Montag, 5. Dezember 2016
26.01.2016
 
 

Eine maue Weltwirtschaft und viele bange Fragen

Markus Gärtner

Der Ölpreis kracht heute mit einem Verlust von zwei Prozent schon wieder unter die wichtige Marke von 30 Dollar je Barrel. An den Ölmärkten ist dieser Preis die Schwelle zwischen Fieberanfall und Intensivstation, weil Öl als ein verlässliches Barometer für den Zustand der Weltwirtschaft gilt. Ein Ölpreis unter 30 Dollar ist ein schrilles Alarmsignal.

 

»Ist das eine Wiederholung der Krise von 2008?«, fragt angesichts turbulenter Börsen und dem Schwächeanfall von Chinas Konjunktur der britische Guardian. Die Märkte stehen vor einer »donnernden Rücksetzung auf null«, prophezeit der ehemalige Budgetdirektor von Ronald Reagan, David Stockman. Und Michael Snyder stellt im Economic-Collapse-Blog verunsichert fest: »Die weltweite wirtschaftliche Aktivität ist seit 2008 nicht mehr so schnell zurückgegangen.«

 

Es hagelt weiter Negativmeldungen. Rund um den Planeten implodiert die gewerbliche Produktion. Der Handel bricht ein, wie die immer neuen Tiefstände beim Rohstoff-bezogenen Baltic Dry Index zeigen. Und die Kapriolen an den beiden China-Börsen in Shanghai und Shenzhen nehmen kein Ende.

 

Während uns die Schönwetter-Propheten der Wall Street stur eine baldige Besserung der Konjunktur vorhersagen, meldet die Zweigstelle der US-Notenbank in Dallas, dass der Geschäfts-Index für den Öl-Bundesstaat Texas auf ein Sechsjahrestief gefallen ist. Der Fracking-Boom in Texas hat seit Jahren die US-Wirtschaft so stark angetrieben, wie es im vergangenen Jahrzehnt China mit der ganzen Weltwirtschaft vermochte.

 

Dass die US-Wirtschaft nicht als Retter bereitsteht, wenn Chinas Konjunktur weiter abbremst, das kann man in Dutzenden von Regionalzeitungen der USA nachlesen. So wird aus Colorado eine wachsende Zahl stillgelegter Lokomotiven berichtet. Sie verstopfen die Abstellgleise, weil es deutlich weniger Fracht gibt.

 

Währenddessen bauen allein die Bank of America und die Citigroup addiert 20 000 Stellen ab. So abgespeckt haben die »Too-big-to-fail«-Systembanken in New York zuletzt vor dem Finanzcrash 2008.

 

Auf der Webseite Newsmax können wir zudem die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage der National Association for Business Economics in den USA nachlesen.

 

Demnach erwartet weniger als die Hälfte der Chefvolkswirte in großen Firmen im ersten Teil des laufenden Jahres steigende Umsätze. Jeder fünfte rechnet mit Einbußen. Das ist der schlechteste Wert in mehr als einem Jahr.

 

Die Finanzagentur Bloomberg rätselt auch in der Woche nach dem Treffen der Finanzeliten und Politiker in Davos, welche Entwicklungen dem Großen Geld solche Sorgen bereiten.

 

Die Antwort: »Jede Menge.« Genannt werden in der besorgten Analyse ein »polarisierter Präsidentschaftswahlkampf« in den USA, bangende Fragen zur Wirtschaftspolitik in China sowie »eine einst dominierende deutsche Kanzlerin, die plötzlich wackelt«.

 

Hinzu kommen – wie Bloomberg aufzählt – die steigenden Zinsen in den USA und die dritte Abwärtsrevision der Wachstumsprognose für die Weltwirtschaft durch den IWF in weniger als einem Jahr.

 

Fazit: Das wachsende globale Grollen aus wackelnden Finanzmärkten, dem expandierenden Flächenbrand im Nahen Osten und dem anhaltenden Flüchtlingsstrom, der die EU auseinander zu reißen droht, könnten sich durch schwache politische Führung, wie wir sie rund um den Planeten sehen, noch erheblich verschärfen. Nicht nur George Soros (der daran ein Interesse hat) sieht die EU in einer »Existenzkrise«.

 

 

 

 

 

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