Wednesday, 28. September 2016
10.03.2016
 
 

Wie Mario Draghi mit unserem Vermögen pokert

Markus Gärtner

Deutsche Medien bezeichnen EZB-Präsident Mario Draghi immer noch gerne als »Super-Mario«. Doch der zündete heute die nächste Stufe in seinem aggressiven Geldvermehrungs-Programm, zum Schaden aller Sparer und der gesamten Gesellschaft. Draghi ist dabei, den Deutschen regelrecht einen Teil ihres Vermögens wegzusprengen.

 

Und das sieht so aus: Der Leitzins der EZB sinkt auf null Prozent, Kredite sind jetzt offiziell kostenlos. Auch der Refinanzierungszins, zu dem sich Geschäftsbanken bei der Zentralbank in Frankfurt Geld zum Arbeiten besorgen, kostet jetzt nichts mehr.

 

Zusätzlich kauft die Europäische Zentralbank jetzt monatlich für 80 Milliarden Euro Anleihen auf, um Geld in dem Wirtschaftskreislauf zu befördern und die lahme Konjunktur in der Euro-Zone anzuheizen.

 

Bisher umfasste das monatliche Kaufprogramm 60 Milliarden Euro im Monat. Erstmals werden auch Schuldpapiere von Nicht-Banken erworben.

 

Damit wird der Weg frei für die direkte Stützung verschuldeter Staaten. Ein Weg, den die EZB nicht gehen darf, weil sie keine fiskalische Aufgabe hat. Im Klartext: Sie darf kein Erfüllungsgehilfe von Finanzministern werden, die ihren Staatshaushalt nicht im Griff haben.

 

Der eigentlich skandalöse Teil der heute bekannt gegebenen EZB-Entscheidungen ist jedoch die Verschärfung der Strafzinsen um ein Drittel von minus 0,3 Prozent auf minus 0,4 Prozent. So viel Zinsen müssen Banken jetzt zahlen, wenn sie bei der EZB Geld deponieren, mit dem sie gerade nicht arbeiten.

 

Die Banken werden über kurz oder lang diese Strafzinsen ‒ die versteckten Steuern gleichkommen ‒ an die Kundschaft weitergeben. Bei einer Umfrage zu Jahresbeginn haben neun von zehn Deutschen signalisiert, dass sie Bares bei der Bank abheben und zu Hause deponieren werden, wenn diese Ära beginnt. Die schlechte Nachricht ist: Mario Draghi hat diese Ära eingeleitet.

 

Der wirtschaftliche Schaden, den dies in unserer Gesellschaft anrichtet, wird immens sein. Eine Wirtschaft, in der sich negative Zinsen ausbreiten, verliert ihre Substanz. Konsum ist das oberste Ziel, Sparen wird bestraft. Dieser Wirtschaft steht immer weniger Kapital für Investitionen und soziale Vorsorge zur Verfügung. Altersvorsorge wird unmöglich. Das Bankensystem wird ausgehöhlt.

 

Eine Wirtschaft wie diese entleert sich quasi selbst. Ihr fehlt für größere Projekte, für öffentliche Ausgaben und für die Forschung das Geld. Sie versinkt langsam in das selbst verordnete künstliche Koma. Denn Kreativität allein reicht nicht. Die neuen Ideen und Projekte müssen schließlich auch noch finanziert werden.

 

Und mindestens genauso schlimm: Den Unternehmern hierzulande werden die Banken jetzt das Geld mehr als je zuvor hinterherwerfen, bloß damit es zu minimalen Zinsen noch arbeiten kann.

 

Das stimuliert selbst idiotische Investitionen. In Deutschland erzählen sich Unternehmer in ihren Gesprächen schon seit Monaten, wie schwierig es früher einmal war, bei der Hausbank Kredite genehmigt zu bekommen. Jetzt werfen die Banker es selbst jenen nach, die gar nicht wissen, welche Projekte sie in einer so schwachen Weltwirtschaft beginnen sollen.

 

Genau damit aber baut sich die nächste Blase weiter auf, die uns ziemlich bald um die Ohren fliegen wird.

 

Und wie schon bei vielen politischen Großprojekten – zuletzt der Flüchtlingskrise – fragt wieder niemand die Bürger, ob sie dieses Risiko eingehen wollen. Ihre Lebensversicherungen werden dezimiert, ihr Bares abgenagt, die Einlagen bei den Banken durch haarsträubende Kredit- und Wertpapiergeschäfte der Geldinstitute aufs Spiel gesetzt.

 

 

 

 

 

 

 

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