Monday, 29. August 2016
14.01.2016
 
 

Der internationale Krieg gegen das Bargeld

Jeff Thomas

Bereits seit 2008 warne ich vor auf uns zukommenden zunehmenden Kapitalverkehrskontrollen als ein Aspekt des Niedergangs der Volkswirtschaften des Westens (»Westen« ist hier im weiteren Sinne, also unter Einschluss Japans, Australiens und anderer Länder, gemeint).

 

Im Laufe der Zeit kam mir die Idee, die Regierungen könnten an einem gewissen Punkt konzertiert versuchen, die Papierwährung zugunsten einer elektronischen Währung zu ersetzen – wobei dann die Transaktionen zwischen zwei Parteien allein durch dazu zugelassene Banken abgewickelt werden würden. Erscheint das zu weit hergeholt?

Aber was wäre, wenn die USA und Europa sich insgeheim auf einen umfassenden Plan verständigt und ihn dann auch anderen Regierungen vorgeschlagen hätten? Auf den ersten Blick hört sich das nach einer wilden Verschwörungstheorie an.

 

Aber mit Sicherheit würden alle Regierungen von diesen Kontrollen des Kapitalverkehrs profitieren und wären nur allzu gerne bereit, sich diesen Plänen anzuschließen. Vielleicht handelt es sich dabei aus ihrer Perspektive auch um die einzige Möglichkeit, wie sie ihre gegenwärtigen Wirtschaftsprobleme bewältigen könnten.

 

Aber wie würde der Ablauf einer solchen Entwicklung aussehen? Hier ein kurzer Abriss, wie ich mir die Phase I vorstellte:

  • Im Bewusstsein der Öffentlichkeit wird systematisch der Eindruck verfestigt, die freie Bewegung von Bargeld stehe mit Terrorismus in Zusammenhang und praktisch jede größere Geldbewegung lege den Verdacht einer kriminellen Handlung nahe.

  • Es werden Obergrenzen für Geldmengen festgelegt, die ohne Information einer regierungsamtlichen Ermittlungsbehörde bewegt werden können.

  • Diese Obergrenzen werden im Laufe der Zeit immer weiter abgesenkt.

  • Die Bevölkerung wird daran gewöhnt, alle Einkäufe – unabhängig von der Höhe – mithilfe einer EC-, einer Kreditkarte oder einer anderen elektronischen Zahlungsweise zu tätigen.

  • Im Bewusstsein der Menschen soll die Überzeugung verankert werden, dass schon der Besitz von Bargeld verdächtig sei, da er nicht länger »notwendig« sei.

Meine ersten Artikel zu diesem Thema lösten dahingehend Kritik aus, dass man den Versuch, eine solche Entwicklung in Gang zu setzen, als abwegig bezeichnete und ausschloss, dass er jemals erfolgreich sein könnte. Und zugegebenermaßen klang dieses Programm so sehr nach George Orwells düsterer Zukunftsvision, dass man es aus verständlichen Gründen als absurde Vorstellung ansah. Aber seit damals ist dieser Plan sehr weit fortgeschritten. In den vergangenen sechs Monaten alleine sind seine Grundzüge so deutlich in Erscheinung getreten, dass man ihnen sogar einen Namen gab: der »Krieg gegen das Bargeld«.

 

In den Medien wurde immer wieder herausgestellt, dass Terrorgruppen ihre Anschläge mit Bargeld finanzierten. Zahlreiche Länder haben eine Obergrenze eingeführt, bis zu der Geld bewegt werden kann, ohne dass darüber an spezielle Stellen berichtet werden muss. Einige Länder, insbesondere Frankreich, haben bereits damit begonnen, diese Obergrenze weiter herabzusetzen. In einigen Ländern, darunter vor allem Schweden, werden bereits sämtliche Bargeldbewegungen als »verdächtig« angesehen. Damit befinden wir uns bereits mitten in der Phase I, die zuvor als rein hypothetisch angesehen wurde.

 

Das Problem hat sich schneller ausgebreitet, als ich angenommen hatte. Die Regierungen, die dieses Programm betreiben, sind offenbar unter Zeitdruck geraten. Und es gibt nur einen Grund, warum sie nun ein solches Programm, für deren Umsetzung und Akzeptanz in der Bevölkerung normalerweise mehr Zeit eingeplant wäre, so rasch durchdrücken wollen: Sie befürchten, dass eine allgemeine Zusammenbruchskrise ausbricht, bevor sie die zweite Phase des Programms einleiten können.


Auch wenn die meisten aufmerksamen Beobachter erkennen, dass die erste Phase bereits umgesetzt wird, ist die zweite Phase noch nicht deutlich auszumachen, aber ich bin überzeugt, dass dies schon bald der Fall sein wird. Die zweite Phase wird die zweite Welle an Maßnahmen umfassen, die noch weit härter als in der ersten Phase ausfallen werden:

  • Es wird zu eindeutigen Operationen unter falscher Flagge kommen, die belegen sollen, dass Bargeld das bevorzugte Mittel ist, schrecklichste Taten weltweit zu finanzieren.

  • Es wird ein Stichtag festgelegt, von dem an Papiergeld nicht mehr als gesetzliches Zahlungsmittel akzeptiert wird. (Bis zu diesem Zeitpunkt kann es in einer Bank deponiert werden. Nach diesem Stichtag stellt bereits der Besitz von Bargeld eine Straftat dar.)

  • Wenn alles Bargeld in Banken deponiert wurde, werden die negativen Zinsraten erhöht.

  • Die Einziehung von Einlagen kann dann, wie von den Banken gewünscht, umgesetzt werden. (Die Einziehung von Einlagen ist bereits in Kanada, den USA und der Europäischen Union legal möglich.) Der Internationale Währungsfonds (IWF) schlug bspw. 2013 eine zehnprozentige »Schulden-Steuer« auf alle Sparguthaben vor.

  • Der Inhalt ausgewählter Bankschließfächer kann beschlagnahmt werden.

  • Die »freiwillige« Steuerzahlung wird eingestellt. Künftig werden alle Steuern direkt über Lastschriftverfahren eingezogen.

  • Die gesamte Geldmenge eines Staates wird zum Eigentum des ausgebenden Staates erklärt. (Die Bevölkerung kann dieses Geld zwar benutzen, aber sie ist nicht der eigentliche Eigentümer. Der Staat kann daher die Gelder auf jedem Konto einfrieren oder beschlagnahmen, wenn der »Verdacht« auf eine Straftat besteht.)

In den vergangenen Monaten habe ich wiederholt davor gewarnt, da es bereits zur Einziehung von Einlagen gekommen ist, sei damit zu rechnen, dass die Banken sich auch Zugriff auf Bankschließfächer und deren Inhalt verschaffen werden, wie in der obenstehenden Auflistung aufgeführt wurde. Einige Banken, wie etwa JPMorgan Chase, haben bereits Obergrenzen zu Vermögenswerten eingeführt, die in Bankschließfächern eingelagert werden dürfen.

 

Griechenland ist in der Zwischenzeit noch einen Schritt weiter gegangen. Die griechischen Bürger werden in Zukunft Vermögenswerte wie Bargeld in einer Höhe von über 15 000 Euro sowie Juwelenschmuck und Edelsteine mit einem Wert von über 30 000 Euro deklarieren und den genauen Ort des Bankschließfachs, in dem sich diese Vermögenswerte befinden, angeben müssen.

 

Diese Offenlegung ist für den Einleger alles andere als einfach, da er verpflichtet ist, jeden einzelnen Vermögenswert genau zu taxieren. Sollten die Behörden die Wertermittlung – etwa des Schmucks der Großmutter – zurückweisen, ließe dies den Einleger in einem verdächtigen Licht erscheinen. Zudem droht dann eine Beschlagnahme des betreffenden Vermögenswerts.

 

Die Kontrolle privater Vermögenswerte durch den Staat

 

Nach Abschluss der Phase II ist die staatliche Kontrolle der Vermögenswerte Realität. Vielleicht erscheint auch diese Prognose zu sehr als Orwellsche Dystopie – als reine Fiktion. Aber vor weniger als einem Jahr wurde auch der »Krieg gegen das Bargeld« nur von einigen wenigen als zwar ernste, reale Gefahr wahrgenommen, aber mit einer unmittelbar bevorstehenden Verwirklichung rechnete kaum jemand. Das Gleiche gilt auch für die Phase II. Da nun die Phase I offensichtlich begonnen hat, wird sie als beunruhigende Realität anerkannt, aber Phase II ist die logische Folge.

 

Wenn Sie in einer Bank über eine Bargeldeinlage verfügen, gehen Sie selbstverständlich davon aus, dass es sich dabei weiterhin um Ihr Eigentum handelt. Aber das ist nicht der Fall. Aus Sicht der Bank handelt es sich um einen Kredit, den Sie der Bank eingeräumt haben. In Zukunft wird die Bank (mit Genehmigung der Regierung) die Entscheidungsgewalt darüber besitzen, ob und wann sie die gesamte Bargeldeinlage oder nur einen Teil von ihr an Sie auszahlen wird.

 

Dazu werden die Banken bestimmte Regeln aufstellen, wie eine entsprechende Entscheidung getroffen werden soll, und diese Bestimmungen werden sich regelmäßig ändern. Da diese Bestimmungen von den Banken beschlossen werden (die dazu nicht Ihre Zustimmung benötigen), dürfte das Ergebnis mit großer Wahrscheinlichkeit nicht zu Ihren Gunsten ausfallen.

 

Alle, die diesen Artikel lesen, können auf diese Entwicklungen auf drei unterschiedliche Weisen reagieren. Sie können erklären:

  1. »Das ist unmöglich.«

  2. »Es könnte zwar so kommen, aber ich kann nichts dagegen unternehmen. Wir haben es mit einem weltweiten Prozess zu tun.«

  3. »Es muss doch eine Möglichkeit geben, zu verhindern, dass ich auf diese Weise ausgeraubt werde.«

Die erste Gruppe wird sicher die zahlenmäßig größte sein. Ihre Mitglieder werden nichts oder wenig dagegen unternehmen und so zu Opfern werden.

 

Die zweite Gruppe wird sich vielleicht beklagen und möglicherweise sogar ein wenig gegen diese Entwicklungen angehen, aber sie wird nicht ausreichend vorbereitet sein und deshalb letztlich auch zu den Opfern gehören.

 

Die dritte Gruppe wird nach Auswegen suchen, und da gibt es durchaus reale Erfolgsaussichten. Die oben genannten Bemühungen finden zwar auf internationaler Ebene statt, aber sie sind nicht wirklich im umfassenden Sinne global.

 

Es wird immer Rechtssysteme geben, die sich traditionell nicht von den weltweit vorherrschenden Mächten vereinnahmen lassen. Sie haben nicht die Absicht, sich wie die Lemminge von der Klippe zu stürzen, und werden einen anderen Kurs einschlagen.

 

Sie bieten denjenigen eine Zuflucht, die dem zusammenbrechenden System entkommen wollen. Aber um es in aller Deutlichkeit zu sagen, die Zeit drängt mehr als jemals zuvor: Das Zeitfenster ist dabei, sich zu schließen.

 

Wie man der Enteignung entkommt

 

Der Ausweg ist überraschend einfach, aber seine Umsetzung verlangt Kraft und Entschlossenheit:

  • Wenn Sie in einem Rechtssystem leben, das den genannten Kurs eingeschlagen hat, müssen Sie Ihr Geld in eine Region bewegen, die traditionell für ihre stabile Regierung bekannt ist, niedrige oder keine direkten Steuern erhebt und wenige Bestimmungen oder Einmischung in Bezug auf Vermögenswerte aufweist.

  • Wandeln Sie Ihre Vermögen in solche Vermögenswerte um, die von räuberischen Regierungen nur schwer in Besitz zu nehmen sind (etwa vom Ausland gehaltene Edelmetalle und Immobilien im Ausland).

  • Entwickeln Sie einen »Ausstiegsplan«, der Ihnen im Fall der Fälle einen Fluchtweg garantiert.

 

 

 

 

 

 

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