Sunday, 29. May 2016
16.02.2016
 
 

Notruf der Banken an die EZB schreckt die Finanzwelt auf

Markus Gärtner

SOS im Banken-Universum. Das Handelsblatt berichtet unter der Schlagzeile »Der Notruf der Banken« von einigen europäischen Geldhäusern, die SOS-Signale an EZB-Präsident Mario Draghi abgesetzt haben. In den Teppich-Etagen der Geldhäuser herrscht wegen der horrenden Kursverluste der vergangenen Wochen »Krisenstimmung.«

 

Im Klartext: Die Top-Banker fühlen sich nach den jüngsten Kurs-Kapriolen an den Börsen - sowie zunehmenden Gerüchten über Schieflagen bei diversen Banken - stark an die Finanzkrise 2008 erinnert. Sie fürchten den Kollaps einzelner Institute, und in der Folge des ganzen Systems.

 

Laut Handelsblatt haben »bereits mehrere Banker bei der Europäischen Zentralbank um Hilfe gebeten.« Alleine könnten sie die Krise nicht überwinden. - Die konkrete Forderung lautet, die EZB solle anstatt Staatsanleihen nun auch Anleihen der Banken aufkaufen.

 

Wir haben es mit dem schrillsten Warnsignal zu tun, das seit Beginn der jüngsten Börsenturbulenzen zu hören war.

 

Der Hilferuf der Banken wird ausgerechnet an jenem Tag bekannt, an dem (Dienstag dieser Woche) vor dem Verfassungsgericht über eine Klage verschiedener Staatsrechtler, darunter dem emeritierten Karl Albrecht Schachtschneider, gegen die Geldpolitik der EZB verhandelt wird.

 

Seit der Finanzkrise haben uns Politiker aller Parteien versichert, Europas Banken seien stabiler geworden, die Steuerzahler würden nicht wieder zur Kasse gebeten. Sollte Mario Draghi den Notruf der Banken erhören, wonach es zunächst noch nicht aussieht, dann wäre das die verzweifelte Vorstufe, einen erneuten Bailout zu Lasten der Steuerzahler noch zu vermeiden.

 

Doch selbst wenn Draghi einen Rettungsanker setzen will, kann er das kaum schaffen. Zu viele Schrott-Papiere liegen noch aus der jüngsten Finanzkrise in den Tresoren der Banken. Und zu viele riskante Wertpapiere und deren Derivate schlummern wie eine Bombe in den Kellern und Bilanzen der Geldhäuser.

 

Laut der Finanz-Webseite Seeking Alpha hielt die Deutsche Bank im Oktober Derivate mit einem addierten Nennwert von mehr als  52 Billionen Euro. Das sind 50 Prozent mehr als Lehman Brothers zum Zeitpunkt seiner Pleite.

 

Im jüngsten Quartalsbericht des Office oft he Comptroller oft he Currency (OCC), das beim US-Finanzministerium unter anderem über die Derivate-Risiken der Banken wacht, wird für die 25 größten Banken ein addierter Derivate-Nennwert von 191 Billionen Dollar ausgewiesen. Das entspricht 49 Mal der gesamtwirtschaftlichen Leistung Deutschlands in einem Jahr.

 

Die Banken weisen gerne darauf hin, dass sie solche Risiken durch Geschäfte mit anderen Banken oder Investoren absichern. Doch dadurch entsteht ein gigantisches Kartenhaus, das ein größerer Domino zum Einsturz bringen kann.

 

Das OCC hat in seinem jüngsten Bericht vom Dezember 2015 über die größten Risiken im Bankensystem folgendes angemerkt:

»Viele überregionale Banken sind anhaltend strategischen Herausforderungen ausgesetzt, um in einer langsam wachsenden Wirtschaft mit niedrigen Zinsen zu wachsen. Die Banken lockern angesichts des Wettbewerbsdrucks und der Wachstumsaussichten die Kreditstandards, unter anderem was die Laufzeiten, die Sicherheiten und die Kontrolle angeht.«

Ganz klar: Das Risiko steigt weiter an, und das Umfeld wird für die Geldhäuser immer schwieriger. Dass jetzt plötzlich von einer »Abwärtsspirale« die Rede ist, lässt aufhorchen. Ebenso beunruhigt die Tatsache, dass die EZB zu Hilfe gerufen wird.

 

Die US-Notenbank hat gerade als erste große Zentralbank der Welt mit dem Versuch begonnen, die Zinsen nach sieben Jahren am Boden wieder zu normalisieren. Kaum wird es an den Börsen etwas turbulenter, kommen solche Hilferufe und es droht eine erneute Kehrtwende, diesmal mit den Zinsen weiter nach unten.

 

Das ist nichts anderes als der abschließende Beweis, dass die ultra-lockere Geldpolitik der vergangenen Jahre nichts gebracht hat.

 

Was jetzt droht, ist eine massive Ausbreitung negativer Strafzinsen auf Ersparnisse. Dann werden Bankkunden noch mehr Bares abheben zuhause deponieren.

 

Der nächste Schritt ist das Bargeldverbot. Es wird schneller kommen, als wir alle erwarten.

 

 

 

 

 

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