Wednesday, 25. May 2016
23.02.2016
 
 

Der Rebound beim Gold und das Bargeldgefängnis

Markus Gärtner

Der Goldpreis ist seit Jahresbeginn um 16 Prozent gestiegen. Kaum eine andere Wertanlage schneidet 2016 bisher so gut ab wie das gelbe Edelmetall. Wer sich den Kursverlauf anschaut, weiß: Nach vier Jahren mit herben Kursverlusten bahnt sich beim Gold eine Erholung an. Viele meinen, eine kräftige Rallye vorherzusehen.

 

Dafür gibt es gute Gründe, auch wenn Investmentbanken, die seit Jahren das Gold nach unten reden und spekulieren, weiterhin Szenarien mit sinkenden Preisen verbreiten. Sie wollen einen blinden Glauben an die Allmacht der Notenbanken erhalten. Solange die Geldvermehrer als Götter gesehen werden, braucht man kein Gold als Rückversicherung für miese Zeiten. Das ist die Logik und Kalkulation der Gold-Miesmacher.

Doch ihr Problem ist: Der Glaube an die Notenbanken ist schon weitgehend zerstört. Jetzt geht er mit der Aussicht auf negative Zinsen und ein Bargeldverbot restlos flöten. Anleger, Sparer und Steuerzahler haben die Zentralbanken bei ihrem missratenen Versuch, mit immer mehr Geld die Wirtschaft anzuschieben, längst durchschaut.

 

All das billige Geld hat nichts geholfen.

 

Japans Wirtschaft erlebt im fünften der letzten sieben Quartale eine schrumpfende Wirtschaft. Und das, obwohl keine andere Notenbank der Welt die Geldschleusen so weit geöffnet hat wie die Bank of Japan.

 

Selbst in China ist der gigantische Geldanschub, der nach der Finanzkrise gestartet wurde, verpufft. Die Volksrepublik erlebt die geringste Wachstumsrate in einem Vierteljahrhundert.

 

In den USA geht der angeblichen Erholung, die mit Helikoptergeld, einem künstlichen Energieboom und getürkten Statistiken herbeigeführt wurde, erneut die Puste aus. Die Abkühlung ist so ausgeprägt, dass die Notenbank (Fed) ernsthaft zweifelt, ob die gerade erst eingeleitete Zinswende nach oben der richtige Schritt war.

 

Und in Europa steht Mario Draghi angesichts einer stagnierenden Wirtschaft und einem Sinkflug beim Ifo-Index ebenfalls mit leeren Händen da.

 

Das ist genau das Szenario, in dem Gold einen neuen Höhenflug beginnen kann: Die Notenbanken haben ihr Pulver verschossen und werden sogar in den Geschäftsbanken angezweifelt. Wer stützt jetzt die Märkte, wenn eine größere Sicherung durchbrennt? Die Zinsen sind schon am Boden.

 

Und die Regierungen haben kein Geld mehr. Die Notenbanken werden wider alle Vernunft die Weltwirtschaft mit noch mehr Geld fluten. Und sie wird flächendeckend mit Strafzinsen operieren.

 

Weil jetzt schon für ein Viertel der Weltwirtschaft Negativzinsen eingeführt wurden – und als Nächstes die Verwendung von Bargeld eingeschränkt oder ganz untersagt wird –, lösen die Notenbanken eine Panik aus.

 

Kaum jemand, der kein Geld bei der Bank abheben will, um es unter die Matratze zu legen. Kaum jemand, der noch nicht beim nächsten Münzhändler auf Shoppingtour gegangen ist. Und kaum jemand, der das nicht plant.

 

Für sieben Billionen Dollar sind Staatsanleihen im Umlauf, die negativ verzinst sind. Wer sie kauft, bekommt weniger zurück, als er bezahlt hat – garantiert.

 

Warum kaufen Menschen solche Schuldpapiere? Weil sie kaum noch Alternativen haben und nicht wissen, wo sie das Geld sonst noch anlegen sollen, ohne ein erhebliches Risiko, dass sie einen Großteil davon verlieren.

 

In diesem Anlagenotstand erlebt Gold jetzt ein Comeback. Notenbanken, Kleinanleger und große Fonds, selbst Ikonen des großen Geldes wie George Soros und Carl Icahn, kaufen Gold. Käufe von Gold-ETFs haben am vergangenen Freitag Ausmaße erreicht wie seit Mai 2010 nicht mehr.

 

Die Unsicherheit unter den Menschen ist angesichts eskalierender regionaler Konflikte, einer schroffen Abkühlung der Weltwirtschaft und der Aussicht auf das Bargeldverbot so groß geworden, dass in Japan sämtliche Safes ausverkauft sind. Die Bank of Japan war die jüngste Notenbank, die Ende Januar Negativzinsen einführte.

 

Der Run auf die Safes war am Montag sogar Thema einer parlamentarischen Anhörung in Tokio.

 

Weil die Minizinsen jetzt schon seit bald acht Jahren regieren, wackelt außerdem das ganze Bankensystem erneut. Mit dem Ausleihen von Geld lässt sich kaum noch etwas verdienen. Doch wenn die Kreditmenge nachlässt, wird die ohnehin schwache Konjunktur abgewürgt. Das sehen wir bereits.

 

Wer sich gut informiert, kann zudem sehen, dass selbst Banker nun offen Warnungen ausstoßen, wie zuletzt Huw Van Steenis bei Morgan Stanley. Er hat Negativzinsen als ein »gefährliches Experiment« bezeichnet.

 

Im Klartext: Verzweifelte Notenbanken, denen selbst die abwegigsten Ideen ausgegangen sind, streichen nun die Segel und verlagern ihre Energie auf einen globalen Laborversuch (Negativzinsen), der das komplette Finanzsystem auf den Kopf stellt und am Ende zum Einsturz bringen wird.

 

Wer leiht noch Geld aus, wenn er am Ende weniger zurückbekommt und einen Verlust damit macht? Wer deponiert noch Geld in der Bank, wenn er mit Strafzinsen belegt wird und in der Zeitung liest, dass das Girokonto demnächst zum Bargeldgefängnis wird?

 

 

 

 

 

 

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