Thursday, 24. May 2012
12.08.2011
 

US-Notenbank schürt Inflation

Michael Grandt

Die Fed ist die einzige große Notenbank, die sich strikt weigert, etwas gegen die anziehende Inflation zu tun – ja mehr noch, für sie ist das kein Thema, obwohl sie die Teuerung durch ihre Politik des billigen Geldes sogar noch fördert. Die Lebenshaltungskosten sind bereits um 3,6 Prozent gestiegen.

Die EZB hat angesichts der drohenden Inflationsgefahren den Zinssatz auf 1,5 Prozent angehoben. Die US-Notenbank Fed teilte hingegen mit, dass sie unbeirrt bei ihrem lockeren geldpolitischen

Kurs bleibt und den Leitzins bis 2013 nicht erhöhen wird. Dieser liegt seit 2008 zwischen 0,00 und 0,25 Prozent. Flankiert wurde die Maßnahme mit dem Ankauf von Staatsanleihen durch die Fed. Das Volumen betrug alleine von November 2010 bis Juni 2011 600 Milliarden Dollar.

Das bedeutet, dass sich US-Banken bei der Fed quasi zum Nulltarif Geld leihen und sich dadurch günstig refinanzieren können. Dies soll zudem auch die amerikanische Konjunktur stützen, etwa dadurch, dass mit billigen Krediten der Konsum angekurbelt wird. Unbeachtet bleibt jedoch die Tatsache, dass viele private US-Haushalte so hoch verschuldet sind, dass sie die Aufnahme neuer Kredite scheuen, die Arbeitslosigkeit auf Rekordniveau verharrt und Unternehmen immer weniger Geld investieren. Wer also soll das »billige« Geld nehmen?

Zugleich wird das Sparen für die Amerikaner unattraktiv. Dies ist von der Fed offenbar gewollt, denn je mehr die Bürger kaufen, umso schneller zieht die Wirtschaft an, denn der private Verbrauch macht immerhin 70 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) aus. Aber auch hier gilt: Arbeitslose werden keinen Aufschwung generieren. Die Krise hat BISHER immerhin ACHT MILLIONEN Amerikaner den Job gekostet.

Die Kehrseite der Medaille: Der lockere geldpolitische Kurs führt zu einer Dollarschwäche und bringt große Inflationsrisiken mit sich. Nur eine Zinserhöhung könnte die Inflation im Zaum halten. Die Fed ist somit (fast) die einzige Zentralbank, die sich strikt weigert, etwas gegen die anziehende Inflation zu tun. Laut US-Arbeitsministerium sind die Lebenshaltungskosten um 3,6 Prozent gestiegen. Somit sinkt das reale Einkommen der Amerikaner, weil die Preise schneller anziehen als die Löhne.

Die Fed vertritt allerdings die Ansicht, dass es KEINEN Zusammenhang zwischen der Vergrößerung der Geldmenge und höheren Preisen gibt. Für sie ist Inflation kein Thema. Dieser unverantwortliche Standpunkt einer Notenbank lässt einen nur den Kopf schütteln. Derweil geht die Entwertung der Ersparnisse weiter.

Die amerikanische Politik des billigen Geldes und der Schwächung des Dollars bringt vor allem große Exportnationen wie Deutschland, China, Brasilien und Japan gegen sich auf, weil deren Unternehmen bei Geschäften mit den USA weniger Erlöse erzielen. Zudem schürt die überschüssige Liquidität Furcht vor einer neuen Blase an den Kapitalmärkten.

 

 


 

 

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