Saturday, 23. July 2016
08.02.2016
 
 

Bargeldverbot als »Goldfalle«

Michael Brückner

Viele Goldinvestoren kaufen ihre Barren und Münzen anonym über sogenannte Tafelgeschäfte. Das ist bis zu einem Höchstbetrag von 14 999,99 Euro ganz legal. Bei einem Barzahlungslimit oder einem Bargeldverbot besteht diese Möglichkeit nicht mehr oder nur noch in eingeschränktem Umfang. Beim späteren Verkauf des Goldes droht der Anleger überdies in die »Goldfalle« zu tappen.

 

Die anonymen Tafelgeschäfte sind den Steuerbehörden und vielen Finanzpolitikern schon seit Jahren ein Dorn im Auge. Bislang ist es möglich, zum Beispiel Gold bis zu einem Schwellenbetrag von 14 999,99 Euro zu kaufen, ohne sich legitimieren zu müssen. So konnte man sich sukzessive ein kleines Vermögen an Goldbarren- und -münzen aufbauen, ohne dass »Big Fiskus« das bemerkte.

Dies war vermutlich die einzige Form der Geldanlage, bei der man keine Spuren hinterließ, sofern man stets unter dem Schwellenbetrag von 15 000 Euro pro Transaktion blieb. Freilich ist längst nicht jeder Goldhändler bereit, solche anonymen Tafelgeschäfte abzuwickeln, obwohl diese absolut legal sind. Dahinter steckt die Furcht, der angebliche Käufer könnte ein Finanzbeamter sein und dem Händler bald eine Betriebsprüfung ins Haus stehen. Überdies gab es in der Vergangenheit immer wieder Gerüchte, der Schwellenbetrag werde womöglich bald drastisch gesenkt.

 

Doch das ist nun nicht mehr erforderlich. Barzahlungslimits und Barzahlungsverbote machen anonyme Tafelgeschäfte künftig unmöglich. Ein aus Sicht der Behörden nützlicher Nebeneffekt, der für den Anleger aber fatale Folgen haben kann.

 

5000-Euro-Limit ist nur der Einstieg

 

Angenommen, es bleibt tatsächlich bei dem seit einigen Tagen diskutierten Barzahlungslimit von 5000 Euro in Deutschland. Dann könnte man eben nicht mehr für knapp 15 000 Euro Gold oder andere Edelmetalle anonym kaufen, sondern nur noch bis 4999,99 Euro. Schon ein 250-Gramm-Barren Feingold kostet aktuell aber erheblich mehr.

 

Wobei nicht davon auszugehen ist, dass es bei einem Schwellenwert von 5000 Euro langfristig bleiben wird. Dies wäre nur der Einstieg zu weiteren Bargeldrestriktionen. Als im Jahr 2005 die automatisierte Kontenabfrage eingeführt wurde, die Finanzämter und Sozialbehörden in die Lage versetzte, jederzeit die Kontostammdaten der Bürger abzufragen, galt dieses Instrument nur in Ausnahmefällen als vertretbar.

 

Tatsächlich wurde im Jahr der Einführung der automatisierten Kontenabfrage lediglich in etwa 9000 Fällen davon Gebrauch gemacht. Schon 2011 wurden fast 63 000 Abfragen registriert, 2013 waren es knapp 142 000 und im Jahr darauf sage und schreibe 230 000. Das heißt, allein von 2013 bis 2014 stieg die Kontenschnüffelei um mehr als 60 Prozent.

 

Das zeigt, Instrumente zum Ausspionieren und Abzocken, die vorhanden sind, werden auch exzessiv genutzt. Wird ein Barzahlungslimit erst einmal eingeführt, dürfte es nicht lange dauern, bis man die Grenze von 5000 Euro vielleicht halbiert.

 

Verbunden mit dem Hinweis, man brauche eine »gesamteuropäische Lösung«, es dürfe in dieser Hinsicht in der EU keinen Flickenteppich geben. Ist dann irgendwann einmal das völlige Bargeldverbot durchgesetzt – was die finale Absicht der Cash-Gegner ist –, könnte man noch nicht einmal mehr eine Unze Silber kaufen, ohne dabei Spuren beim elektronischen Bezahlvorgang zu hinterlassen.

 

Auch Goldinvestoren werden gläsern

 

Wer dennoch in Gold investiert, müsste also künftig den Kaufpreis per Banküberweisung begleichen. Für die Finanzbehörden wäre es ein Leichtes festzustellen, wer, wann, wie viel Gold oder andere Edelmetalle ge- oder verkauft hat. Sehr nützlich bei einem eventuell später folgenden Verbot von privatem Goldbesitz.

 

Verkauft der Anleger das Gold dann innerhalb der Spekulationsfrist wieder mit Gewinn, wird dieser Vorgang für die Steuerbehörden transparent – und der Betreffende muss seinen Gewinn mit dem Fiskus teilen.

 

Unangenehm könnte es für Goldinvestoren werden, die ihre im Rahmen von anonymen Tafelgeschäften erworbenen Barren und Münzen nach einem Bargeldverbot verkaufen möchten. Dann nämlich bleibt ihnen nur, sich den Ankaufbetrag auf das Bankkonto überweisen zu lassen oder aber das Gold in einem Land zu verkaufen, in dem das Bargeld noch nicht verboten ist. In diesem Fall müsste aber das Edelmetall vermutlich über eine EU-Außengrenze gebracht werden.

 

Bei einem Verkauf der Barren und Münzen im Inland hingegen bleibt dieser Vorgang aufgrund der Überweisungsgutschrift nicht mehr verborgen. Bei etwas größeren Summen könnte sich der Fiskus dafür interessieren, woher das Geld stammt, das seinerzeit in den Kauf von Edelmetallen investiert wurde. Klingt die Antwort nicht plausibel, lässt sich daraus schnell ein Geldwäschevorwurf konstruieren.

 

Der betreffende Anleger könnte ja unversteuertes Geld (also Schwarzgeld) seinerzeit über anonyme Tafelgeschäfte in Gold investiert haben. Jetzt verkauft er das Gold wieder und hat – so der mögliche Vorwurf – das Geld gewaschen.

 

Auch Goldanleger mit absolut reinem Gewissen sollten sich über eine Tatsache im Klaren sein: Während im Strafrecht dem Beschuldigten die Tat detailliert nachgewiesen werden muss, gelten im Steuerrecht im wahrsten Sinne des Wortes andere Gesetze. Dann nämlich muss der im Verdacht stehende Steuerzahler nachweisen, dass die Vorwürfe falsch sind, was im Einzelfall nicht einfach sein dürfte.

 

Nicht in die »Goldfalle« tappen

 

Solange also nur Barzahlungslimits bestehen, sollte beim privaten Goldverkauf unbedingt auf die bestehenden Grenzen geachtet werden. Ansonsten bleibt nur der Weg, die Münzen und Barren in der Schweiz zu veräußern, solange sich die Eidgenossen einem Bargeldverbot in der EU nicht anschließen.

 

In jedem Fall erscheint es sinnvoll, schon vorsorglich für den Fall der Fälle zu dokumentieren, woher das in Gold investierte Geld stammte (Lebensversicherung, Autoverkauf, Erbschaft, Schenkung oder Ähnliches), damit aus dem Bargeldverbot nicht auch noch eine »Goldfalle« wird.

 

 

 

 

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