Mittwoch, 16. August 2017
19.06.2016
 
 

Kraftprotz oder Komapatient? – Der linke Mainstream schreibt die US-Wirtschaft schön

Markus Gärtner

Wenn die Leitmedien den Vorwurf »Lügenpresse« vernehmen, reagieren sie entsetzt und weisen jegliche Schuld weit von sich. Dabei bekommt das Publikum fast täglich neue Beweise geliefert, dass es die sogenannten »Qualitätsmedien« mit der Wahrhaftigkeit zu oft nicht genau genug nehmen. Und das trotz horrender Einbrüche bei Abos und Kiosk-Verkäufen. Das neueste Beispiel liefert das Leib- und Magenblatt des großen Geldes in New York.

 

Das Mainstream-Blatt Wall Street Journal bedient seine Klientel am Freitag mit einer Schlagzeile, die schaudern lässt. Die US-Wirtschaft sei in »großartiger Verfassung«, heißt es dort. Dabei beruft sich das Journal auf eine frisch gedruckte Studie der OECD. Diese kommt zu dem Schluss, dass die Konjunktur in Amerika besser dastehe als in vergleichbaren Ländern.

 

Das mag sein. Aber in Wahrheit sieht es für die US-Konjunktur ziemlich düster aus. Eine Rezession hat begonnen. Für die deutsche Wirtschaft ist das eine denkbar schlechte Nachricht, denn deutschen Exportfirmen bricht derzeit das Geschäft in den siechenden BRICS-Ländern weg. Und sie wollen mit wachsenden Verkäufen in den USA einen Teil des Problems abfangen.

 

Doch sie expandieren in einen äußerst schwachen Markt hinein. Über die vielen prominenten Warnungen vor einem baldigen Crash haben wir auf dieser Seite bereits am vergangenen Wochenende berichtet. Doch hier sind die Fakten, die den Jubelschrei des Wall Street Journal widerlegen.

 

Die Industrieproduktion sinkt seit neun Monaten in Folge. Das ist laut dem Finanzblog ZeroHedge in der US-Geschichte noch nie außerhalb einer Rezession geschehen. Seit sieben Monaten steigt im Jahresvergleich die Zahl der Firmenpleiten an. Der Zuwachs beträgt allein seit September 51 Prozent. Mehr noch: Der Firmenumsatz in den USA geht seit Mitte 2014 stetig zurück.

 

Die Auftragseingänge der Industrie fallen seit 18 Monaten unaufhörlich. Die Zahlen vom US-Arbeitsmarkt im Mai waren die schlechtesten in fast sechs Jahren. 102 Millionen Amerikaner im erwerbsfähigen Alter haben jetzt keinen Job.

 

Der interne Folge-Index von Goldman Sachs für die US-Wirtschaft ist auf den niedrigsten Stand seit der Großen Rezession gefallen. Und die angekündigten Entlassungen nehmen – wie bei uns in Deutschland bei einigen Großfirmen – zu. Wal-Mart und die Bank of America, der größte Depotverwalter unter den Geldkonzernen im Land, wollen in zahlreichen Niederlassungen abbauen und sparen.

 

Dazu passt, dass die Zahl der temporär beschäftigten Menschen – wie bei den Rezessionen 2001 und 2008 – deutlich sinkt.

 

Der Kommentar bei ZeroHedge zu diesen Zahlen und der Darstellung der Wirtschaft in den Mainstream-Medien lautet so: »Natürlich versucht der Mainstream immer, die Dinge so hinzudrehen, dass Barack Obama und Hillary Clinton gut aussehen, denn die Journalisten, die dort arbeiten, stehen viel weiter links als die amerikanische Bevölkerung insgesamt.«

 

Übrigens: Das Wall Street Journal hat seine Diagnose der größten Volkswirtschaft auf dem Planeten trotz der anhaltend eingetrübten Konjunkturzahlen seit dem Februar noch aufgedonnert. Im Februar wurde die US-Wirtschaft als »in guter Verfassung« dargestellt.

 

Jetzt soll sie also großartig sein. Da fragt man sich, warum die FED in dieser Woche gekniffen hat, als es um eine weitere Anhebung der Zinsen ging. Und warum nehmen dann die Warnungen vor einer Rezession stetig zu?

 

 

 

 

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