatt geschenkt.

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