Wednesday, 24. August 2016
12.05.2015
 
 

Höhenkrankheit an der Wall Street – und Erinnerungen an den November 2006

Markus Gärtner

Haben die Börsen-Zocker nach über sechs Jahren Rally endlich ihren Zenit erreicht? Wird das Kasino bald wegen Erschöpfung geschlossen? Fragen wie diese wurden an der Wall Street bisher wie eine finanzielle Form der Gotteslästerung behandelt und unwirsch vom Tisch gefegt. Doch jetzt werden sie hoffähig.

 

US-Notenbank-Chefin Janet Yellen hat vor wenigen Tagen zugegeben, dass die hohen Bewertungen am Aktienmarkt für Probleme sorgen könnten. Für eine Notenbankerin hat sie sich damit schon sehr weit aus dem Fenster gelehnt. Jetzt meldet sich der bekannte Fondsmanager John Hussman zu Wort. Er sagt: Die Aktienkurse müssen 55 Prozent fallen, bevor sie auf den langjährigen Schnitt der Bewertungen zurückkehren.

Zugegeben: Das ist nur eine von vielen Warnungen, die wir ständig hören. Aber sie erinnert stark an die Warnung, die der Finanzanalyst und Bestsellerautor Gary Shilling im November 2006 aussprach. Shilling war einer von wenigen, die die Finanzkrise und die anschließende Rezession vorhersagten. Im November 2006 präsentierte er einen 40 Seiten langen Vortrag bei einer Investoren-Konferenz in New Orleans und sagte eine schroffe Korrektur des US-Immobilienmarktes um bis zu 40 Prozent vorher, »mit massiven Folgen für die Weltwirtschaft«.


Vier Monate später ging der viel beachtete Case-Shiller-Index für Häuserpreise in den USA in den freien Fall über. Kurz vorher schrieb der San Francisco Chronicle: »Der Markt beruhigt sich.« Forbes berichtete seinen Lesern zwei Monate vor dem schroffen Absturz von »vorsichtigem Optimismus«. Die Washington Post sagte eine »Erholung später im Jahr« voraus.

 

Auch diese Prognosen erinnern sehr an das, was wir derzeit in US-Zeitungen – und den deutschen Blättern, die sich darauf beziehen – lesen. Die US-Konjunktur kommt im ersten Quartal zum Stillstand. Und die Mainstream-Medien sagen fast flächendeckend für das zweite Quartal »eine Belebung« voraus.

 

Shilling warnte damals, die Häuserpreise hätten sich rekordverdächtig weit von der allgemeinen Teuerung entfernt. Inflationsbereinigt seien die Immobilienpreise so stark gestiegen wie seit 100 Jahren nicht. »Massive Spekulation«, dazu »lockere Kreditvergabe« und eine »gigantische Spekulation« hätten erstmals in der Geschichte der USA »eine landesweite Blase« erzeugt.

 

Mit gravierenden Folgen: »Die klaffende Lücke zwischen der realen Welt der Güter«, so Shilling, »und den Wertpapierkursen wird nicht verschwinden, bevor sie von einem großen Ereignis erzwungen wird«. Wie dieses Ereignis aussah, wissen wir: Ein Kollaps der Immobilienpreise, die Subprime-Krise, die Lehman-Pleite und die Große Rezession in weiten Teilen der Welt.

 

Die Parallelen zum November 2006 sind erstaunlich: Das hyper-billige Geld gibt es noch immer. Die Aktienkurse sind in einer stagnierenden Wirtschaft seit dem März 2009 um teilweise 300 Prozent gestiegen.

 

Die klaffende Lücke zur realen Wirtschaft hat sich wieder herausgebildet. Jetzt liegen die Kurse der Aktien an der Wall Street – gemessen an den Firmengewinnen – 50 Prozent höher als im historischen Schnitt.

 

Und das große Kasino fährt Überstunden: US-Firmen haben im April laut dem Wall Street Journal für 141 Milliarden Dollar – oft auf Pump – eigene Aktien zurückgekauft. Das waren so viele wie nie zuvor in einem Monat – und 121 Prozent mehr als im April des Vorjahres.

 

Viele Käufe erfolgen mit fremdem Geld: An der Wall Street wurden laut der New York Stock Exchange noch nie so viele Aktien auf Pump gekauft wie derzeit. Auch eine andere Warnung von Shilling ist so aktuell wie damals: »Ökonomen, Makler und Bauunternehmen«, so beklagte er sich im November2006, »glauben einfach nicht, dass es große Probleme geben könnte«.


Genauso ist es heute wieder: Anleger und Investoren sind absolut sicher, dass die Notenbanken mit immer neuen Geld-Orgien einspringen werden, wenn die Konjunktur zu schwach wird oder die Firmengewinne nachlassen.

 

Erstmals seit Jahren sinken an der Wall Street die Gewinne in der Bilanzrunde für das erste Quartal. Die US-Notenbank signalisiert brav, dass sie die Zinswende nach oben verschieben kann. Das ist der Grund, warum der Dollar derzeit korrigiert und der Euro nach mehrmonatiger Schwächephase wieder stärker wird.

 

Doch was jetzt kommt, ist nur der nächste Schuss aus der Pulle für eine Welt voller Junkies. Die mit kostenlosen Krediten vollgekifften Anleger tun dabei so, als hätten sie mit dem täglichen Geschehen in der realen Wirtschaft überhaupt nichts zu tun.

 

Zurück zu Hussmans Warnung, die Aktienkurse könnten über die Hälfte an Wert verlieren. Diese Warnung könnte aus der Prognose von Gary Shilling im November 2006 kopiert worden sein:

»Die Anleger preisen in die Aktien ihre Erwartung ein, dass wir noch viele Jahre Zinsen von null Prozent haben. Und ein Risiko ist in den Kursen keineswegs berücksichtigt.«

Ganz klar: Die Finanzwelt lebt noch immer im La-La-Land. Damals waren es vier Monate bis zum Absturz. Und heute? Wieder weiß es keiner. Aber die Schweißperlen vermehren sich fleißig ...

 

 

 

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Leser-Kommentare (16) zu diesem Artikel

31.05.2015 | 15:01

Helmut Pirkl

"Ganz klar: Die Finanzwelt lebt noch immer im La-La-Land. Damals waren es vier Monate bis zum Absturz. Und heute? Wieder weiß es keiner. Aber die Schweißperlen vermehren sich fleißig ..." Es sind nur einige wenige, welche die Finanzwelt prägen und in ihrem Sinne gestalten. Ihr Ziel ist eine NWO, und davon sind sie nicht mehr weit entfernt. Im Weg stehen ihr nur noch Russland und China, und in diesen beiden Ländern sind es auch nur einige wenige, die es zu beseitigen...

"Ganz klar: Die Finanzwelt lebt noch immer im La-La-Land. Damals waren es vier Monate bis zum Absturz. Und heute? Wieder weiß es keiner. Aber die Schweißperlen vermehren sich fleißig ..." Es sind nur einige wenige, welche die Finanzwelt prägen und in ihrem Sinne gestalten. Ihr Ziel ist eine NWO, und davon sind sie nicht mehr weit entfernt. Im Weg stehen ihr nur noch Russland und China, und in diesen beiden Ländern sind es auch nur einige wenige, die es zu beseitigen gilt, um auch den Rest der Menschheit versklaven zu können.


13.05.2015 | 23:08

EU-Gegner

@WER KENNT SICH AUS? 12.05.2015: Wir wiesen mit dem Kaufbeleg nach, daß wir Rauchmelder erwarben und installieren diese, sobald die alten kaputt sind (von denen existieren keine Rechnungen mehr). Das Problem m.M.n. ist 1.) der überhöhte Preis trotz evtl. Mengenrabatt 2.) der "Wartungs"zwang dieser Dinger, den der Mieter bezahlt 3.) daß zur jährlichen "Wartung" ein "Fachmann" in die Wohnung muß. Ob der an anderer Stelle geäußerte Verdacht, daß die...

@WER KENNT SICH AUS? 12.05.2015: Wir wiesen mit dem Kaufbeleg nach, daß wir Rauchmelder erwarben und installieren diese, sobald die alten kaputt sind (von denen existieren keine Rechnungen mehr). Das Problem m.M.n. ist 1.) der überhöhte Preis trotz evtl. Mengenrabatt 2.) der "Wartungs"zwang dieser Dinger, den der Mieter bezahlt 3.) daß zur jährlichen "Wartung" ein "Fachmann" in die Wohnung muß. Ob der an anderer Stelle geäußerte Verdacht, daß die Rauchmelder "verwanzt" sein könnten, zutrifft, vermag ich nicht zu beurteilen. Empfehlenswert finde ich Rauchmelder auf jeden Fall, außerdem sind sie spottbillig und solange man die Dinger selber anbringen und Batterien austauschen kann (alle paar Jahre), sollte man den Eingriff in die Privatsphäre abblocken.


13.05.2015 | 19:37

willy_winzig

Die Gefahr geht schon lange nicht mehr vom Finanzsystem aus. Dieses wurde durch die Flutung der Märkte durch die Notenbanken mit billigen Geld ausgehebelt, suspendiert! Alle reden nur von den Banken, während sich die nächste Katastrophe bereits bei den Lebensversicherungen, und hier besonders bei den Deutschen LV anbahnt. Diese LV wurden von der Regulierungsbehörde gezwungen einen großen Teil ihrer Gelder in "sicheren" Staatsanleihen anzulegen. Gleichzeitig wurde es...

Die Gefahr geht schon lange nicht mehr vom Finanzsystem aus. Dieses wurde durch die Flutung der Märkte durch die Notenbanken mit billigen Geld ausgehebelt, suspendiert! Alle reden nur von den Banken, während sich die nächste Katastrophe bereits bei den Lebensversicherungen, und hier besonders bei den Deutschen LV anbahnt. Diese LV wurden von der Regulierungsbehörde gezwungen einen großen Teil ihrer Gelder in "sicheren" Staatsanleihen anzulegen. Gleichzeitig wurde es ihnen erlaubt und durch die Euroeinführung erleichtert das Geld der Versicherten in Staatsanleihen von den Ländern Griechenland, Spanien, Portugal, Italien, Frankreich usw. anzulegen. Durch die Ratings der Ratingagenturen, die diese Länder bis 2008-2009 mit der Bestbewertung ausgewiesen hatten, wurde den Lebensversicherungen signalisiert die Anleihen dieser Länder wären genau so sicher wie eine Bundesanleihe. Gleichzeit waren mit diesen Staatsanleihen höhere Renditen zu erwirtschaften. So sind die Lebensversicherungen in diese Falle getappt! Bis heute wird aber den Lebensversicherungen und den Banken erlaubt diese Staatsanleihen zum Nominalwert in ihren Bilanzen zu führen und nicht zum Marktwert. Somit müssen die LV keinerlei Abschreibungen auf ihren Anleihebestände vornehmen. Gleichzeitig haben die Notenbanken die Zinsen gesenkt so dass sie die neuen Mitgliedsbeiträge der Versicherten nur zu niedrigen Zinsen anlegen können. Aus den Altverträgen haben sie aber Renditezusagen zu verkraften, die durch die heutigen Zinsen nicht mehr gedeckt werden können. Den Lebensversicherern und ihren Kunden wird doch wohl keiner vorwerfen wollen, sie seien Zocker, oder etwa doch? Die Lebensversicherer und deren Kunden sind Opfer der Politik die in den letzten 30-35 Jahren die Privatisierung der Altersvorsorge vorangetrieben haben. Man hatte diesen Lebensversicherungskunden durch Steuerbefreiung in diese Produkte hineingelotst und heute sind diese Lebensversicherungen das größte Risiko für die Finanzmarktstabilität, weil die Lebensversicherungen von den niedrigen Zinsen und den hohen Renditezusagen für Altverträge auf der einen Seite, und Abschreibungen auf ihre Staatsanleihebeständen auf der anderen Seite in die Zange genommen werden. und 2016 werden die Eigenkapitalvorschriften für Banken und Versicherungen Verschärft. Darum hat die Bafin schon mal vorsorglich neue Stresstests für die Lebensversicherungen angeordnet. Das alles ist natürlich auch den Politikern in Griechenland bekannt und darum können die auch auf Zeit spielen. Sollten die Lebensversicherungen ihre griechischen Staatsanleihen abschreiben müssen, dann wird der Deutsche Finanzminister viel Geld aufwenden müssen um die Deutschen Lebensversicherungen zu retten.


13.05.2015 | 18:12

John Sinclair

Leserbrief: Hinweise auf Artikel zu Freihandels- und Dienstleistungsabkommen bzw. Liberalisierung TTIP und TAFTA und TISA und CETA (Kanada)Abseits der neoliberalen Mainstream Medien mit ihren gescheiterten volkswirtschaftlichen Ideologien:TiSA – geheim verhandeltes Abkommen mit geheimem Inhaltvon Dr. iur. Marianne Wüthrichhttp://www.zeit-fragen.ch/index.php?id=2125 Zeit-Fragen > 2015 > Nr. 8, 17. März 2015Nr. 8, 17. März 2015Gegen TTIP und TiSA braucht es «von links bis...

Leserbrief: Hinweise auf Artikel zu Freihandels- und Dienstleistungsabkommen bzw. Liberalisierung TTIP und TAFTA und TISA und CETA (Kanada)


Abseits der neoliberalen Mainstream Medien mit ihren gescheiterten volkswirtschaftlichen Ideologien:

TiSA – geheim verhandeltes Abkommen mit geheimem Inhaltvon Dr. iur. Marianne Wüthrich

http://www.zeit-fragen.ch/index.php?id=2125



Zeit-Fragen > 2015 > Nr. 8, 17. März 2015

Nr. 8, 17. März 2015
Gegen TTIP und TiSA braucht es «von links bis rechts einen Schulterschluss»Interview mit Nationalrätin Jacqueline Badran, SP/ZH

http://www.zeit-fragen.ch/index.php?id=2077

«Wir müssten automatisch künftiges Recht übernehmen»Interview mit Nationalrat Roland Rino Büchel, SVP/SG, Vizepräsident der Aussenpolitischen Kommission

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Zeit-Fragen > 2014 > Nr. 20/21, 26.8.2014

Nr. 20/21, 26.8.2014
Lateinamerika – «ein wichtiger Teil der aufstrebenden polyzentrischen Welt»«Der neue Kalte Krieg kann eine Veränderung des Welthandels verursachen» | von Eduardo Febbro, Pariser Korrespondent der argentinischen Tageszeitung «página/12»

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Zeit-Fragen > 2014 > Nr. 28, 18.11.2014

Nr. 28, 18.11.2014
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13.05.2015 | 17:56

Amba

Die reale Wirtschaftsleistung, soweit man diese überhaupt interkontinental vergleichend bewerten kann, des gesamten Globus beträgt pro Jahr ca. 70 Billionen USD. Diese Geldmenge ist im Vergleich zu den Finanzderivaten und dem Handel damit klein, bezw. defacto unbedeutend. Es geht hier nicht um die Frage wie behandeln wir Sypmtome, sondern um die Frage wie heilen wir den "Patienten Finanzwirtschaft". Dies geht nur durch enine radikale Operation, welche grundsätzliches...

Die reale Wirtschaftsleistung, soweit man diese überhaupt interkontinental vergleichend bewerten kann, des gesamten Globus beträgt pro Jahr ca. 70 Billionen USD. Diese Geldmenge ist im Vergleich zu den Finanzderivaten und dem Handel damit klein, bezw. defacto unbedeutend. Es geht hier nicht um die Frage wie behandeln wir Sypmtome, sondern um die Frage wie heilen wir den "Patienten Finanzwirtschaft". Dies geht nur durch enine radikale Operation, welche grundsätzliches verändert. Sonst bleibt nur Finanz - Kollaps und Exitus, weil es keine mathematisch darstellbare andere Lösung gibt. Den Menschen ist nicht bewusst, wie sehr sie manipuliert werden und wie gross die Manipulative wirklich ist. Sie können sich so ein System nicht vorstellen, es übersteigt einfach ihr Vorstellungsvermögen. Das ist der Grund warum es so besonders gut funktioniert.


13.05.2015 | 16:55

willy_winzig

Die Fakten in diesen Bericht sind fast alle richtig. Nur die Schlussfolgerungen die hier gezogen werden kann ich leider nicht teilen. Aber spielen wir doch einmal durch was geschehen würde wenn die Notenbanken tatsächlich die Zinsen anheben:Szenario 1 Die USA bzw. FED hebt einseitig die Zinsen an und die Bank of Japan (BoJ) die EZB und die Bank of England belassen die Zinsen auf das jetzige Niveau. Dann würde der Dollar steigen was die Ausfuhren von Waren (Export) aus den USA...

Die Fakten in diesen Bericht sind fast alle richtig. Nur die Schlussfolgerungen die hier gezogen werden kann ich leider nicht teilen. Aber spielen wir doch einmal durch was geschehen würde wenn die Notenbanken tatsächlich die Zinsen anheben:

Szenario 1 Die USA bzw. FED hebt einseitig die Zinsen an und die Bank of Japan (BoJ) die EZB und die Bank of England belassen die Zinsen auf das jetzige Niveau. Dann würde der Dollar steigen was die Ausfuhren von Waren (Export) aus den USA verteuern und die Einfuhren von Waren und Gütern (Import) steigen. Das Haushaltsdefizit der USA würde steigen was zu einem weiteren Kapitalimport in die USA führen würde um das Haushalsdefizit zu bezahlen. Dieser Kapitalimport würde den Dollar weiter steigen lassen. Infolge des Dollaranstieges würden die Firmen aus den USA ihre Produkte entweder zu niedrigeren Dollarpreisen auf den Weltmarkt verkaufen können oder ihre Produkte wären zu teuer. Ausnahmen wären Firmen die im Ausland produzieren lassen, wie Apple, Ford Coca Cola Mc Donald usw. deren Gewinne würden in Dollar gerechnet steigen.

Szenario 2 Alle Notenbanken heben die Zinssätze in einer konzertierten Aktion an. Dann würden Länder wie Griechenland, Frankreich, Italien sofort in große Schwierigkeiten weil dann ihr Haushaltsdefizit, durch höhere Zinszahlung, steigt. In Deutschland wäre dann die "Schwarze Null" des Herrn Schäuble Geschichte. Durch die höheren Zinszahlungen wären dann auch die Banken und in Deutschland besonders die Versicherungen in Gefahr, weil diese hohe Abschreibungen auf ihre Staatsanleihen die sie Portfolio haben tätigen müssten. Ob das die Banken in Griechenland, Spanien Italien, Portugal und Frankreich und die Lebensversicherer in Deutschland Überleben werden ist fraglich.
Nicht umsonst hat die Bafin diesen Monat ein neuen Stresstest für die Deutschen Lebensversicherer angeordnet. Denn diese sind die Hauptleidtragenden des kleinen Crash am Anleihemarkt und wegen der hohen Verzinsung der Altverträge.
Von den Anleihemärkten geht die wirkliche Gefahr aus, aber Hauptsächlich deshalb weil die Banken Südeuropas und die Deutschen Lebensversicherungen mit diesen Anliehen vollgesogen sind.

Szenario 3 Die Notenbanken werden die Zinsen nicht senken! Weil sie diese nicht senken können ohne die Wirtschaft in ihren Gebiet abzuwürgen und ohne die Banken und Versicherungen an den Rand des Abgrundes zu bringen! Deshalb werden die Notenbanken weiterhin Geld in den Märkten pumpen, die Aktienkurse werden weiter steigen und die Inflation wird auch weiter steigen.
Nur wenn Griechenland es zur Staatspleite kommen läßt wird dieses Spiel schnell enden!
Ansonsten wird dieses Spiel erst beendet wenn die Staaten ihre Schulden durch Inflation auf ein erträglicheres Niveau gesenkt haben, oder wenn es ein unerwartetes Ereignis gibt, wie eine Staatspleite in Europa oder ein Krieg. Ansonsten wird dieses Spiel weitergehen bis das wirkliche Ziel, die Schulden der Staaten durch Inflation zu beseitigen erreicht ist.
Weder die FED noch die EZB werden die Zinsen erhöhen! Die Aktienmärkte werden unter Schwankungen weiter nach oben getrieben (wirtschaftliche Daten interessieren hier schon lange nicht mehr) und die Gold und Silbernotierungen werden weiterhin, durch Manipulationen niedrig gehalten werden. Die Zinsen bleiben so niedrig oder werden sogar noch gesenkt, was zur Entwertung der Sparanlagen führt und das Geld in die Aktienmärkte leitet. Die Hedgefonds werden auch Teile dieses neugeschaffenen billigen Geldes in die Rohstoffmärkte lenken und damit zur Preissteigerung beitragen, bzw. die Inflation erst richtig anheizen. Nicht Umsonst wird an dem Bargeldverbot gearbeitet. Wenn man aber den Bargeldbesitz verbieten kann, warum dann nicht auch den Besitz von Gold, Silber und Platin ???

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