Thursday, 28. July 2016
05.11.2015
 
 

Historische Münzen schlagen Anlagemünzen

Michael Brückner

Die Wertentwicklung von historischen Sammlermünzen schlägt die Performance von Anlagemünzen bei Weitem. Immer mehr Geld fließt denn auch in numismatische Schätze. Allein im vergangenen Jahr wurden damit in den USA rund fünf Milliarden Dollar umgesetzt. Doch wer darin nur Renditeobjekte sieht, sollte auf der Hut sein. Der Markt ist hochvolatil.

 

Das ist eine Rendite, von der die meisten nur ein Leben lang träumen können. Vor etwa 30 Jahren wurde die begehrte US-Silbermünze »Flowing Hair« aus dem Jahr 1794 für den damals schon atemberaubenden Betrag von rund 242 000 Dollar verkauft. Vor einigen Monaten hatte das Auktionshaus Sotheby’s diese Münze im Angebot. Der Hammer des Auktionators fiel erst bei knapp fünf Millionen Dollar oder circa 4,5 Millionen Euro.

 

Manche Auktionsergebnisse für gesuchte Münzen in bestem Zustand gleichen fast schon den astronomischen Preisen, zu denen Kunstwerke in den vergangenen Jahren ihre Besitzer wechselten. Das deutsche Auktionshaus Künker versteigerte vor einiger Zeit eine Tetradrachme der Punier, geprägt etwa 320 bis 310 vor Christus auf Sizilien. Der Schätzwert lag bei etwa 25 000 Euro. Zugeschlagen wurde die Münze dann für 180 000 Euro.

 

Während der Gold- und Silberpreis von seinen Höchstständen im Jahr 2011 nach wie vor weit entfernt ist, legten numismatische Münzen in den vergangenen Jahren stark zu. Allein 2014 stiegen die Münzpreise nach Berechnungen der britischen Agentur Knight Frank um durchschnittlich 13 Prozent. Lediglich die Preise für gesuchte Oldtimer erhöhten sich noch stärker.

 

Bislang war die Sache klar: Wer in Gold investieren wollte, kaufte die klassischen Anlagemünzen, also Krügerrand, Philharmoniker oder Maple Leaf. Numismatische Münzen blieben eher die Domäne für historisch interessierte Sammler, die sich auf Sektoren spezialisiert hatten. Manche konzentrierten sich auf Münzen aus bestimmten geografischen Regionen, aus historischen Epochen oder auf Themen.

 

Dass historische Münzen mitunter deutliche Wertzuwächse verzeichnen können, war für die Sammler zwar ein durchaus angenehmer Nebeneffekt, er stand jedoch nicht im Mittelpunkt ihres Hobbys.

 

Geld fließt in Sachwerte

 

Seit aber Geld nichts mehr wert ist – jedenfalls, wenn man den Wert des Geldes in Zinsen bemisst – fließen immer größere Summen in Sachwertanlagen. Und hierzu zählen längst nicht mehr nur die »Klassiker« Immobilien, Aktien und Gold, sondern zunehmend auch exotische Investments, bei denen Sammler und Investoren aufeinandertreffen. Oldtimer, Meißner Porzellan, Wein, Uhren und vor allem Kunstobjekte sind gefragt.

 

Daneben fließt Kapital in historische Münzen, die höhere Renditen versprechen als Anlagemünzen. Immerhin haben Münzen in der Geschichte schon manchen sehr reich gemacht. Der Kaufmann Jakob Fugger (1577-1640) gehörte ebenso dazu wie Mayer Amschel Rothschild (1744-1812). Auch Goethe und Rubens sammelten kostbare Münzen.

 

Empfiehlt es sich für Anleger, die vom Potenzial der Edelmetalle Gold und Silber überzeugt sind, künftig verstärkt numismatische Münzen zu erwerben? Tatsache ist: Wer über Jahre hinweg Krügerrand oder Philharmoniker kaufte, dürfte sich früher oder später auch für numismatische Münzen interessieren.

 

Nicht von ungefähr werden an der Internationalen Edelmetall- und Rohstoffmesse am 5. und 6. November in München wiederum auch Aussteller teilnehmen, deren Schwerpunkt auf numismatischen Münzen liegt.

 

Die Preise für Anlagemünzen sind fast zu 100 Prozent an die Preise für die jeweiligen Edelmetalle gekoppelt, weshalb es keinen Unterschied macht, ob man sich nun für Maple Leaf oder Philharmoniker entscheidet. Historische Münzen jedoch können ein »Eigenleben« völlig unabhängig vom jeweiligen Preis des Edelmetalls entwickeln.

 

Ein wesentlicher Werttreiber ist dabei die Seltenheit der Münze. So können Zehn-Goldmarkstücke des Königreichs Preußen auf Auktionen mal 150 Euro, mal über 2000 Euro einbringen. Des Rätsels Lösung: Manche Jahrgänge weisen lediglich eine sehr geringe Stückzahl auf, das lässt bei entsprechender Nachfrage den Preis explodieren.

 

Eine Unze Silber kostete dieser Tage um 14,40 Euro. Für die griechische Zehn-Euro-Gedenkmünze »Hippokrates von Kos«, die mit 34,10 Gramm nur wenig schwerer ist als eine Unze, muss man derzeit – sofern man sie überhaupt bekommt – deutlich über 200 Euro zahlen (Prägequalität: Polierte Platte). Von dieser Münze wurden nur 1200 Stück geprägt – die meisten davon sind in festen Sammlerhänden. Sogar klassische Anlagemünzen können von einem Seltenheitsbonus profitieren.

 

Im Jahr 1968 wurden beispielsweise nur 20 000 Exemplare des Krügerrands geprägt, hinzu kamen 10 000 in der höchsten Prägequalität »proof« (entspricht der Polierten Platte). Im Jahr 2013 lag die Auflage bei 833 000 Stück. Und im Jahr 1978 kamen über sechs Millionen Stück auf den Markt. Die Knappheit des Krügerrands aus dem Prägejahr 1968 führt dazu, dass Sammler heute einen Aufpreis auf den normalen Goldpreis zahlen.

 

Vorsicht – dreiste Fälschungen!

 

Neben der Auflage entscheidet der Erhaltungszustand über den Preis von historischen Münzen. Bei der seltenen und gesuchten Schweizer Goldmünze 100-Franken-Vreneli, die in vorzüglichem (vz) Erhaltungszustand heute deutlich über 10 000 Euro kostet, kann der Wert bei einem nur etwas schlechteren Erhaltungszustand (»sehr schön« oder ss) mindestens 2000 Euro weniger ausmachen.

 

Bedenken sollte man, dass der Markt für Numismatiker sehr volatil ist. Es gibt eben nur wenige Sammler, die hohe Beträge für gesuchte Münzen ausgeben. Das kann, wie bei den eingangs erwähnten Beispielen, zu enormen Preissprüngen führen. Entfällt diese Nachfrage aber, fallen die Preise deutlich.

 

Schließlich dürfen Sammler oder Investoren auch das Risiko von Fälschungen nicht übersehen. Bei teuren Stücken sind Expertengutachten Pflicht. Denn nicht alle Fälschungen lassen sich so einfach identifizieren wie angebliche »Silbermünzen« aus Eisen. Hier genügt ein einfacher Magnet, um die Fälschung zu entlarven (Eisenmünzen sind im Gegensatz zu Silbermünzen magnetisch).

 

Fazit: Nichts spricht dagegen, den Sachwertanteil im Portfolio mit numismatischen Münzen anzureichern. Dabei sollte man auf geringe Auflagen und erstklassige Qualitäten achten. Wichtig ist außerdem, dass nicht nur Renditeüberlegungen im Vordergrund stehen, sondern auch das Interesse am Sammeln historischer Münzen.

 

 

 

 

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Leser-Kommentare (2) zu diesem Artikel

05.11.2015 | 16:35

Berghonk

Liebe Redaktion könnt Ihr diesen Schwachsinn mit den Sportwetten endlich unterbinden. Dieser Arsch vergisst dass er auf einer Diskusionsplatform ist und nicht in einer Werbe Sendung. Offensichtlich reicht sein IQ nicht aus um das zu begreifen. Somit habe ich wieder fast Bedauern mit so einem Deppen.


05.11.2015 | 14:56

Tolle Zockerbude hier

und die Wölfe fressen Kreide *grins - - oder mag es doch nur ein Zocker sein der hier seine Gewinnmaximierungstrategien an den Mann bringen wil? tststs Angefangen von LESEN-VESTEHEN-AUFWACHEN-HANDELN über PETER PFEIFER (mit 2 und nicht drei F) und nu auch noch als DIE PERFEKTE ANLAGE. Ich lach mich tot. :D Ich tippe mal auf alles in einer Hand und immer schön mit anderem Namen. Copy Paste dann doch sooo schön sein. Warum nicht immer unter "NEPPER, SCHLEPPER,...

und die Wölfe fressen Kreide *grins - - oder mag es doch nur ein Zocker sein der hier seine Gewinnmaximierungstrategien an den Mann bringen wil? tststs Angefangen von LESEN-VESTEHEN-AUFWACHEN-HANDELN über PETER PFEIFER (mit 2 und nicht drei F) und nu auch noch als DIE PERFEKTE ANLAGE. Ich lach mich tot. :D Ich tippe mal auf alles in einer Hand und immer schön mit anderem Namen. Copy Paste dann doch sooo schön sein. Warum nicht immer unter "NEPPER, SCHLEPPER, BAUERNFÄNGER"? Wäre doch einfacher und jeder wüßte gleich, daß er sich den Link schenken kann.

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