Sunday, 29. May 2016
14.09.2015
 
 

Peter Hambro: »Es ist praktisch unmöglich, in London physisches Gold zu bekommen«

Koos Jansen

Kurz nachdem mein Kollege Ronan Manly einen ausführlichen Artikel darüber verfasst hatte, wie viel Gold sich noch in London befindet (nicht mehr viel), griff der Vorstandschef und Mitbegründer der Minengesellschaft Petropavlovsk, Peter Hambro, im Fernsehsender Bloomberg Television ebenfalls dieses Thema auf. Ähnlich wie Manly ist auch er überzeugt, in London sei nicht mehr viel reales Gold zu finden.

 

Weiter sagte er:

»Ich gehe davon aus, dass [die Chinesen] und auch die Inder erhebliche Mengen gekauft haben bzw. noch dabei sind zu kaufen. Es ist praktisch unmöglich, in London physisches Gold aufzutreiben, um es in diese Länder zu liefern. Wir erhalten ständig Anfragen aus Russland, wir sollten doch bitte unser physisches Gold nach Indien und China verkaufen. Denn es gibt kein physisches [Gold] mehr, nur endlose Versprechen. Und ich mache mir große Sorgen, der Markt, der Papiermarkt, könnte seine Forderungen geltend machen und dann müssten die Leute erklären: ›Tut uns leid, wir müssen unsere finanziellen Positionen glattstellen.‹ Und das wäre dann das Ende.«

Dieses kurze Zitat erklärt vielleicht auch, warum es sich bei den direkten britischen Goldexporten nach China im Juni nicht um einen Nettoabfluss aus Großbritannien handelte – weil nur noch wenig Gold in London vorhanden ist (Manly, Hambro) und Großbritannien daher seine Goldimporte aus den USA auf 19,5 Tonnen im Juni erhöhen musste, die dann nach China gebracht wurden.

 

Auch die Financial Times berichtete am 2. September über die Goldknappheit in London:

»Die Kosten für das Leihen physischen Goldes sind in London in den vergangenen Wochen stark angestiegen. Grund dafür war Berichten von Marktteilnehmern zufolge die Nachfrage von Händlern, die Gold an Raffinerien in der Schweiz liefern mussten, bevor es dann geschmolzen und etwa nach Indien gebracht wurde.

›[Dieser Anstieg] weist auf eine Verknappung von Gold im Markt für sofortige Lieferungen hin‹, erklärte Jon Butler, Analyst bei Mitsubishi.«

Ich habe darüber auch mit dem Vorstandschef von BullionStar, Torgny Persson, in Singapur gesprochen, wie er die gegenwärtige Lage auf dem Edelmetallmarkt einschätzt. Er entgegnete, sowohl auf dem Gold- als auch auf dem Silbermarkt komme es gegenwärtig zu Knappheiten. Weiter sagte er:

»Ich habe gerade mit A-Mark, einem der weltweit größten Großhändler, gesprochen. Sie berichten, sie hätten kein sofort verfügbares Gold oder Silber mehr. Aus diesem Grunde nähmen sie derzeit keine Bestellungen für Silver Maples und Silver Philharmonics mehr an. Silver Eagles seien erst Ende November wieder lieferbar. Auch der Edelmetallbarren-Hersteller Pamp gebe lange Lieferzeiten für alle geprägten Goldbarren an.

Wir selbst haben die meisten unserer Produkte noch auf Lager, weil wir in den letzten Wochen unsere Bestände soweit aufgestockt haben, wie wir nur konnten. Aber bei vielen Produkten können wir unser Lager gegenwärtig nicht mehr auffüllen, wenn wir unsere jetzigen Bestände verkauft haben.

Sowohl auf der Großhandels- als auch auf der Einzelhandelsebene sowie bei Bulkware kommt es nun zu massiven Engpässen… Wenn die Papierpreise [für Edelmetalle] nicht sinken, dürfte es diesmal keine Entspannung geben, und dann gerät das ganze Fiat-Wertpapier-Kartenhaus (einschließlich der Preise für Papiergold und Papiersilber) ins Wanken. Sollte es dazu kommen, dass es selbst bei Größenordnungen von Ein-Kilo-Goldbarren und 1000-Unzen-Silberbarren zu Verknappungen kommt, steht der Kaiser ohne Kleider da.«

 

 

 

 

 

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Leser-Kommentare (7) zu diesem Artikel

24.09.2015 | 16:29

rospo

Glaubt Ihr immer noch, dass unser Gold in London, Paris und in der USA vorhanden ist?? Wir brauchen wieder die Bindung an Gold. Unsere Regierung und ihre Eliten sind in den letzten 30 Jahren so korrupt geworden, dass mir das Kotzen kommt. Was hat man nur mit der deutschen Wertarbeit gemacht? Hooton, Kaufmann und George Orwell sollten Recht bekommen mit ihren Zukunftsversionen.


14.09.2015 | 21:38

Rudolf-Robert Davideit

Tja Biotonne, Erdöl ist ein Produkt von geologisch wohl definierten abiotischen Prozessen, während Johannes BÖTTGER beim dem Versuch Gold aus dem nichts zu schaffen wenigsten das Meißener Porzellan (die Meißener Kanzleisprache ist übrigens das LUTHER-Deutsch) reproduzierte! Noch Fragen?


14.09.2015 | 21:31

rotepmal

Biotonne: Glaubt etwa irgendjemand, Ihr Beitrag sei für "die Tonne"!


14.09.2015 | 21:13

Biotonne

"Wenn die Papierpreise [für Edelmetalle] nicht sinken, dürfte es diesmal keine Entspannung geben" Genauso wird es kommen. Edelmetallpreise werden - wie in den letzten Jahren - tendenziell weiter sinken: bspw. via Leerverkäufe mit Papiergold an handelsschwachen Tagen. Es funktionierte in der jüngeren Vergangenheit wunderbar, weshald soll es sich jetzt plötzlich ändern? Es gibt auf der Welt sehr, sehr wenig Dinge, die aufhören und völlig neu starten. Schon gar nicht...

"Wenn die Papierpreise [für Edelmetalle] nicht sinken, dürfte es diesmal keine Entspannung geben" Genauso wird es kommen. Edelmetallpreise werden - wie in den letzten Jahren - tendenziell weiter sinken: bspw. via Leerverkäufe mit Papiergold an handelsschwachen Tagen. Es funktionierte in der jüngeren Vergangenheit wunderbar, weshald soll es sich jetzt plötzlich ändern? Es gibt auf der Welt sehr, sehr wenig Dinge, die aufhören und völlig neu starten. Schon gar nicht Wirtschaftssysteme Wir befinden uns nicht vor einem Systemabbruch sondern in einer Transformationsphase. JP Morgan hat bspw. kaum noch physisches Gold "im Keller". Glaubt irgendjemand wirklich allen Ernstes, dass sich in dieser manipulierten Welt plötzlich "alles" ändert, der Goldpreis in die Höhe schnellt und den US-Dollar (und alles andere FIAT-Geld) damit wertlos erscheinen lässt? Glaubt irgendjemand, dass eine Großbank wie JP Morgan, die massgeblich den Goldpreis mit bestimmt, selbst kaum Gold im Keller hat, es erlaubt, dass der Goldpreis "am nächsten Tag" in die Höhe schnellt und "alle anderen" reich werden, nur die Bank nicht? Hört auf mit Träumen, gold bugs! Gold ist (wie Öl) hochgradig politisiert. Es wird steigen. Aber langfristig. In 10 Jahren ist es vielleicht bei USD 2.000. Kurzfristig kann es weiter dramatisch sinken. So wie alle Rohstoffe zurzeit....


14.09.2015 | 19:13

eddy

wann schafft ihr es endlich diese scheiss spamer rauszuschmeissen !!


14.09.2015 | 18:21

willy_winzig

Und wo ist das Gold der Bundesbank, dass doch angeblich in Londom und den USA lagert? Das hat es niemals gegeben! Es waren nur Umbuchungen, als Gegenleitung für die Handelüberschüsse der Deutschen in den 1950zigern und 1960zigern Jahren! Genau wie heute erhalten wir für unsere Waren die wir ins Ausland liefern, nur Zahlungsversprechen in Form von Wertlosen Papier bzw. im Falle des EZB System´s nur Target 2 Forderungen, die wir dann abschreiben dürfen! In Wahrheit haben wir...

Und wo ist das Gold der Bundesbank, dass doch angeblich in Londom und den USA lagert? Das hat es niemals gegeben! Es waren nur Umbuchungen, als Gegenleitung für die Handelüberschüsse der Deutschen in den 1950zigern und 1960zigern Jahren! Genau wie heute erhalten wir für unsere Waren die wir ins Ausland liefern, nur Zahlungsversprechen in Form von Wertlosen Papier bzw. im Falle des EZB System´s nur Target 2 Forderungen, die wir dann abschreiben dürfen! In Wahrheit haben wir deshalb ein so großen Exportüberschuss, weil wir unsere Waren verschenken!!! Das Gold der Bundesbank in den USA, GB und Frankreich hat es nie gegeben!!! Alles nur buchungstricks!!!

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