Sonntag, 11. Dezember 2016
23.02.2015
 
 

Greenspan: Wir stehen vor einem »bedeutenden Marktereignis«

Mac Slavo

Da die amerikanische Notenbank Federal Reserve (Fed) ja Billionen von Dollar bereitstellt, um das Wirtschaftssystem liquide zu halten, wiegen sich viele Investoren und Finanzexperten in der trügerischen Gewissheit, dass die grundlegenden wirtschaftlichen Probleme, denen sich die USA im Zusammenhang mit der Krise des Jahres 2008 gegenübersahen, endgültig gelöst seien.

 

Aber Insider wissen es besser. Und wenn es jemanden gibt, der die amerikanische Geld- und Währungspolitik und deren langfristige Auswirkungen auf die Innen- und Außenpolitik versteht, dann der frühere Fed-Chef Alan Greenspan.

Als Chef der wohl einflussreichsten Zentralbank der Welt – eine Funktion, die er fast zwei Jahrzehnte lang innehatte –, gehört er sicherlich zu den intimen Kennern der Diskussion und Machenschaften der Regierung, die uns in unsere heutige Lage gebracht haben.

 

Vor einiger Zeit kam Greenspan im Rahmen der New Orleans Investment Conference mit dem altgedienten Rohstoff-Analysten Brien Lundin ins Gespräch und teilte ihm einige seiner Gedanken zur gegenwärtigen Lage mit.

 

Laut Lundin ließ der frühere Notenbankchef keinen Zweifel daran, dass sich die Fed einem sehr ernsten Problem gegenübersähe, welches massive Auswirkungen auf die Zukunft haben werde:

»Wir fragten ihn, wo seiner Ansicht nach der Goldpreis in fünf Jahren stehen werde, und er sagte: ›Deutlich höher‹.

Im nichtöffentlichen Gespräch fragte ich ihn nach den Folgen des hohen Schuldenstandes … und der Tatsache, dass die Verschuldung in den USA ein solches Ausmaß erreicht habe, dass es in irgendeiner Form zu einer Abwertung der Währung kommen müsse. Im Einzelnen meinte er, [angesichts] der Phase der lockeren Geldpolitik (»Quantitative Easing«, QE) und der Null-Zins-Politik der Fed könne man nicht davon ausgehen, dass eine Beendigung dieser Politik ohne einige massive Marktereignisse stattfinden werde … Seiner Ansicht nach handelt es sich dabei entweder um einen Crash auf den Aktienmärkten oder eine lang anhaltende Rezession, die dann wiederum eine weitere Runde der geldpolitischen Reflation durch die Fed auslösen würde.

Seiner Ansicht nach stehen wir vor einem Großereignis, weil wir diese Phase der massiven Liquiditätsschöpfung nicht ohne Folgen [für die Märkte] verlassen können – und zwar massive Folgen –, von denen der Goldpreis profitieren wird.«

Wenn wir tatsächlich vor einem massiven Marktereignis stehen, wie es Alan Greenspan prognostiziert, dann sollten Maßnahmen zum Vermögensschutz einen zentralen Aspekt aller zukünftigen Strategien zur Krisenvorbereitung ausmachen.

 

Interessanterweise gehörte Greenspan vor seiner Ernennung zum amerikanischen Notenbankchef selbst zu den Befürwortern eines Goldstandards und einer auf Stabilität ausgelegten Geldpolitik.

 

Während seiner Amtszeit äußerte er sich zwar nicht viel dazu, aber gegenwärtig verweist er immer wieder darauf, dass mit einer deutlichen Erhöhung des Goldpreises in den kommenden fünf Jahren zu rechnen sei.

 

Vermutlich gründet sich seine Einschätzung auf die Befürchtung, dass der Dollar, wie Lundin bemerkt, bald aller Wahrscheinlichkeit abgewertet werden wird:

»Irgendwann muss [die gegenwärtige Entwicklung] zu Ende gehen ... Ein Blick auf die Entwicklung des US-Dollar-Indexes zeigt, dass er in den letzten Monaten eine hyperbolische Entwicklung genommen hat. Und auf jedem Markt, der sich so einseitig und rasant entwickelt, wird ein solcher Trend enden … und zwar auf drastische Weise.«

Und wenn der Goldpreis als Folge dieser Entwicklung steigt, werden davon auch andere Rohstoffpreise im Energie- und Bergbaubereich erfasst werden. Es geht ganz einfach darum, dass diese Vermögenswerte, die für die Funktionsfähigkeit unseres Systems notwendig sind, immer einen Wert besitzen, und dies gilt insbesondere dann, wenn der US-Dollar schwächelt und eine Abwertung droht. Uran liefert beispielsweise die Energie für ein Fünftel der amerikanischen Haushalte.

 

Und das bedeutet, dass es unabhängig von der Wertentwicklung des Dollars immer ein notwendiger Rohstoff sein wird. Lundins Einschätzung wurde vom Vorstandschef der Uranium Energy Corp., Amir Adnani, geteilt, der vor Kurzem erklärte, in der Zukunft sei mit einem Preisanstieg bei Uran und anderen Rohstoffen wie Gold zu rechnen.

 

Ähnliches gilt auch für Erdöl und landwirtschaftliche Ressourcen. Sie werden unabhängig davon, ob der Dollar einen hohen Wert besitzt oder ob dieser unter seinem eigenen Gewicht zusammenbricht, immer einen Wert besitzen.

 

Wenn wir daher über Möglichkeiten nachdenken, Vermögenswerte zu schützen und uns von dem sich abzeichnenden Wertverfall der amerikanischen Währung abzugrenzen, sollte man erwägen, sich physische Werte anzuschaffen.

 

Einige verstehen darunter, Vorräte an Nahrungsmitteln und anderen Verbrauchsgütern anzulegen, weil sie aufgrund der Warnung Greenspans negative Auswirkungen eines solchen »massiven Marktereignisses« auf die Kreditversorgung und die Verfügbarkeit wesentlicher Güter befürchten.

 

Andere wiederum, die gegenwärtig vielleicht auf Aktien, Staatsanleihen oder Bargeld setzen, werden nun darangehen, ihr Portfolio zu streuen und solide Rohstoff-Unternehmen aufnehmen. Beide Gruppen werden nicht nur ihr Vermögen auch unter turbulenten Währungsveränderungen schützen, sondern vermehren, wenn der Wert realer physischer Vermögenswerte steigt.

 

Immerhin hat der Mann, der unter vier Präsidenten im Wesentlichen für die amerikanische Geldpolitik verantwortlich zeichnete, nun erklärt, dass es zu einem »massive Marktereignis« kommen wird, wenn die Fed tatsächlich gezwungen sein sollte, ihre lockere Geldpolitik und ihre Null-Zins-Politik zu ändern.

 

Sind Sie auf eine solche Situation vorbereitet?

 

 

 

 

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Leser-Kommentare (23) zu diesem Artikel

02.03.2015 | 20:49

MAX

Diese Weissagungen sind ein Blick in die Glaskugel.


24.02.2015 | 20:01

Dieter

Es ist ganz einfach. Immer 100 Leute tun sich zusammen und legen jeden Tag 1,- € auf die Seite. Das wären im Schnitt ca. 1 ha Land/Jahr. Das machen wir und unserer Kinder solange, bis die Erde uns gehört.
Wer diese Idee weiter verfolgt, kommt auf die tollsten Ergebnisse.


24.02.2015 | 14:28

Deus ex Machina

Greenspan rules. Mein Lieblingssatz von ihm: "Wenn Sie mich verstanden haben, dann habe ich mich wahrscheinlich nicht undeutlich genug ausgedrückt." --- Das "massive Marktereignis", tja, was das wohl sein mag. Ich hoffe, daß es die richtigen träfe. Aber wie es so oft in der Geschichte ausgesehen hat, werden die Kleinen hungern, weil die Großen was ausgefressen haben.


24.02.2015 | 14:09

G.Wissen

@Hansi Flicker + "oh Gott": Schon mal was von Meinungsfreiheit gehört? "Ich muß eine Meinung nicht teilen, ich kann sie sogar abscheulich finden, aber ich würde mein Leben dafür geben, daß sie frei geäußert werden darf" hat mal ein kluger Mensch gesagt. Einfach mal darüber nachdenken. Dann unterlassen Sie es in Zukunft vielleicht hier Ihre Meinungsdiktatur durchsetzen zu wollen. Zensierte Meinungsforen haben wir weißgott zur genüge. Vielleicht fühlen Sie sich...

@Hansi Flicker + "oh Gott": Schon mal was von Meinungsfreiheit gehört? "Ich muß eine Meinung nicht teilen, ich kann sie sogar abscheulich finden, aber ich würde mein Leben dafür geben, daß sie frei geäußert werden darf" hat mal ein kluger Mensch gesagt. Einfach mal darüber nachdenken. Dann unterlassen Sie es in Zukunft vielleicht hier Ihre Meinungsdiktatur durchsetzen zu wollen. Zensierte Meinungsforen haben wir weißgott zur genüge. Vielleicht fühlen Sie sich da ja wohler? Zum Thema: Einige hier haben es schon sehr gut erkannt: Das Problem sind einzig und allein die privaten Banken mit ihrem Zins und Zinseszinssystem und die daraus resultierende Großfinanz. Geld arbeitet nicht, es lässt (andere für sich) arbeiten! Erst wenn sich diese Erkenntnis durchgesetzt hat, ist ein Neuanfang möglich. Der größte Raubzug der Geschichte muß ein Ende haben. Dieses Ende wird wohl nicht mit friedlichen Mitteln erreicht werden können, aber lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.


24.02.2015 | 08:57

Kassander

Haha @ EU-Gegner, erzähle das mit dem Völkerrecht doch mal dem Richter wenn Du Deine Rechnungen nicht mehr bezahlen kannst. Der wird kräftig mitlachen, wenn er denn den Humor dafür noch hat und nicht bereits zu sehr "enervierd" ist von den Primaten die da so Witze erzählend vor ihm stehen... ;-)


24.02.2015 | 08:52

Kassander

Leute wie Greenspan wissen nicht nur wie der Markt läuft, sie manipulieren ihn auch! Daher kann ich nicht verstehen, wieso man solchen Leuten und ihren Prognosen glauben oder folgen sollte... das ist überhaupt nichts wert!

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