Thursday, 28. July 2016
04.01.2016
 
 

Kursrutsch in China sorgt für Fehlstart der Aktien ins neue Jahr

Markus Gärtner

Schroffer Fehlstart für die Börsen ins Jahr 2016. Der Dax schmiert am ersten Handelstag des Jahres um 3,5 Prozent ab. Die Steilvorlage dazu kommt aus China. Dort hielten die Börsenaufseher den Aktienhandel zwei Stunden vor dem Ende der regulären Sitzung an, weil der CSI-Index mit den 300 wichtigsten Werten ein Minus von sieben Prozent erreicht hatte.

 

Eine neue Regelung sieht ab diesem Jahr vor, dass in diesem Fall die Reißleine gezogen wird. Dass dies gleich am ersten Tag passiert, lässt die Börsen rund um den Globus um Fassung ringen.

 

Der Dax rutscht in Richtung der Marke von 10 000 Zählern ab. Der Goldpreis schießt zehn Dollar je Feinunze nach oben. Die DOW-Futures sind mit 260 Punkten dick im Minus.

 

Der Hintergrund dieses Schockers: Die Industrieproduktion in China schrumpfte, wie wir zum Wochenauftakt erfahren, im Dezember den zehnten Monat in Folge. In der zweitgrößten Volkswirtschaft lässt das Wachstum stärker und hartnäckiger nach als bisher angenommen.

 

In Deutschland, dem größten Handelspartner der Chinesen in Europa, wird diese Nachricht besonders schlecht aufgefasst. Sie lässt für den Rest des Jahres nichts Gutes ahnen.

 

Nicht nur die eskalierenden Spannungen zwischen Saudi-Arabien und dem Iran lasten auf dem Gemüt der Börsianer zwischen Shanghai, New York und Frankfurt. Auch die Warnung von IWF-Chefin Christine Lagarde klingt noch vielen in den Ohren. Lagarde hat am 30. Dezember vorhergesagt, das Wachstum der Weltwirtschaft werde 2016 »enttäuschen«.

 

Die globale Wirtschaft solle sich auf die Nebenwirkungen steigender US-Zinsen in einer unsicheren Welt einstellen.

 

Dass wir mit den Terrorwarnungen in München, dem Ende der diplomatischen Beziehungen zwischen Iran und den Saudis sowie mit dem Paukenschlag in China gleich zu Beginn des Jahres eine donnernde Bestätigung für die beunruhigenden Prognosen bekommen, das hatte niemand erwartet.

 

 

 

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