Laurence Kotlikoff: Die USA sind bankrott
Michael Grandt
Der Ökonomie-Professor von der Boston University schätzt den Schuldenberg 15-mal höher als offiziell angegeben: »Wir sind bankrott und wollen es nicht wissen«.
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Nach Schätzungen des Congressional Budget Office (CBO) wird das US-Haushaltsdefizit in diesem Jahr rund 1,3 Billionen Dollar betragen. Eine astronomische Zahl, aber niedriger als erwartet und weniger als das letztjährige Rekorddefizit von 1,41 Billionen Dollar, das fast 10 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) ausmachte.
Das ist die gute Nachricht. Aber da das Defizit stetig ansteigt, wächst somit auch die Staatsverschuldung, die sich – nach offiziellen Zahlen – auf derzeit 13,3 Billionen Dollar beläuft.
In Wirklichkeit ist die Situation aber noch viel schlimmer, sagt Laurence Kotlikoff, Ökonomieprofessor an der Boston University: »Vergessen Sie die offiziellen Schulden.« Seiner Ansicht nach beträgt das »echte« Defizit – inklusive der ungedeckten Verbindlichkeiten von Medicare & Medicaid, der Fürsorgeunterstützung und dem Verteidigungshaushalt – 202 Billionen Dollar, also 15-mal mehr als offiziell angeben. »Die USA sind bankrott und wir wollen es nicht wissen.«
Kotlikoff prophezeit ebenfalls, dass die Vereinigten Staaten im Laufe der Zeit ein Problem mit einer hohen Inflation bekommen werden: »Wir müssen bedenken, dass die Regierung zukünftig viel, viel Geld drucken muss, um alle ihre Verbindlichkeiten und die fällig werdenden Staatsanleihen noch bezahlen zu können.« Amerika brauche, so Kotlikoff weiter, umfassende Reformen der Gesundheits-, Renten-, Steuer- und Finanzsysteme. »Abgesehen davon werden Ihre hart verdienten Dollar bald wertlos sein.«
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Quelle:
http://finance.yahoo.com/tech-ticker vom 23.08.2010
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