Donnerstag, 8. Dezember 2016
30.11.2015
 
 

Historische Entscheidung: Yuan steigt zu Reservewährung im IWF auf

Markus Gärtner

Chinas Renminbi – oder Yuan, wie er im Englischen genannt wird – ist jetzt offiziell eine Reservewährung. Der Internationale Währungsfonds nahm am Montag in einer Sitzung unter Führung von IWF-Chefin Christine Lagarde den Yuan in den Korb elitärer Leitwährungen auf. China musste lange auf diesen Schritt warten. Seit dem Jahr 2000 war der Währungskorb des IWF nicht mehr geändert worden.

 

Damals wurde der neu eingeführte Euro aufgenommen, er löste die Deutsche Mark und den französischen Franc ab. Bisher gehören dem Währungskorb des IWF, der als Preisbasis für Notkredite an Wackelländer dient, lediglich der Dollar, der Euro, das britische Pfund und der japanische Yen an.

Bestimmte Verpflichtungen seitens der Chinesen sind mit der viel beachteten Aufnahme nicht verbunden. Aber die Entscheidung des IWF hat enorme symbolische Bedeutung. Sie adelt den Yuan als eine der wichtigsten Währungen auf der Welt.

 

Die Volksrepublik kommt damit einen deutlichen Schritt näher an ihr Ziel, den US-Dollar als die unumstrittene Weltleitwährung abzulösen. Mit diesem Privileg können die USA fast beliebig Anleihen drucken und sich in ihrer eigenen Währung im Rest der Welt verschulden.

 

China ist mit knapp 1,26 Billionen US-Dollar in amerikanischen Staatsanleihen vor Japan zum größten internationalen Anleihegläubiger der USA aufgestiegen.

 

Mit der schrittweisen Liberalisierung seines Währungsregimes treibt China seit Jahren die Verbreitung des Yuan als Handels- und Abrechnungswährung voran. Neben Hong Kong, Singapur und London hat auch Frankfurt bereits Vereinbarungen mit den Chinesen zum Handel in Yuan.

 

Im März 2014 hatten die Notenbanken von Deutschland und China vereinbart, dass Frankfurt die erste europäische Stadt mit einem Abrechnungssystem für die Begleichung von Außenhandel in chinesischen Yuan wird.

 

Als Abrechnungswährung für den internationalen Handel hat sich der Yuan im August vor den japanischen Yen geschoben und ist zur viertwichtigsten Handelswährung auf der Welt geworden.

 

In weiten Teilen Asiens wird der Yuan auch im Einzelhandel akzeptiert. China rechnet bereits über ein Fünftel seines Außenhandels in der Währung ab.

 

 

 

 

 

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