Sunday, 29. May 2016
07.03.2016
 
 

Jahrelang von Banken und Medien nach unten geredet: Gold ist jetzt offiziell ein Bullenmarkt

Markus Gärtner

Misstrauen gegenüber den Notenbanken. Wachsende wirtschaftliche und politische Unsicherheit. Die stagnierende Euro-Zone. Und die Aussicht auf höhere Strafzinsen für Ersparnisse: Immer mehr Anleger strömen wieder in das Gold. Seit dem vorläufigen Tief im Dezember hat der Preis für das gelbe Edelmetall – gerechnet in Dollar je Feinunze – um 20 Prozent zugelegt. Das ist die Definition eines Bullenmarktes. Allein in den vergangenen 30 Tagen betrug das Plus 8,9 Prozent.

 

»Es geht vor allem um eine veränderte Einschätzung der Geldpolitik«, sagt Jens Pedersen. Er ist Gold-Analyst bei der Danske Bank in Kopenhagen. Die Europäische Zentralbank (EZB) und die Bank of Japan, sagt er, werden wohl weiter die Geldschleusen öffnen, und die Fed in den USA könnte ihre Zinswende nach oben abblasen. Das alles spielt dem Gold in die Hände.

 

Auch die Rolle der EZB scheint inzwischen schwerer zu wiegen, wenn Anleger, die Sicherheit suchen, sich orientieren. »Obwohl der Goldpreis sehr stark von der Politik der Fed getrieben wird«, sagt Joni Teves, ein UBS-Stratege, »nimmt der Einfluss der geldpolitischen Entscheidungen der EZB auf den Goldpreis zu«.

 

Die EZB könnte schon in wenigen Tagen die Stellschraube bei den Negativzinsen weiter anziehen. Das beunruhigt deutsche Sparkassen so sehr, dass diese bereits überlegen, ob sie selbst das Bare horten und nicht mehr bei der EZB hinterlegen, weil sie dafür zahlen müssen.

 

Der erhöhte Strafzins soll mehr Liquidität in den Umlauf treiben, damit mehr konsumiert und die Konjunktur wieder stärker angetrieben wird. Bisher funktioniert diese Politik nicht. Und sie bringt die europäische Konjunktur auch nicht auf die Beine, obwohl der Ölpreis kollabiert ist, Kredite kaum noch etwas kosten und der Euro so schwach ist, dass er die Exporte beflügeln sollte.

 

Doch das kann er nicht, wenn die deutsche Exportwirtschaft vor allem in die Euro-Zone verkauft und dem Rest der Weltwirtschaft die Luft ausgeht.

 

Bei den Sparern verschärft die Geldpolitik, die sich zunehmend auf negative Zinsen fokussiert, nur den Anlage-Notstand.

 

Kaum einer weiß noch, wohin er das Bare stecken soll, wenn es jetzt immer stärker besteuert wird. Das spielt dem Gold als Anlagemedium zum Werterhalt in die Hände.

 

Das Verhalten der Anleger lässt sich leicht nachvollziehen. Fonds, die Gold-ETFs verkaufen, haben seit Jahresbeginn aufgrund von Mittelzuflüssen ihren Bestand um 259 Tonnen Gold aufgestockt.

 

Die Notenbanken haben seit dem Vietnamkrieg nicht mehr so viel Gold unter dem Strich gekauft wie in der jüngsten Zeit. Und der weltgrößte Anlagemanager – BlackRock – hat an jedem Tag im Jahr 2016 Zuflüsse in seinen Gold-ETFs gesehen. Der Februar registrierte die größte monatliche Zunahme seit zehn Jahren.

 

Jahrelang haben Investmentbanken und Medien das Gold schlechtgeredet, negative Prognosen verbreitet und das Edelmetall als »tote Anlage« diskreditiert.

 

Empfehlungen, in einen schwachen Markt zu gehen und das günstiger gewordene Gold zu kaufen, wurden als Angstmacherei von »Rechtspopulisten« abgetan. Aber auch hier halten Realität und nüchterne Betrachtung inzwischen wieder Einzug.

 

Dabei helfen vor allem die Notenbanken, die mit exzessiver Geldvermehrung den inneren Wert unserer Währungen schleichend zerstören. Um das zu tarnen, wollte der frühere Fed-Chef Ben Bernanke vor dem US-Kongress nicht einmal zugeben, dass er Gold als eine Währung betrachtet.

 

 

 

 

 

 

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