Saturday, 27. August 2016
02.04.2015
 
 

Silber: jetzt wieder die bessere Währungsalternative?

Janne Jörg Kipp

Die Euro- und Dollar-Krise geht unverändert weiter. Die Zinsen sind so niedrig wie nie zuvor, die Geldschwemme durch Anleihenkäufe der EZB (europäische Zentralbank) wird erst losgehen. Gold und Silber treten als Anlagealternative jedoch auf der Stelle. Wie lange noch?

 

Silber ist das »Gold des kleinen Mannes«, heißt es. Gold ist bezogen auf die Handelseinheit Unze deutlich teurer und damit als Handelseinheit in Krisensituationen relativ ungeeignet. Günstige Waren lassen sich kaum in Gold aufwiegen.

Das weiße Edelmetall bietet sich deshalb gerade jetzt als Alternative oder Ergänzung an. Silber können Sie faktisch sogar zu Hause lagern, da Silber für professionelle Einbrecher niemals zum Diebesgut werden dürfte. Einbrecher halten sich nur für kurze Zeit in Wohnungen oder Häusern auf und müssten viel zu große Mengen von Silber heraustransportieren, wenn es um große Werte geht. Ernsthaftes Interesse dürfte also kaum bestehen.

 

Wenn Sie Silber als Alternative in Betracht ziehen, ist die Situation günstig. Denn die Preise sind im Keller. Bei etwa 15 Dollar/Unze ist kürzlich wieder ein Mehr-Jahres-Tief erreicht worden, an dem die Notierungen immer wieder nach oben ausbrechen. Aktuell hat sich auch das Meinungsbild bei Spekulanten wieder deutlich gedreht.

 

Hier werden die Silberkurse gemacht. Das Signal ist eindeutig: Wer jetzt einsteigt, wird wahrscheinlich zu relativen Tiefstkursen gekauft haben. Denn der zuletzt veröffentlichte »Commitment of Traders-Report« (COT), den die Aufsichtsbehörde Commodity Futures Trading Commission regelmäßig publiziert, wies einen großen Stimmungsumschwung aus.

 

Zunächst wird zwischen Großspekulanten und Kleinspekulanten unterschieden. Bei beiden Gruppen jedoch haben die sogenannten »Netto-Long-Positionen« massiv zugelegt. Dies sind Termingeschäfte, bei denen die Käufer von steigenden Marktpreisen ausgehen.

 

Die Großspekulanten kamen zu einem Plus von 31 Prozent, die Kleinspekulanten immerhin auf ein Plus von 22,8 Prozent. Gerade bei den Großspekulanten ist die Veränderung augenfällig. Insgesamt hatte sich die Zahl der Netto-Long-Positionen in den vergangenen beiden Monaten halbiert.

 

Nun ist Silber besonders schwankungsanfällig. Das heißt, Sie müssten bei Käufen damit rechnen, dass der Silberpreis auch wieder stärker sinken kann als etwa Gold. Dennoch: Das aktuelle Kursniveau ist ausgesprochen niedrig, die Wahrscheinlichkeit für anziehende Preise ist sehr hoch.

 

Als Kursauslöser gilt unter anderem die Aussage der FED, der Zentralbank in den USA, sie würde ihre Zinsen zum einen später und zum anderen geringer als bislang erwartet anheben. Das zeigt, dass sich die Politik des billigen Geldes und der Geldschwemme an den Finanzmärkten fortsetzen wird. Zudem profitiert das Edelmetall auch von der stabileren Konjunkturentwicklung.

 

Silber findet sich in der Produktion wieder. Immerhin gehen 50 Prozent der Silbernachfrage auf die kommerzielle Nachfrage aus der Industrie zurück, fast 20 Prozent auf die Schmuckbranche und etwa 24 Prozent auf Investoren. Die Chancen auf eine massive Kurserholung stehen also gut.

 

Sie können sich vor allem bei Edelmetallhändlern im Online-Bereich günstig eindecken. Meiden Sie Zertifikate auf den Silberpreis, wie sie bei vielen Banken angeboten werden. Zertifikate sind reine Schuldverschreibungen, also Anleihen. Damit sind Sie von der Zahlungsfähigkeit der betreffenden Banken abhängig.

 

Wer sein Vermögen anonym in Silber verwandeln möchte, kann dies beim Händler gegen Bargeld. Diese »Tafelgeschäfte« sind bis zu Summen von 14 999 Euro pro Person anonym oder können es zumindest sein. Sie müssen keine Personalien hinterlassen.

 

Kontaktieren Sie einen Händler. Nennen Sie die Anlagesumme, die Sie investieren wollen und vereinbaren Sie einen Termin. Der Händler wird dann die entsprechende Menge organisieren. Bestehen Sie bei der Auslieferung auf einer Rechnung, sodass Sie als rechtmäßiger Käufer ausgewiesen werden.

 

Silber war auch Thema des großen Kongresses »Das geheime Wissen der Goldanleger«, das der Kopp Verlag im Oktober 2014 veranstaltet hat. Unter dem Motto »Gold und Silber haben ihre beste Zeit noch vor sich!«, sammelten bekannte Experten wie Bruno Bandulet, Peter Boehringer, Marc Faber, Dimitri Speck und »Silberjunge« Thorsten Schulte ihr Wissen. Sie können hier alle Empfehlungen und Einschätzungen verfolgen.

 

 

 

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Leser-Kommentare (17) zu diesem Artikel

03.04.2015 | 20:28

Frank aus Sachsen

@Rico-Pseudonym hin oder her, ist doch Scheißegal. Fakt ist, daß Du offensichtlich noch nie etwas von Mengenrabbat gehört hast. Ich hatte auch schon Münzen in 1 Oz. Größe. Beim Verkauf wurde immer der jeweilige Kurs zugrunde gelegt, egal ob nun Kilo Münze oder Oz Münze. Und vergiß nicht das die Kilo Münzen begehrte Sammelobjekte sind. So, ich denke damit ist unser Disput beigelegt. PS. Geisterfahrer gibt es hüben wie drüben.


03.04.2015 | 15:55

edmundotto

Ich bin kein Finanzfachmann, aber das Papiergeld keinen realen Wert besitzt, sondern nur ein "Wertversprechen" ist, das konnte ich mir (bei meiner großen Abneigung gegen alle Anlagearten) merken und so habe ich in der Vergangenheit bereits mehrfach Silbermünzen gekauft, auch wieder verkauft. Auf diese Weise habe ich in den zurückliegenden 12 Jahren die ursprünglich eingesetzte Summe vervierfacht!!! Vor ca. 3 Jahren war z.B. ein hoher Silberpreis (hatte wohl mit der...

Ich bin kein Finanzfachmann, aber das Papiergeld keinen realen Wert besitzt, sondern nur ein "Wertversprechen" ist, das konnte ich mir (bei meiner großen Abneigung gegen alle Anlagearten) merken und so habe ich in der Vergangenheit bereits mehrfach Silbermünzen gekauft, auch wieder verkauft. Auf diese Weise habe ich in den zurückliegenden 12 Jahren die ursprünglich eingesetzte Summe vervierfacht!!! Vor ca. 3 Jahren war z.B. ein hoher Silberpreis (hatte wohl mit der Solar bzw. Photovoltaiktechnik zu tun) und ich konnte mit ca.120% Gewinn einige 10 Unzen-Münzen verkaufen. Seit letzten Jahr wiederum haben wir sehr günstige Einkaufsmöglichkeiten innerhalb Europas (genauer gesagt im Baltikum). Ich denke, eine bessere Möglichkeit, seine "paar Kröten" zu sichern, wird es wohl bald nicht mehr geben.


03.04.2015 | 14:15

Rico

@willy_winzig - Im Moment liegt der Verlust zwischen Kaufen und Verkaufen pro Unze Platin (immer mit Märchensteuer gerechnet) bei ungefähr 360 Euro. Bei einer Unze Gold ungefähr 75 Euro. Zum Beispiel bekommt man für die Unze Gold im Moment für ca. 1074 Euro, für die Unze Platin ca. 1013 Euro. Und dabei kostet die Unze Platin beim Kaufen im Moment ca. 220 Euro mehr (incl. Märchensteuer). Für den Normalbürger wie uns ist Platin deshalb meiner Meinung nach eher ungeeignet, wenn man...

@willy_winzig - Im Moment liegt der Verlust zwischen Kaufen und Verkaufen pro Unze Platin (immer mit Märchensteuer gerechnet) bei ungefähr 360 Euro. Bei einer Unze Gold ungefähr 75 Euro. Zum Beispiel bekommt man für die Unze Gold im Moment für ca. 1074 Euro, für die Unze Platin ca. 1013 Euro. Und dabei kostet die Unze Platin beim Kaufen im Moment ca. 220 Euro mehr (incl. Märchensteuer). Für den Normalbürger wie uns ist Platin deshalb meiner Meinung nach eher ungeeignet, wenn man doch mal schnell verkaufen möchte oder muß. Was die Zukunft bringt, ist aber natürlich kaum vorhersehbar.


03.04.2015 | 13:41

Rico

Och, du Frank aus Sachsen mit dem wilden Gehirn aus dem Osten. Du hast ja, warum auch immer, nicht mal die Eier, um immer unter dem gleichen Pseudonym zu schreiben. Du bist nicht annähernd so ein Durchblicker, wie dein letzter Kommentar beweist. Danke dafür! Ich weiß aus Erfahrung, daß die wenigsten "Ossis" so borniert und arrogant sind wie du. Vielleicht verstehst du den Hinweis, ich denke aber eher nicht.


03.04.2015 | 13:30

willy_winzig

Silber wird auch mehr von der Wirtschaft nachgefragt, und ist daher Volatiler als Gold. Aber wie wäre es mit Platin als Alternative?


03.04.2015 | 08:11

Nach Denker

Der Artikel, um mal wieder zur Sache zu kommen (zwinker), ist sachlich absolut richtig. Es fehlte wichtiges: Der Zugewinn bei physischen Edelmetallen ist nach 1 Jahr Haltedauer steuerfrei ! Silbermünzen (999 Reinheit) mit "Geldwert" / 7% Mwst. sind Silberbarren mit 19% Mwst./weil Rohstoff, vorzuziehen. Wer mit Silberverkauf innerhalb eines Jahres über 17.500€ einnimmt (nicht dazugewinnt) ist steuerlich gesehen Kleingewerbetreibender und damit verpflichtet, die 7%...

Der Artikel, um mal wieder zur Sache zu kommen (zwinker), ist sachlich absolut richtig. Es fehlte wichtiges: Der Zugewinn bei physischen Edelmetallen ist nach 1 Jahr Haltedauer steuerfrei ! Silbermünzen (999 Reinheit) mit "Geldwert" / 7% Mwst. sind Silberbarren mit 19% Mwst./weil Rohstoff, vorzuziehen. Wer mit Silberverkauf innerhalb eines Jahres über 17.500€ einnimmt (nicht dazugewinnt) ist steuerlich gesehen Kleingewerbetreibender und damit verpflichtet, die 7% Mwst. auf den gesamten Umsatz abzuführen. Gute Übersicht bietet: www.gold.de, da dort auch Händlerankaufskurse gestellt gestellt werden. Die Verbohrtheit macht nicht an Himmelsrichtungen oder Systemgrenzen halt. Sachlich habt ihr alle recht -:)

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