Freitag, 2. Dezember 2016
18.08.2014
 
 

Investment-Guru warnt: »Der Markt ist sehr crashanfällig … sehr fragil«

Mac Slavo

Vor der Finanzkrise 2008 warnte der bekannte Investmentmanager Bill Fleckenstein, die Immobilien- und Aktienmärkte stünden vor einem Zusammenbruch. Daraufhin positionierte er seine Anlagen und die seiner Klienten neu, sodass sie in der Lage wären, die schlimmsten Folgen der hereinbrechenden Krise aufzufangen. Anders als Millionen anderer Menschen, die miterleben mussten, wie sich bis zu 40 Prozent ihres Vermögens bis Mitte 2012 in Luft auflösten, überlebte Fleckenstein die Krise und erzielte sogar noch Gewinne, weil er gegen die offizielle Propaganda gewettet hatte.

 

Im Gegensatz zu den meisten Amerikanern, die offenbar das von der Regierung verbreitete Märchen eines Aufschwungs geschluckt haben, ist Fleckenstein davon keineswegs überzeugt, und jetzt läutet er erneut die Alarmglocke.

In einem Interview mit Erik King von Kings World News erklärte Fleckenstein, die gleichen Machenschaften und die Korruption, die für den Zusammenbruch unserer Wirtschaft und der Finanzsysteme 2008 verantwortlich waren, stellten auch heute noch eine massive Gefahr dar:

»Es ist ausgeschlossen, dass die Entwicklung der Finanzmärkte in Amerika ein gutes Ende nimmt, weil uns die lockere Geldpolitik bis hierher geführt hat …

Das kann wahrscheinlich nicht gut enden. Es ist schon viel zu lange so gelaufen.

Aber es ist immer noch nicht möglich, vorherzusagen, wann die große Veränderung kommt und was der Auslöser sein wird.

Man muss erkennen, dass wir es hier mit einer sehr fragilen, anfälligen Struktur zu tun haben. Der Markt ist sehr crashanfällig. Hinzu kommt, dass aufgrund der Ereignisse im Zusammenhang mit den Banken – die Algorithmen und die ganzen anderen Dinge keine Liquidität mehr verfügbar sein wird

Immer mehr Kapital wurde falsch platziert, und immer mehr Menschen verhielten sich leichtsinnig. In dieser Einstellung wurden sie [von der lockeren Geldpolitik der amerikanischen Notenbank] Federal Reserve (Fed) bestärkt. Es kamen immer schlechtere Wertpapiere im Sinne von Schrott-Papieren und ähnlichen Dingen auf den Markt.

Aber dürfte das Wissen um diese Situation, die Lage nicht noch weiter verschlechtern? Ja, das ist sehr wahrscheinlich und wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch so kommen, aber wie schlimm es werden wird und welche Richtung die Entwicklung einschlagen wird, lässt sich bisher noch nicht sagen. Als [2007/2008] die Immobilienblase platzte, wusste ich, dass die Wirtschaft massiv einbrechen würde, weil die Immobilienblase der Motor der wirtschaftlichen Entwicklung gewesen war.«

Fleckenstein weist darauf hin, dass die nächste Welle der Panikverkäufe nur sehr schwer aufzuhalten sein werde, weil das Finanzsystem nicht mehr über ausreichende Liquidität verfüge. Panikverkäufe würden dann zu einer negativen Rückkopplung führen, und der Crash würde sich selbst weiter verstärken.

 

Fazit: Das ganze System wird uns um die Ohren fliegen, und die Folgen dürften noch weitaus schlimmer als 2008 ausfallen.


Fleckenstein steht mit dieser Auffassung nicht allein. Einer der weltweit bekanntesten Anleger scheint ebenfalls das Vertrauen in den angeblichen Wirtschaftsaufschwung und die Gesundheit der amerikanischen Finanzmärkte verloren zu haben. Nach einer vor Kurzem veröffentlichten Analyse, auf die insbesondere Drudge Report hinwies, wettet der milliardenschwere Investor George Soros derzeit massiv auf einen Finanz- und Wirtschaftszusammenbruch:

»Neben anderen Schwerpunkten erhöhte Soros Management Fund massiv einen Bear-Call-Spread auf den Aktienindex S&P 500. Der Fonds erhöhte eine Put-Position – eine Wette auf einen Rückgang des Marktes – auf den S&P 500 ETF SPY-Index [ein Index börsengehandelter Investmentfonds] gemessen am Wert und prozentualem Anteil am Portfolio auf ihren bisher größten Umfang – eine Erhöhung um 605 Prozent gegenüber dem vorangegangenen Vierteljahr.«

Auch der Trendforscher Gerald Celente erklärte gegenüber King World News, man stehe kurz vor dem nächsten weltweiten Zusammenbruch:

»Die Umsätze von WalMart sind schwach. Ähnliches hört man von fast allen größeren Unternehmen.

Sie melden stagnierende oder sogar sinkende Laden-Umsätze.

Und warum? Weil die Leute entweder schlechte Arbeitsplätze oder gar keine haben.«

Diese statistische Tatsache wird auch vom Ökonomen John Williams von Shadow Stats aufgegriffen, der vor Kurzem erklärte, das System sei so verschlissen, dass es nicht mehr zu retten sei. Dabei verwies er vor allem auf die negative BIP-Wachstumsrate des ersten Quartals 2014 sowie die Tatsache, dass die meisten Amerikaner über keine finanziellen Reserven und damit Kaufkraft mehr verfügten, was auf eine anhaltende Verschlechterung der Wirtschaftslage hindeute:

»Wir stehen erneut vor einem Abschwung. Der Grund dafür hat damit zu tun, dass die Verbraucher knapp bei Kasse sind … und nicht mehr über die Liquidität verfügen, die notwendig wäre, um die Nachfrage und den Konsum anzukurbeln.

Das Einkommen … das inflationsbereinigte Median-Haushaltseinkommen liegt so niedrig wie 1967. Der Durchschnitts Arbeitnehmer verliert aufgrund der Inflation …

Der Privatkonsum macht mehr als zwei Drittel der Wirtschaft aus – ohne eine gesunde Kaufkraft der Verbraucher ist daher ein positives nachhaltiges Wachstum der amerikanischen Wirtschaft unmöglich.

Und deshalb wird es nicht dazu kommen.«

Die Mainstream-Experten und Regierungsvertreter können versuchen, einen Aufschwung herbeizureden, so viel sie wollen. Tatsache ist, die Wirtschaft liegt immer noch in Scherben. Millionen Arbeitsplätze wurden vernichtet, und gut bezahlte neue Arbeitsplätze sind dünn gesät. Wir nähern uns rasch der Schwelle von 50 Millionen Menschen an, die von Hilfsleistungen der Regierung abhängig sind, nur um ihren grundlegenden Bedarf an Lebensmitteln decken zu können.

 

Das System, so wie es jetzt existiert, lässt sich einfach nicht weiter aufrechterhalten, und es ist nur eine Frage der Zeit, bis es zusammenbricht. Auch wenn niemand von uns vorhersagen kann, wie sich dies in den Vereinigten Staaten auswirken würde, liefert ein Blick auf andere Länder, die in den vergangenen fünf Jahren die Hauptlast der Krise tragen mussten, Anhaltspunkte dafür, womit wir rechnen müssen.

 

In Griechenland, immerhin ein Mitgliedsland der industrialisierten und wirtschaftsstarken Europäischen Union (EU), ist die Lage so schlecht, dass die Menschen keinen Zugang zu lebensrettenden Medikamenten oder Nahrungsmitteln hatten und es sehr schnell zur Entstehung von Tauschmärkten kam, um die Nachfrage in einer Gesellschaft zu befriedigen, in der die traditionelle Währung für die Bezahlung von Gütern und Dienstleistungen des alltäglichen Bedarfs nicht mehr verfügbar war.

 

Sollte den Vereinigten Staaten das gleiche Schicksal drohen, würde die Entwicklung hier noch weitaus schlimmere Formen annehmen. Allein schon aus diesem Grund ist es wichtig, sich im Voraus auf derartige krisenhafte Entwicklungen vorzubereiten. Wir mussten bereits erleben, was geschieht, wenn das elektronische Zahlungssystem EBT (Electronic-Benefit-Transfer), das u.a. Empfänger von Lebensmittelhilfe mit Geld versorgt, nur einen halben Tag lang zusammenbricht.

 

In der nächsten Finanzkrise, in der es der Regierung schwerfallen wird, ihre sozialen Versprechungen in Milliardenhöhe zu erfüllen, wird in der Bevölkerung eine Riesenpanik ausbrechen. Wir wissen nicht, wie folgenschwer und gefährlich es werden könnte, aber wenn es auch nur annähernd so schlimm wird wie im Falle des Zusammenbruchs der argentinischen Wirtschaft 2001, werden die Menschen alles unternehmen, um sich Nahrungsmittel, Edelmetalle, Medikamente und andere wichtige Versorgungsgüter zu beschaffen.

 

Sich jetzt mit diesen lebensnotwendigen Gütern zu bevorraten, entweder um sie im Notfall selbst zu verbrauchen oder um sie einzutauschen, verschafft einem zumindest eine gewisse Sicherheit und Atempause, wenn sich die Massen draußen um Abfälle prügeln. Fangen Sie heute damit an, Vorbereitungen für den Krisenfall zu treffen, denn die Anzeichen für den unvermeidlichen Zusammenbruch unserer gewohnten Lebensweise in naher Zukunft sind unübersehbar.

 

Denn diesmal wird es, wie Bill Fleckenstein bemerkt, wahrscheinlich nicht gut ausgehen.

 

 

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Leser-Kommentare (1) zu diesem Artikel

23.08.2014 | 20:28

GLADIO

Die Welt ist der Götzendienerei am Geld verfallen, und für ihr Überleben, die Gewinne aus Kriegen braucht. (Papst Franziskus)

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