Wednesday, 25. May 2016
27.03.2016
 
 

»Unsichtbare Verkäufer« – Drei Torpedos, die auf den Aktienmarkt zurasen

Markus Gärtner

Die Notenbanken zocken nicht am Aktienmarkt mit. Lange wurde uns dies nach der Finanzkrise von 2008 versichert – bis es nicht mehr zu verheimlichen war. Jetzt kommt die Manipulation der Märkte dank einer Analyse des Risiko- und Anlagespezialisten Value Bridge Advisors in erschreckender Deutlichkeit ans Licht: 93 Prozent des Aufschwungs an der Wall Street seit 2008 wurden mit der Notenpresse bewerkstelligt. Das ist jedoch gar nicht mal das eigentlich Schockierende.

 

Der Umkehrschluss ist das wahrhaft Bedrohliche an diesem Befund. Denn so viel – 93 Prozent – könnte der Aktienmarkt von seinen Zuwächsen auch wieder verlieren, wenn die Notenbanker ihre Exzesse beenden und die Luft aus den Wertpapieren rauslassen.

 

Laut dem neuen Befund der Value Bridge Advisors ging im ersten Halbjahr 2013 sogar der gesamte Kurszuwachs am Aktien- und Anleihemarkt in New York auf das Konto der Notenbank (Fed).

 

Auch in jüngster Zeit bestätigt sich, was die Finanzspezialisten da herausgefunden haben: Denn seit Ende 2014, seit die Fed ihr QE-Programm einstellte und keine Anleihen mehr verkaufte, bewegt sich der S&P-500-Aktienindex in einem Band mit einer Breite von 16 Prozent seitwärts. Er hat folglich keinen künstlichen Auftrieb mehr.

 

Aber es kommt noch schlimmer, wie der Finanzexperte Dimitri Speck in der neuesten Ausgabe seines Newsletters »Sicheres Geld« detailliert ausführt: Mit den riesigen Staatsfonds, den Notenbanken und dem konjunkturellen Rückschlag in den rohstoffreichen Nationen treten nun drei große »unsichtbare Verkäufer« an den Wertpapiermärkten auf, die die Aktien »weiter nach unten drücken werden«.

 

Speck sieht in den bereits angelaufenen Verkäufen dieser großen Marktteilnehmer »beschleunigende Torpedos, die sich leise und unbemerkt dem Herz des Aktienmarktes nähern«.

 

In der Tat: Die großen Staatsfonds, deren Spitzentrio mit insgesamt 2,3 Billionen Dollar Anlagevermögen so viel Geld jongliert wie Brasiliens Wirtschaft in einem ganzen Jahr erwirtschaftet, speisen ihr Anlagevermögen zu über der Hälfte aus dem Ölreichtum der Länder, von denen sie betrieben werden.

 

Doch Ölexporteure wie Saudi-Arabien, die Emirate oder Norwegen nehmen derzeit zwei Drittel weniger für ihre Öllieferungen ein als noch vor zwei Jahren. Und weil die Öl-Einnahmen implodiert sind, gehen diese riesigen Fonds auf die Verkäuferseite.

 

Aktien werden aber bereits auch von den Notenbanken abgestoßen, von denen sich einige laut Speck in den vergangenen Jahren zu regelrechten Hedgefonds entwickelt haben. Zum Beispiel die Schweizerische Nationalbank.

 

Sie versiebenfachte ihre Fremdwährungsreserven in den sieben Jahren bis Mitte 2015 und kaufte in dieser Zeit immer mehr Aktien. Hielt sie 2009 lediglich sieben Prozent ihrer damals noch deutlich kleineren Reserven in Aktien, so stockte sie das Engagement inzwischen auf 18 Prozent der Reserven auf.

 

Doch die Schweizerische Nationalbank kürzte laut Speck 2013 erstmals jene Dividende, die sie sonst an die Bundesregierung und die 26 Kantone ausschüttete, auf null. Und 2015 wurde wegen der Aufwertung des Franken sogar ein Rekordverlust von 23 Milliarden Franken ausgewiesen.

 

Zählt man noch die erheblichen Mittelabflüsse der großen Aktienfonds in den USA hinzu – sie erlebten 2015 unter dem Strich einen Kapitalabfluss von fast 77 Milliarden –, dann werden die Aktienmärkte jetzt »von drei Seiten in die Zange genommen«.

 

Speck hält für Anleger dreifachen Rat parat, um einigermaßen heil durch die Turbulenzen zu kommen, die sich abzeichnen: Short-ETFs, mit denen man auf sinkende Kurse setzen kann, dazu Edelmetalle und »ausgewählte Fremdwährungsanleihen, um sich vor den Schuldenproblemen der Euro-Zone zu schützen«.

 

 

 

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