Samstag, 3. Dezember 2016
07.01.2016
 
 

Schon wieder China: Der Börsencrash nimmt Fahrt auf

Markus Gärtner

Land unter im Reich der Mitte. Chinas Börsen mussten heute zum zweiten Mal in vier Tagen die Reißleine ziehen und den Handel anhalten, um einen Crash zu vermeiden. Der 300 Werte umfassende CSI-Index krachte im frühen Handel um fünf Prozent nach unten.

 

Nach kurzer Zwangspause wurde der Handel fortgesetzt. Aber es passierte, was schon am Montag geschehen war: Bei minus sieben Prozent wurde der Handel für den Rest des Tages ausgesetzt. Im neuen Jahr 2016 wurde an den Chinabörsen bisher während der Hälfte der Zeit der Handel angehalten.

Der Rest der Finanzmärkte weltweit reagiert geschockt: Der Dax war um zehn Uhr heute früh 3,3 Prozent im Minus. Der Ölpreis – ein enorm wichtiger Gradmesser für den Zustand der Weltwirtschaft – plumpste 4,3 Prozent nach unten.

 

Der Nikkei in Japan schmiert über 300 Punkte ab, der Hang Seng in Hong Kong notierte tiefrot mit fast 600 Zählern im Minus.

 

Ganz klar: Die Börsen-Talfahrt, die wir im zweiten Halbjahr 2015 gesehen haben, beschleunigt sich auf erschreckende Weise. Die Börsen in Asien, Europa und Amerika werden zunehmend in Mitleidenschaft gezogen.

 

Der Dow Jones-Index in New York, der seit Jahresbeginn bereits 500 Punkte gefallen ist, steht heute vorbörslich über zwei Prozent im Minus. Die schlechten Nachrichten, die die Kurse taumeln lassen, kommen von überall her.

 

China wertet den Yuan mit Rekordtempo ab, weil die Konjunktur der ehemaligen Lokomotive der Weltwirtschaft beängstigend an Fahrt verliert. Der Yuan erlebt in dieser Woche die schroffste Abwertung seit dem Börsencrash im August. Er hat jetzt den Wechselkurs von 2011 wieder erreicht.

 

Der Baltic Dry Index, der den See-Transport von einigen Rohstoffen abbildet, hat gerade ein neues Allzeit-Tief markiert.

 

Mehr noch: Die Produktion in der US-Industrie schrumpft aktuell so schnell wie seit der Großen Rezession nicht mehr. Auch der Import gewerblicher Güter in die USA lässt so schnell nach, wie wir es zuletzt in der Folge der Finanzkrise gesehen haben. Die Botschaft dahinter: Die US-Konsumenten werden diesmal nicht als Rettungsanker auftreten können.

 

Und auch in Europa stagniert die Wirtschaft. Und das bei drei positiven Faktoren, die jeder für sich das Zeug hätten, die gesamte kontinentale Konjunktur anzuschieben: Extrem gefallene Ölpreise, der schwache Euro sowie Kredite, die praktisch nichts mehr kosten.

 

 

 

 

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