Freitag, 9. Dezember 2016
05.08.2011
 
 

5. August: »Schwarzer Freitag 2011«

Michael Grandt

Das weltweite Beben an den Finanzmärkten hält an: Jetzt realisieren die Marktteilnehmer, dass die Schuldenkrise nicht zu lösen ist. Panikverkäufe überall. Der Börsenwert der im deutschen Leitindex gelisteten Unternehmen schrumpfte um knapp 100 Milliarden (!) Euro.

Die Jahreszahl »1929« steht bis heute für den »Super-GAU« der Weltgeschichte, ausgelöst durch gigantische Kursverluste, gefolgt von einer langen und tiefen Depression. Zwar löste der Crash keine unmittelbare Währungsreform aus, aber er bewirkte eine Rückkehr zum Bargeld. Da die USA

daraufhin massiv versuchten, ihr Geld aus allen Ländern abzuziehen, breitete sich die Krise, zusätzlich zur Panik an den internationalen Börsenplätzen, weiter aus.

Auslöser war die Wall Street in New York, das Zentrum des Kapitalismus. Eigentlich müsste der »Schwarze Freitag« »Schwarzer Donnerstag« heißen, denn die Wall Street verfiel bereits am 24. Oktober 1929 in helle Panik, riss die Börsen in Europa, wegen der Zeitverschiebung, aber erst am folgenden Tag in einen verhängnisvollen Abwärtsstrudel.

Die New York Times berichtete, dass allein die 240 führenden Titel rund 17 Prozent ihrer Marktkapitalisierung verloren haben. Zwischen ein und drei Millionen US-Bürger verloren ihr gesamtes Vermögen; verlässliche Zahlen gibt es bis heute nicht.

Der »Schwarze Freitag 2011« ist tatsächlich ein Freitag. Weltweit sind die Börsen auf Talfahrt, ob Europa, USA oder Fernost. Panikverkäufe überall. Der Börsenwert aller 30 im deutschen Leitindex gelisteten Unternehmen schrumpfte um fast 100 Milliarden (!) Euro. Das ist etwa so viel wie die jährliche Wirtschaftsleistung Neuseelands – und das in nur wenigen Tagen! Der deutsche Leitindex allein verlor summiert 13 Prozent, die längste Negativserie seit zweieinhalb Jahren.

Ursachen für die Verkaufswelle ist die Schuldenkrise in Europa, die Rezession in den USA, globale Konjunktursorgen und die EZB, die eine Hoffnung auf ein baldiges Ende ihrer Zinserhöhungen enttäuschte. Das ist pures Gift für den Markt, aber die einzige Möglichkeit, die Inflation noch in den Griff zu bekommen. Die Angst vor einer neuen Weltwirtschaftskrise wächst.

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Quellen:

Wirtschaftsblatt

Tagesschau

Die Presse

Günter Hannich: Börsenkrach und Weltwirtschaftskrise, Rottenburg 2006, S. 164 und ders.: Staatsbankrott, Rottenburg 2006, S. 60f.

 

Michael Grandt: Der Staatsbankrott kommt!, Rottenburg 2010

Michael Grandt/Udo Ulfkotte/Gerhard Spannbauer: Europa vor dem Crash, Rottenburg 2011

 

 


 

 

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